31.08.2008, 17:30 h PDT

Der letzte Arbeitstag

Und schon sind sechs Monate Praktikum vorbei. Wer hätte das gedacht, dass es so schnell geht? Irgendwie kam es mir so vor, als hätte ich da grad erst angefangen zu arbeiten.

Wie ist so ein letzter Arbeitstag? Stressig und komisch! Erst mal gibt es jede Menge zu tun. Die neuen Praktikanten sind gestern und Donnerstag gekommen. Einer von ihnen ist Thomas. Thomas ist das zweite Mal hier. Ich habe ihn sozusagen abgelöst, als er gegangen ist, und nun löst er mich wieder ab. Andrei (mein Chef) hatte gefragt, ob Thomas am Freitag schon mal kurz auf der Arbeit vorbeikommen kann, um von Luca und mir Projekte zu übernehmen. Es ist immer einfacher, wenn einem das jemand zeigt, der selbst dran gearbeitet hat, als wenn man sich das selbst irgendwie erarbeiten muss durch Lesen von Berichten, die der Vorgänger darüber geschrieben hat, usw. Also war eine meiner Aufgaben am Freitag, Thomas zu zeigen, woran er die nächste Zeit arbeiten wird.

Neben der Einführung von Thomas musste ich auch noch das ein oder andere fertig machen, was ich in der Woche nicht geschafft habe. Kann die Arbeit ja schlecht halbfertig da liegen lassen. Ich hatte ein bisschen so das Gefühl, dass man mich loswerden wollte, denn ich hatte am Freitag schon keinen Zugang mehr zu den elektronischen Türen mit meinem Firmenausweis. Das heißt, ich musste immer, wenn ich rein will, warten, dass jemand die Tür aufmacht, oder einmal ums Gebäude rennen und durch den Haupteingang gehen, wo ich eigentlich auch keine Lust zu habe.

Mir hat das halbe Jahr hier in der Firma wirklich gut gefallen und ich bin immer noch froh darüber, dass ich mich dazu entschlossen habe, das zu machen. Ich bin auch etwas traurig, dass das ganze schon vorbei ist. Hätte es ne Möglichkeit gegeben, dass Sandra hier her kommen kann zum Arbeiten oder ewas Ähnlichem, hätte ich mein Praktikum auf jeden Fall um 6 oder 12 Monate verlängert.

Bevor es wieder zurück nach Deutschland geht, habe ich allerdings noch fast 2 Wochen Freizeit. Am Montag werden meine Schwestern mich besuchen kommen. Mit ihnen werde ich dann die letzten 2 Wochen hier urlaubsmäßig verbringen und ihnen Kalifornien zeigen. Sie waren zwar schon mal hier in Kalifornien, aber kennen außer San Francisco, Los Angeles und den Highway dazwischen auch nichts. Also werden sie dieses Mal eine andere Seite von Kalifornien kennen lernen, die man nicht unbedingt so im Reiseführer findet. Ich bin ja jetzt sozusagen der Insider.



18.08.2008, 23:55 h PDT

Geburtstagsfeier

Auch wenn ich weit von zuhause entfernt bin, muss mein Geburtstag natürlich ein wenig gefeiert werden. Mal davon abgesehen, ist es auch nix Neues, dass ich meinen Geburtstag im Ausland feier. Soweit ich weiß, ging das Ganze gleich auf meinem ersten Geburtstag los. Da kann ich mich natürlich nicht dran erinnern, aber soweit ich weiß, waren wir an meinem ersten Geburtstag in Norwegen. Mein Vater war da auf Dienstreise und hatte meine Mutter und mich mitgenommen.

Der nächste Geburtstag, den ich im Ausland gefeiert habe, müsste mein 11. Geburtstag im Jahr 1994 gewesen sein. Bin mir mit der Nummer nicht ganz sicher, aber ich denke, das kommt hin. In dem Jahr haben wir Urlaub in Wales (Großbritannien) gemacht. 4 Jahre später war ich zwar an meinem 15. Geburtstag gewissermaßen in Deutschland, allerdings sind wir an dem Tag nach Schweden in den Urlaub gefahren. So konnte ich immerhin noch ein paar Freunde zum Frühstück einladen, bevor es dann nach Schweden ging. Der letzte Geburtstag vor diesem, den ich im Ausland gefeiert habe, war mein 20. Geburtstag im Jahr 2003. In dem Jahr haben wir unsere große USA-Tour gemacht, und kurz bevor es nach Hause ging, hatte ich Geburtstag. Dieses Jahr ist zwar mein erster Geburtstag, den ich in Kalifornien feier, aber nicht der erste in den USA. 2003 war es in Miami, also auf der anderen Seite des Landes und etwas weiter südlich. Wie man sieht, gewöhne ich mich also langsam dran, auf meinem Geburtstag nicht in Deutschland zu sein.

Der 14.8. war letzte Woche Donnerstag, also der Tag vor dem besagten Pizzameeting. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, an dem Tag nicht zu feiern, da ich am nächsten Tag für den Vortrag fit sein wollte. Ich habe dafür einige Leute am Freitagabend eingeladen, sich mit mir in der Kneipe (mal wieder St. John's) zu treffen, um ein paar Bier zu trinken. Einige von meinen Kollegen hatten im Vorfeld bei mir abgesagt, aber das lag auch dran, dass ich das Ganze erst am Donnerstagmorgen angekündigt habe, und es daher etwas spontan war. Dennoch haben wir ein paar Leute dafür zusammenbekommen. Neben Ron, Luca, Estelle, Yves und Clara (alles Praktikanten) waren noch Josefina (eine Freundin von Clara aus Argentinien, die zu der Zeit bei Clara für ein paar Tage zu Besuch war), Stuart, Dimitri, Wyn und Andreas (jeweils Arbeitskollegen) gekommen.

Bier wurde natürlich, wie es sich für USA gehört, in Pitchern (ne Kanne, in die etwa 2 Liter Bier passen) bestellt. Den ersten Pitcher hab ich vom Barkeeper umsonst bekommen. Allerdings hatte das nichts mit meinem Geburtstag zu tun. Wir waren vor einiger Zeit mal im St. John's Bier trinken und da hab ich auf der Karte "Haake Beck" entdeckt. Für die Nicht-Bremer unter euch: Haake Beck ist ein regionales Bier, das von der Brauerei Beck und Co (da kommt auch Beck's her) gebraut wird und nur in Bremen und Umgebung (oder wie der Bremer sagen würde "Bremen und umzu") zu kaufen ist. Daher war ich sehr verwundert, dass ich das Bier da auf der Karte gefunden habe. Das musste ich natürlich gleich probieren. Es stellte sich aber schnell heraus, dass dort etwas anderes unter Haake Beck verstanden wird, nämlich Beck's alkoholfrei. Schnell wurde dem Barkeeper klar, dass das nicht das ist, wonach ich eigentlich auf der Suche war. Als meine Eltern letztens zu Besuch waren, haben sie mir unter anderem Haake Beck mitgebracht. Ich konnte es mir natürlich dann nicht nehmen lassen, bei nächster Gelegenheit dem Barkeeper eine Flasche davon mitzubringen, um ihm zu zeigen, was Haake Beck ist. Diese Gelegenheit war besagter Freitag, an dem wir meinen Geburtstag dort gefeiert haben. Der Barkeeper hatte richtiges Haake Beck bis dahin noch nie gesehen und war etwas verwirrt, dass es eben nicht alkoholfreies Beck's ist. Er hat sich dann so tierisch über die Flasche gefreut, dass er mir den ersten Bierpitcher, den ich bestellt habe (nein, weder Haake Beck noch Beck's, wir trinken hier fleißig Sierra Nevada, eines der wenigen amerikanischen Biere, das nicht wie Waschwasser schmeckt) geschenkt hat.

Etwas verwirrt war ich, als meine amerikanischen Kollegen sich auf den Weg nach Hause gemacht haben und mich gefragt haben, was sie mir für die Getränke schulden. In Amerika scheint es wohl so zu sein, dass, wenn man Leute zum Geburtstag zum Bier einlädt, die Gäste dem Geburtstagskind die Getränke zahlen. Das wäre ja noch schöner, wenn ich Leute einlade und die dann zahlen lasse. Aber nach einer kurzen Erklärung, wie sowas in Deutschland läuft, waren sie auch beruhigt und zufrieden und haben sich gefreut, dass das Bier für sie umsonst war.

Am Samstag wollten wir (die Praktikanten) eigentlich in Santa Cruz am Strand grillen. Den Plan haben wir aber wieder verworfen, denn sowohl Estelle als auch Clara hatten nachmittags noch etwas vor und wären dadurch erst sehr spät gekommen, daher haben wir uns dazu entschlossen, dass wir das Ganze dann bei uns zuhause machen. Also haben wir uns dort am Samstagabend getroffen. Bei der Gelegenheit habe ich von Ron und Clara jeweils eine CD als Geburtstagsgeschenk bekommen (von Ron "Me First and the Gimme Gimmes" und von Clara "Coldplay" - aufmerksame leser werden jetzt feststellen, dass das jeweils die Bands waren, wo ich mit Ron bzw. Clara auf dem Konzert war). Außerdem hat mir Estelle einen Geburtstagskuchen gebacken. Bilder gibt's sowohl von Freitagabend als auch von Samstagabend nicht. Ich hatte zwar meine Kamera dabei, war aber zu faul, Fotos zu machen, und wollte den Abend stattdessen mal genießen. Außerdem gibt's die ganzen Leute schon auf irgendwelchen Bildern in meinen Alben zu finden, und das Gleiche zählt auch für St. John's und fürs Grillen bei uns zuhause. Ihr könnt euch also, denke ich, bestens vorstellen, was los war. Ich kann ja nicht immer 1000 Bilder machen.



18.08.2008, 23:25 h PDT

Miki beim Pizzameeting

So langsam merke ich, dass mein Praktikum dem Ende zugeht. Ich habe an der ein oder anderen Stelle ja schon mal das Engineering-Seminar (in Fachkreisen auch Pizzameeting genannt) erwähnt, wo jede Woche jemand einen Vortrag hält. Meistens sind es Ingenieure aus der Firma, die über aktuelle Projekte reden, an denen sie arbeiten, sie berichten über Neuigkeiten, wenn sie irgendwelche Fachmessen besucht haben, oder auch neue Mitarbeiter berichten über ihre Arbeit, die sie in ihrer alten Firma getan haben. Letzte Woche Freitag stand das Thema "Modelocked Fiber Lasers" auf dem Plan und der Vortrag sollte von Luca (dem italienischen Praktikanten) und mir gehalten werden, denn das ist das Thema, an dem wir während des Praktikums hier in der Firma gearbeitet haben. So kommen auch die Praktikanten nicht drum herum, auf dem Pizzameeting mal einen Vortrag zu machen. Also habe ich die letzten 2 Wochen einige Zeit damit verbracht, meinen Vortrag vorzubereiten. Natürlich habe ich da nicht 2 Wochen Vollzeit dran gearbeitet, aber ich wollte das Ganze nicht in der letzten Minute eben zusammenbasteln, daher habe ich etwas eher angefangen und nebenbei (neben der Arbeit, die ich ja sonst auch noch erledigen muss) an der Präsentation gearbeitet.

Norman (der Chef, der für die Themenvergabe usw. für das Pizzameeting zuständig ist) hatte mir im Vorfeld gesagt, dass ich mich auf ca. 30 Minuten Vortrag einstellen soll. Das hab ich auch gemacht. Im Laufe der letzten Wochen kam er dann auch regelmäßig bei mir vorbei, um mir (scherzhaft) zu sagen, dass es nicht mehr lange hin ist bis zu dem Vortrag und dann unser letztes Stündchen geschlagen hat. Wenn man Norman kennt, weiß man, dass es Spaß ist, also hab ich mir da auch wenig Gedanken gemacht.

Zwischendurch haben wir (Luca und ich) Andrei (unser Chef) regelmäßig die aktuelle Version unserer Präsentationen zugeschickt, damit er weiß, wie weit wir sind, und vor allem, um uns zu sagen, was noch fehlt, und was noch viel wichtiger ist, um uns zu sagen, was wir wieder rausnehmen müssen, weil wir es nicht erzählen dürfen. Mit diesen vertraulichen Informationen stellen sie sich bei uns in der Firma ein bisschen an. Ich kann es ja vollkommen verstehen, dass, wenn jemand eine öffentliche Präsentation macht, man dort keine Details erzählt, weil man ja die Firmengeheimnisse nicht weiter verraten will, aber innerhalb der Firma ist die Geheimhaltung manchmal doch etwas albern, vor allem, wenn man manchmal merkt, dass die Firma sich damit selbst ausbremst.

Am Abend vor der Präsentation wollte Andrei (Lucas und mein Chef) dann, dass wir ihm das Ganze mal vortragen. Gesagt, getan. Genau 30 Minuten habe ich für meinen Vortrag gebraucht. Und schon war Andrei am Rumquängeln. Norman hatte zwar gesagt 30 Minuten, aber Andrei meinte, die anderen Praktikanten (da es meistens 4 an einem Meeting waren) mussten alle nur 15 Minuten, also sollten Luca und ich aus seiner Sicht auch nur 15 bis 20 Minuten vortragen. Also hab ich dann meine Präsentation am Donnerstagabend noch eben etwas gekürzt.

Freitagmittag war es dann soweit. Nach einer kurzen Vorstellung von Norman ging es dann auch mit meiner Präsentation los. Genau 20 Minuten hab ich gebraucht. Optimal. Und sonst war es auch ganz in Ordnung. Zumindest meinten Andrei und Norman hinterher, dass es gut war. Lucas Präsentation ebenfalls. Er war ja nach mir dran. Luca hat's sogar mal geschafft, halbwegs laut zu reden. Der spricht sonst auf den Meetings, die wir jeden Montag innerhalb der Gruppe hatten, immer so leise, dass man ihn nicht versteht.

Und jetzt? Noch zwei Wochen Arbeit, danach noch zwei Wochen Freizeit, und dann geht es schon wieder zurück nach Hause. Die Zeit vergeht doch echt schnell, grade wenn es Richtung Ende geht.



11.08.2008, 23:55 h PDT

"Me First and the Gimme Gimmes"-Konzert in San Francisco

Neben dem Besuch des Flugzeugträgers stand abends noch ein Konzert von Me First and the Gimme Gimmes in San Francisco auf dem Plan. Diese Band ist ein Zusammenschluss von Spielern anderer Bands (für die, denen das etwas sagt: Spike Slawson von Swingin' Utters, Joey Cape von Lagwagon, Chris Shiflett von Foo Fighters, Fat Mike von NOFX und Dave Raun von Lagwagon). Dabei ist die Philosophie dieser Band, die verschiedensten bekannten Lieder von verschiedenen Interpreten (von Bob Dylan über die Beatles bis hin zu R. Kelly) zu covern und in einer Punk-Rock Version wiederzugeben. Ich habe diese Band irgendwann durch Zufall auf Grund eines CD-Covers in einem CD-Laden entdeckt und mir die CD gleich gekauft. Seitdem bin ich ein großer Fan dieser eher unbekannten Combo. Durch die Bekanntheit der Lieder macht es auch schnell echt Spaß, sich das Ganze anzuhören. Nachdem sie letztes Jahr auf dem Hurricane-Festival in Scheeßel aufgetreten sind, habe ich mich sehr gefreut, dass ich nun die Chance bekomme, diese Band ein zweites Mal zu sehen. Ich habe zufällig im Internet gesehen, dass sie ein Konzert in einem Club in San Francisco geben. Also hab ich zwei Karten bestellt. Nachdem ich Ron ja vor Kurzem zu einem Konzert einer Band in San Francisco gefolgt bin, die ich bisher nicht kannte, ist er dieses Mal mir gefolgt und hat auch eine neue Band kennen gelernt.

Also ging es nach dem Besuch des Flugzeugträgers über die Bay Bridge (und weil noch viel Zeit war, mit einem Zwischenstopp auf Treasure Island) nach San Francisco. Wie schon zuvor in Oakland bzw. Alameda, haben wir nun auch hier eine Gegend kennen gelernt, die wohl in keinem Reiseführer erwähnt wird. Die Gegend erinnerte mehr an das, was man sich unter dem New Yorker Stadtteil Brooklyn oder der Bronx vorstellen würde. Viele Lagerhallen und Firmengebäude und auch Müll lag einiger rum, was man sonst aus San Francisco eigentlich nicht kennt. Man würde eigentlich nicht so auf die Idee kommen, dort einen Club zu suchen. Der Club (Parkside) an sich war auch recht klein (als Erklärung für die Bremer unter euch: der Club könnte durchaus zwischen Capribar, Römer und Lila Eule im Viertel zu finden sein). Dementsprechend war die Anzahl Besucher auch sehr klein. Umso besser, dass wir die Tickets im Vorfeld im Internet bestellt haben, denn das Konzert war ausverkauft, und die Schlange der Leute, die darauf hofften, noch Tickets zu bekommen, die irgendwie über sind, wurde immer länger.

Nach 2 Vorgruppen (Ashtray und Black Fag) haben dann auch endlich Me First and the Gimme Gimmes losgelegt und das Haus gerockt. Die 15 $ waren definitiv gut investiert, und auch wenn ich heute irgendwie die ganze Zeit gedanklich noch im Bett war, hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Hier findet ihr ein Video auf Youtube von dieser Band (ich bin mir sicher, dass ihr den Titel kennt).



11.08.2008, 23:30 h PDT

Flugzeugträger USS Hornet

Am Sonntag stand wieder eine nicht ganz alltägliche Tour auf dem Programm. Das Ziel war der Flugzeugträger USS Hornet, der als Museum am Pier von Alameda (an der San Francisco Bay, südlich von Oakland) steht. Offensichtlich scheint der Flugzeugträger nicht gerade ein Massentourismus-Ziel zu sein, denn die Fahrt dorthin war schon nicht ganz so einfach. Trotz Wegbeschreibung hatten wir einige Mühe, das Ziel zu finden. Der Weg führte durch das Hafengebiet in Alameda auf Straßen zwischen Hallen und Gebäuden, die mehr nach Firmengelände als nach öffentlicher Straße aussahen. Irgendwann hatten wir es aber endlich gefunden.

Die USS Hornet ist ein Flugzeugträger der Essex-Klasse (die zahlenmäßig größte Klasse von Flugzeugträgern der US Navy). Die USS Hornet CV-12 wurde 1943 in Dienst gestellt und ersetzte die 1942 gesunkene USS Hornet CV-8. Durch den Zeitpunkt hat dieses Schiff einige Ereignisse miterlebt, die wir heute in Geschichtsbüchern wiederfinden können. Kurz gefasst hat dieses Schiff am 2. Weltkrieg, dem Koreakrieg und dem Vietnamkrieg teilgenommen. Die wahrscheinlich bekannteste Schlacht, an der die USS Hornet beteiligt war, war die Invasion der japanischen Insel Iwo Jima, bei der unter anderem auch das sehr berühmte Bild aufgenommen wurde, bei dem US-Soldaten die amerikanische Flagge aufrichten.

Neben unzähligen Schlachten gab es aber auch eine bedeutende Mission des Flugzeugträgers, auf die die ehemaligen Besatzungsmitglieder noch heute stolz sind. Als am 24. Juli 1969 die Astronauten der Apollo 11 Mission (die Mission bei der Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betreten hat) zur Erde zurückgekehrt ist, war die USS Hornet das Schiff, das für die Bergung der Kapsel und ihrer drei Besatzungsmitglieder zuständig war.

Der Antrieb des Schiffes erfolgte über eine Dampfturbine und hatte eine Leitung von 156.194 PS. Diese gewaltige Leistung bringt die 27.100 Tonnen Gewicht auf eine Höchstgeschwindigkeit von 33 Knoten (ca. 61 km/h). Ganz energiesparend ist das Ganze natürlich nicht. Die Reichweite mit den 6.161 Tonnen Treibstoff an Bord lag zwischen 4.100 Seemeilen (= ca. 7.500 km) bei Höchstgeschwindigkeit und 16.900 Seemeilen (ca. 31.000 km) bei 15 Knoten. Wie schon einmal erwähnt, messen die Amis ihren Spritverbrauch in mpg (Meilen pro Gallone). Es kam natürlich die Frage nach dem Verbrauch in mpg für dieses Schiff. Irgendjemand hat mal berechnet, dass 1 Gallone Treibstoff (3,8 Liter) das Schiff 3 Fuß (ca. einen Meter) bewegt. Es hat eine Länge von 265,8 m, eine Breite von 45 m und einen Tiefgang von 8,8 m. Auf diesem Raum befanden sich im Dienst 2.600 Mann Besatzung und 80 bis 100 Flugzeuge.

Im Jahr 1970 ist die USS Hornet außer Dienst gegangen. Seit 1998 steht sie in Alameda der Öffentlichkeit zum Besuch offen. Auf dem größten Teil des Schiffes können sich die Besucher frei bewegen und das Schiff erkunden. Manche Räumlichkeiten dürfen allerdings nur im Rahmen einer Führung betreten werden, wie zum Beispiel der Maschinenraum und die "Insel" (so wird der Turm auf dem Flugdeck bezeichnet, auf dem sich die Brücke befindet). Die Führungen werden geleitet von Frewilligen, die ehemalige Beszungsmitglieder sind. Duruch bekommt man aus erster Hand erzählt, wie der Alltag auf so einem Flugzeugträger ist.

Ich kann jedem, der mal hier in der Nähe Urlaub macht, nur empfehlen, sich das einmal anzugucken. Einen Flugzeugträger kriegt man ja nicht jeden Tag zu sehen und außerdem scheint das Ganze ein Geheimtipp zu sein, da ich davon bisher in keinem Reiseführer etwas gesehen habe. Am besten im Internet nach USS Hornet Museum suchen und ne Wegbeschreibung (ganz wichtig!!!) ausdrucken. Über die Bay Bridge ist Alameda von San Francisco in weniger als einer halben Stunde erreichbar. Auf dem Rückweg bietet es sich dann noch an, auf Treasure Island einen Stopp zu machen und einen super Blick auf die Skyline von San Francisco, die Golden Gate Bridge und Alcatraz zu genießen. Auch das scheint ein Geheimtipp zu sein, da dort nicht so viele Touristen herumlaufen, dabei ist der Ausblick super und wer bis zum Sonnenuntergang wartet und das Glück hat, dass grade mal kein Nebel da ist, kann die Sonne hinter der Golden Gate Bridge im Meer versinken sehen (hatte ich das nich auch schon mal irgendwo berichtet?)



09.08.2008, 19:20 h PDT

NFL - The Battle of the Bay
San Francisco 49ers vs. Oakland Raiders

American Football fehlte bisher noch auf meiner Liste der amerikanischen Sportarten, die ich unbedingt mal sehen wollte. Eigentlich geht die Football-Saison hier in den USA erst im September los, aber wie in Deutschland beim Fußball gibt es auch beim American Football sogenannte "preseason games", die als Vorbereitung für die Saison dienen.

Ein so ein Spiel fand am Freitagabend in Oakland im McAfee Coliseum statt. Allerdings war es nicht einfach irgendein Spiel, sondern "The Battle oft he Bay" ("Die Schlacht der Bucht"). San Francisco und Oakland sind Nachbarstädte, die (nur) durch die San Francisco Bay getrennt sind. Allerdings sind die beiden Städte durch die ca. 8 km lange San Francisco - Oakland Bay Bridge direkt miteinander verbunden. Auch wenn beide Teams zwar in der gleichen Liga, aber dennoch in verschiedenen Divisionen (ich glaube ich habe über die Eigenarten von Divisionen in amerikanischen Sportarten schon mal irgendwo berichtet) spielen, gibt es durch die Nähe der beiden Mannschaften zueinander doch eine sehr große Rivalität. Das Aufeinandertreffen beider Teams in einem Spiel gegeneinander tritt in der regulären Saison durch die unterschiedlichen Divisionen zwar sehr selten auf, aber in Preseason-Spielen doch recht häufig. Das wird dann als "Battle of the Bay" bezeichnet und dürfte mindestens die gleichen Feindschaften hervorrufen wie in der Bundesliga, wenn Hamburg und Bremen oder Schalke und Dortmund aufeinandertreffen (wobei zwischen San Francisco und Oakland ja wirklich nur eine Brücke liegt, also ist es dort noch etwas schlimmer). Der Sieger des Spiels darf sich dann als das beste Team in der Bay Area bezeichnen.

Als ich die Werbung im TV für das Spiel gesehen habe, war mir klar, dass ich da unbedingt hin muss. Gesagt, getan. Anfang der Woche Karten bestellt. Da die Kartenpreise von 36 $ bis 160 $ reichen, habe ich mich für die günstigsten entschieden. Freitagabend nach der Arbeit gings dann auch los Richtung Oakland, nachdem ich noch eben ne Wegbeschreibung auf der Arbeit ausgedruckt habe. Der Routenplaner sagt ca. 39 Minuten. Das Spiel geht um 19 h los, also sind wir um 17:45 h losgefahren. Sollte also keine Zeitprobleme geben. Denkste! Der Verkehr um die Zeit in die Richtung (vielleicht auch grade wegen des Spiels) war die Hölle. So haben wir bis zum Stadion erst mal 90 Minuten gebraucht. Als das Stadion dann von der Autobahnabfahrt aus in Sichtweite war, dachten wir, dass wir es jetzt geschafft haben. Auch hier hatten wir uns getäuscht. Man braucht erst mal nen Parkplatz. Ne halbe Stunde später hatten wir den dann auch endlich. Dann noch einmal ums Stadion rennen, um die im Internet bestellten Tickets am Schalter abzuholen und wieder zurück und bis in den 3. Stock zu unseren Plätzen. Als wir es endlich bis dahin geschafft haben, war das Spiel auch mehr oder weniger zur Hälfte um. Aber das macht nichts. Es hat sich trotzdem gelohnt.

Wie funktioniert American Football? Im Prinzip ist das Spiel ganz schnell erklärt. Zwei Mannschaften, ein (eierförmiger) Ball und ein Feld. Auf dem Feld sieht man alle 5 Yard (1 Yard = 0,91 m) ne Linie. Die Linien werden von der Mitte aus in beide Richtungen von 50 rückwärts bis 0 gezählt. Das Gebiet hinter der 0-Yard-Linie wird als Endzone bezeichnet. Beide Mannschaften stehen sich jetzt auf dem Feld gegenüber und eine Mannschaft hat den Ball (das wird dann als offense (Angriff) bezeichnet). Die andere Mannschaft ist dran mit Verteidigen (defense). Die Aufgabe der angreifenden Mannschaft ist es nun, den Ball möglichst weit in die Richtung des Gegeners zu bringen, bevor der Spieler, der den Ball hat, von Spielern der verteidigenden Mannschaft ihn zu Boden bringt. Dafür hat die angreifende Mannschaft 4 Versuche. Innerhalb dieser 4 Versuche muss der Ball vom Startpunkt aus mindestens 10 Yard zurücklegen, bevor der Spieler zu Fall gebracht wird oder der Ball den Boden berührt. Gelingt das dem angreifenden Team, gibt es wieder 4 neue Versuche, in denen sie wieder 10 Yard zurücklegen müssen. Schaffen sie es nicht, wird gewechselt und die andere Mannschaft ist dran mit Angreifen. Schafft es das angreifende Team, den Ball in die Endzone des anderen Teams zu bringen, heißt das Touch Down und bringt 6 Punkte. Desweiteren hat man noch die Möglichkeit, nach einem Touch Down oder anstelle eines 4. Versuchs ein Field Goal zu schießen. Dabei muss der Ball vom Feld aus zwischen den Stangen des Tors oberhalb der waagerechten Stange durchgeschossen werden (das sieht aus wie ein H, was unten nur in der Mitte einen Fuß hat). Das wiederum bringt aus dem Spiel heraus 3 Punkte, bzw. nach dem Touch Down einen Punkt.

Das Spiel gestern haben die Oakland Raiders mit 18:6 gewonnen.

Interessant war es auch, das Ganze drum herum zu beobachten. Das ging schon auf dem Parkplatz los. Das hatte ein bisschen was von dem, was ich sonst vom Hurricane-Festival kenne. Die Leute sitzen auf Campingstühlen unter Pavillons auf dem Parkplatz und grillen fröhlich vor sich hin und bereiten sich mit Bier geistig auf das Spiel vor. Aber auch im Stadion selbst ist eine unglaubliche Atmosphäre. So hört man natürlich an allen Ecken die "Raaaaaaaaaaaaaideeeeeeeeeeeeeers, Raaaaaaaaaaaaaideeeeeeeeeeeeeers, Raaaaaaaaaaaaaideeeeeeeeeeeeeers"-Rufe. Trotz der Nähe zu San Francisco waren die 49er-Fans doch deutlich in der Unterzahl. Ich hab mich in der Pause mit einem unterhalten, der auf der Bank hinter mir saß. Er hat mir erzählt, dass ich nicht glauben soll, dass es überall so abgeht beim American Football. Das Stadion in Oakland mit seinen Fans ist das verrückteste an der Westküste, wenn nicht sogar in den ganzen USA. Und das hat man auch gemerkt.

Hätte ich die Chance, würd ich sofort wieder zu einem Spiel gehen. Dann allerdings würde ich früher losfahren und vorher auch auf dem Parkplatz meinen Grill aufbauen.


09.08.2008, 17:45 h PDT

Erdbeben in Los Angeles

Nach dem Erdbeben in der letzten Woche in Los Angeles hat der ein oder andere bei mir nachgefragt, ob man hier was davon mitbekommen hat. Daher möchte ich an dieser Stelle die Frage einmal für alle beantworten.

Um es kurz zu sagen, haben wir hier nichts, wirklich gar nichts mitbekommen. Mit gar nichts mitbekommen meine ich in dem Fall, dass ich von dem Erdbeben erst was erfahren habe, nachdem Leute aus Deutschland mir davon erzählt haben. Das ist auf der einen Seite ein Zeichen dafür, dass es nicht so schlimm gewesen sein kann, auf der anderen Seite zeigt das auch wieder ganz deutlich die Nachrichtenpolitik der USA. Nachrichten gucken haben wir uns hier schnell abgewöhnt. Es lohnt sich einfach nicht. Da erfährt man sowieso nicht, was los ist. In den Nachrichten hier wird von allem berichtet, was im Umkreis von 50 km passiert. Das entspricht in etwa der Entfernung, die im wilden Westen unter einem Tagesritt bekannt war. Alles, was darüber hinausgeht, interessiert die Leute hier recht wenig und wird daher auch nicht berichtet. Ausnahme sind da nur irgendwelche Berichte über den kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger order wenn es irgendwelche neuen Informationen zu den Präsidentschaftswahlen gibt. Davon wird sogar recht viel berichtet. Das ist hier eine echt große Nummer. Immerhin sind ja auch im November Wahlen, und die Vorwahlen, bei denen abgestimmt wird, welche Partei welchen Kandidaten ins Rennen schicken, sind abgeschlossen. Jetzt geht es tatsächlich direkt darum, wer hier demnächst Präsident wird. Ist schon witzig, wie so ein Land wie die USA ein ganzes Jahr mit Wählen verbringen kann, bis sie endlich nen neuen Präsidenten haben. Das ist noch umständlicher als die Papstwahl. Glücklicherweise bin ich zu den eigentlichen Präsidentschaftswahlen nicht mehr hier und brauche daher hier im Blog auch das Wahlsystem nicht zu erklären, was viele Amerikaner selbst nicht verstehen.

Nun aber zurück zum Thema. Nachdem ich von dem Erdbeben gehört habe, habe ich natürlich mal etwas recherchiert, um zu wissen, was denn da eigentlich los war. Erdbeben sind in Kalifornien keine Seltenheit. Der Grund dafür ist, dass Kalifornien direkt am St.-Andreas-Graben liegt, wo zwei Kontinentalplatten aufeinandertreffen. Bewegen sich diese Platten, gibt es ein Erdbeben. Das passiert eigentlich täglich. Allerdings sind diese Erdbebenmeist nicht spürbar, sondern nur messbar. Die Stärke der Erdbeben wird üblicherweise mit der Stärke auf der Richterskala angegeben, die wie folgt eingeteilt ist:

Richter- Magnituden Einteilung der Erdbebenstärke Erdbebenauswirkungen Häufigkeit der Ereignisse
Weniger als 2.0 Mikro Mikroerdbeben, nicht spürbar ca. 8.000 Mal pro Tag
2.0-2.9 Extrem leicht Generell nicht spürbar, jedoch gemessen ca. 1.000 Mal pro Tag
3.0-3.9 Sehr leicht Oft spürbar, Schäden jedoch sehr selten ca. 49.000 Mal pro Jahr (vermutet)
4.0-4.9 Leicht Sichtbares Bewegen von Zimmergegenständen, Erschütterungsgeräusche. Meist keine Schäden ca. 6.200 Mal pro Jahr (vermutet)
5.0-5.9 Mittel Bei anfälligen Gebäuden ernste Schäden, bei robusten Gebäuden leichte oder keine Schäden ca. 800 Mal pro Jahr
6.0-6.9 Stark Zerstörung im Umkreis von bis zu 70 Kilometern ca. 120 pro Jahr
7.0-7.9 Groß Zerstörung über weite Gebiete ca. 18 pro Jahr
8.0-8.9 Sehr groß Zerstörung in Bereichen von einigen hundert Kilometern ca. 1 pro Jahr
9.0-9.9 Extrem groß Zerstörung in Bereichen von tausenden Kilometern ca. alle 1 bis 20 Jahre
10.0+ Globale Katastrophe Niemals registriert Extrem selten (unbekannt)

(Quelle: www.wikipedia.de)

Das Erdbeben in Los Angeles hatte eine Stärke von 5.4 und hat ca. 30 Sekunden gedauert. Obwohl es bei dieser Stärke schon ganz ordentlich rumpelt, sind keine Schäden oder Verletzten festgestellt worden. Das Erdbeben ist damit das stärkste Beben in LA seit 10 Jahren.

Vergleicht man Erbebenstärken von ihrer Energie her mit Sprengstoff, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Stärke 4.0 in etwa der Energie einer kleinen Atombombe entspricht. 5.0 entspricht der Energie, die die Atombombe hatte, die die Amerikaner 1945 auf Nagasaki geworfen haben. 7.0 entspricht der größten thermonuklearen Bombe, die je getestet wurde.

Hier im Silicon Valley gab es das letzte große Erdbeben im Oktober 2007. Die Praktikanten, die zu der Zeit hier waren, haben berichtet, dass es dort so doll gebebt hat, dass das Wasser fast aus dem Swimmingpool rausgeschwappt ist, den wir vor der Haustür haben. Das Erdbeben hatte eine Stärke von 5.6 und war also noch etwas doller als das in Los Angeles. Es war das stärkste Beben hier in der Gegend seit 1989.

Wenn man hier in Kalifornien von Erdbeben redet, dann hört man immer den Begriff "the big one" (das Große). Die Kalifornier wissen, wie erdbebengefährdet die Gegend ist, und sie leben mit der Tatsache, und im Normalfall beeinträchtigen auch Erdbeben wie das im letzten Jahr nicht besonders großartig den Alltag. Allerdings lebt man hier auch in dem Glauben, dass es irgendwann ein richtig großes Erdbeben geben wird, bei dem vieles zerstört wird. Dieses Beben nennen sie "the big one".

Auf der anderen Seite ist man sich einig, dass man lieber hin und wieder mal ein Erdbeben hat, als wie in anderen Bundesstaaten (wie Texas oder Florida) Tornados, die durch die Orte ziehen und dabei alles zerstören, was ihnen in den Weg kommt.


29.07.2008, 13:00 h PDT

Zu Besuch bei Hitchcocks Vögeln in Bodega Bay
von Franz (Michaels Vater)

Am Sonntag sind wir zusammen mit Michael nach Bodega Bay gefahren. Dort hat Alfred Hitchcock in den 60er Jahren seinen berühmten Film "Die Vögel"' gedreht. Einige der Orte und Gebäude, die im Film mitspielen, gibt es tatsächlich (und immer noch!).

Bodega Bay liegt ungefähr 60 Meilen nördlich von San Francisco an der Pazifikküste. Wir sind also zunächst nach San Francisco gefahren, dort über die Golden Gate Bridge (natürlich wie meistens im Nebel) und dann weiter die Küste entlang nach Norden. Es war eine Serpentinenfahrt durch die Berge mit zum Teil herrlichem Blick auf die Felsenküste. Allein deswegen hätte sich die Fahrt schon gelohnt.

So dauerte es ziemlich lange, bis wir in Bodega Bay ankamen. Unterwegs wollten wir noch einen Abstecher zum Leuchtturm in Point Reyes machen, haben das Vorhaben dann aber kurz vor Schluss abgebrochen. Es war sehr diesig-neblig, man sah kaum etwas von der Gegend, und wir hätten noch eine längere Strecke zu Fuß laufen und dann noch 300 Stufen zum Leuchttum runtersteigen müssen, den wir nur aus allernächster Nähe hätten sehen können. - In Bodega Bay lockerten die Wolken schließlich ganz auf, und es gab wieder strahlenden Sonnenschein.

In Bodega Bay haben wir dann natürlich die bekannten Orte aus dem Film gesucht. Das Restaurant "The Tides Wharf" (im Film Restaurant und Tankstelle) gibt es noch, sieht inzwischen natürlich anders (größer und moderner) aus, und die Tankstelle ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite. So gut wie unverändert sind die Schule (Potter School, im Film "Bodega School") und die Kirche. Allerdings befinden sie sich im Ort Bodega, sieben Meilen von Bodega Bay entfernt, nicht direkt an der Bay, wie der Film suggeriert. Das Wohnhaus der Lehrerin unterhalb der Schule war nur eine Filmattrappe (dort steht jetzt ein Haus im selben Stil). Ebenso das Haus der Brenners. Das Filmhaus stand an der Bay auf einer Anhöhe. Einige der Szenen (z. B. die Geburtstagsfeier) sind dort gedreht worden.

Falls jemand mal auf denselben Gedanken kommt wie wir: Bei der Information neben der Tankstelle kann man sich eine Liste besorgen, wo welche Orte aus dem Film sind.

Für die Rückfahrt haben wir uns dann doch für den Highway 101 entschieden. In San Francisco haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp gemacht, sind über die Bay Bridge nach Treasure Island rübergefahren und haben uns von da aus das beleuchtete Stadtpanorama angeschaut. Bei klarem Wetter hätte man die Sonne hinter der Golden Gate Bridge untergehen sehen können. Das Glück war uns leider verwehrt.


28.07.2008, 23:00 h PDT

Drag Racing auf dem Infineon Raceway in Sonoma

Joe (ein Arbeitskollege von mir) wollte uns mal etwas richtig Amerikanisches zeigen, was es in Europa so gut wie gar nicht live zu sehen gibt. Da denkt man vielleicht erst mal an Baseball und American Football. Allerdings haben wir Baseball ja schon hinter uns und American Football wird auch in Deutschland immer bekannter. Joes Idee war Drag Racing. Also ging es am Samstag zum Infineon Raceway in Sonoma nördlich der San Francisco Bay.

Drag Racing ist auch als Viertelmeilenrennen oder Beschleunigungsrennen bekannt. Der Name sagt eigentlich alles, und auch sonst ist der Sport bzw. so ein Rennen recht schnell erklärt. Es starten immer zwei Wagen im Zweikampf gegeneinander. Die Strecke ist eine Viertelmeile (ca. 400 Meter) lang, und wer als Erster über die Ziellinie kommt, hat gewonnen. Klingt erst mal sehr unspektakulär, als wenn zwei Autos eine Runde auf dem Sportplatz um die Wette fahren. Ganz so ist es allerdings nicht. Es gibt verschiedene Kategorien. Sie reichen von frisierten Serienfahrzeugen, die mit normalem Benzin fahren, bis hin zu speziellen Dragstern, die mit Methanol betank werden. Interessant wird es natürlich bei letzteren (auch Top Fuel Dragster) genannt. Die Strecke ist, wie schon gesagt, ca. 400 Meter lang und geht schnurgeradeaus. Die Dragster haben bis zu 1500 PS (das ist mehr als das 30-Fache von Mamas Opel Corsa). Die höchste Geschwindigkeit, die an dem Tag gemessen wurde, war 306 Meilen pro Stunde, was fast 500 km/h entspricht. Da kann man sich auch schnell überlegen, dass man auch nicht unbedingt eine kurvige Strecke damit fahren will.

Wenn die Wagen an den Start gebracht werden, werden zunächst die Reifen aufgewärmt, um die beste Haftung auf der Straße zu haben. Das passiert dadurch, dass man die Reifen für ein paar Sekunden auf dem Asphalt durchdrehen lässt (qualmt wie Sau). Dann werden die Wagen an die Startlinie gebracht, und die Fahrer warten auf das Startzeichen. Wenn die Ampel auf Grün springt, wird beschleunigt, was der Wagen hergibt, und nach 400 Metern hinter der Ziellinie werden die Wagen durch Fallschirme wieder abgebremst.

Man kann sich die Beschleunigung und die Kraft, die da im Spiel ist, nur sehr schwer vorstellen, und noch schwerer lässt sich das Ganze beschreiben. Wenn man das Ganze live sieht, kriegt man schon einen kleinen Eindruck davon. Wenn die Top Fuel Dragster beschleunigen, machen die Motoren so einen gewalten Lärm, dass es selbst mit Ohrenstöpseln noch laut ist. Ich habe mir einen Lauf ohne Ohrenstöpsel angetan. Ich bin ja durchaus sehr unempfindlich für Lautstärke, aber das war wirklich extrem. Wenn die Dragster an der Tribüne vorbeihämmern, vibriert durch die Motoren bzw. durch den Schall die komplette Stahltribüne und der Körper fängt an zu vibrieren wie der Vibrationsalarm von einem Handy. Manchmal flackern sogar kurzzeitig die Augen von den Vibrationen. Joe hatte uns geraten, Ohrenstöpsel mit zubringen. Das haben wir natürlich vergessen. Zuerst gab's ein paar Läufe von den "kleineren" Dragstern. Das war zwar schon etwas laut, aber man konnte es mit etwas Schmerzunempfindlichkeit ohne Ohrenstöpsel aushalten. Wir haben uns dann aber dazu entschieden, doch Ohrenstöpsel an einem der 1000 Stände zu kaufen. Diese zwei Dollar waren bestens investiert, wie sich später bei den Top Fuel Dragstern schnell zeigte. Ein weiteres Zeichen für die unglaublichen Kräfte, die da auftreten, waren unsere Arme und Gesichter. Sie waren am Ende des Tages übersät von schwarzen Flecken. Diese Flecken sind winzige Gummipartikel, die bei der Beschleunigung von den Reifen geschleudert werden. Man sieht beim Anfahren richtig, wie die Reifen von der Rotation nach außen ausgedehnt werden. Joe hat uns ein Video gezeigt, wo mit einer Hochgeschwindigkeitskamera der Reifen eines Dragsters beim Anfahren gefilmt wurde. Dort sieht man, dass die Kräfte so groß sind, dass sich zuerst die Felge anfängt zu drehen und später erst der Gummibezug von den Reifen, da er durch die Reibung am Boden (obwohl er fest an der Felge anliegt) nicht sofort die Geschwindigkeit der Felge aufnehmen kann.

Wie bei allen Sportveranstaltungen stecken auch hier viele Sponsoren dahinter. So gibt es viele Rennställe, hinter denen ein großer Sponsor steht wie Monster Energy Drink, UPS, DHL, Budwiser, Harley Davidson usw. Witzig war ein Rennstall zu sehen, der von der US Army gesponsert wird. Da musste ich unweigerlich versuchen mir vorzustellen, wie die amerikanischen Streitkräfte im Irak versuchen, da mit nem Dragster durch die Wüste zu fahren.

So sinnlos der Sport auch bei genauerem Nachdenken auch erscheinen mag, war es doch auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis.


29.07.2008, 12:00 h PDT

Die Alten sind zu Besuch
von Franz (Michaels Vater)

Dass es ein paar Tage ruhig hier im Blog wurde, hat den einfachen Grund, dass Michaels Eltern zu Besuch sind und ihn abends und am Wochenende in Beschlag nehmen. Wir sind am Montag, 21.07.2007 nachmittags hier angekommen und bleiben bis Donnerstag, 31.07.2008. Wir wohnen im Plaza Suites, in der Nähe von Michaels Arbeitsplatz. So können wir abends schnell zu ihm rüberfahren, um ihn dort in Empfang zu nehmen.

Überhaupt: "fahren"! Ich glaube, ich bin noch nie in meinem Leben so viel in so kurzer Zeit Auto gefahren. Ohne Auto geht hier nichts. Wir haben die Zeit natürlich auch genutzt, um etwas von der Gegend zu sehen. Über Tag ohne Michael, abends und wochenendens mit ihm. Das Silicon Valley haben wir wohl komplett abgegrast, zusätzlich haben wir verschiedene Ausflüge gemacht, nach San Francisco, Half Moon Bay, Santa Cruz, in den Big Basin Redwoods State Park und nach Capitola, das ist ein kleiner niedlicher Ort an der Küste, nahe Santa Cruz. Vermutlich habe ich noch das ein oder andere vergessen.

Bei Michael in der Firma waren wir natürlich auch. Es war sehr interessant, alles mit eigenen Augen sehen zu können, was wir nur aus Michaels Beschreibungen kannten.

Naja, ich will euch nicht mit den Details unseres Besuchs langweilen. Uns gefällt es gut hier, das Wetter ist toll, und wir entspannen uns. Und Michael findet es, glaube ich, auch toll, dass er sich nicht selbst sein Abendessen machen muss, sondern bequem mit uns essen gehen kann :-)


20.07.2008, 23:30 h PDT

White Mountain

Auch wenn der Titel erst mal danach aussehen mag, stand an diesem Wochenende keine Wanderung auf dem Plan. Trotzdem waren wir natürlich mal wieder auf Tour. Das Ziel hieß diesmal White Mountain in der Sierra Nevada. Es befindet sich südöstlich vom Yosemite National Park und nördlich von Death Valley. Außerdem kurz vor der östlichen Grenze Kaliforniens zu Nevada.

Der White Mountain selbst war eigentlich gar nicht unser Ziel. Allerdings die Bergkette. Dort befinden sich ganz besondere Bäume. Sogenannte Bristlecone Pines (Borstenkiefern). Diese Bäume sind zum Teil fast 5000 Jahre alt und leben noch immer. Sie sehen zwar nicht so aus, als würden sie noch leben, aber tatsächlich tun sie das. 5000 Jahre sind für einen Baum ein sehr erstaunliches Alter (sie gehören damit zu den ältesten Bäumen der Welt). Erstaunlich ist aber auch die Umgebung, in der sie stehen. Sie stehen in knapp 4000 Meter Höhe in den White Mountains auf sehr steinigem Boden. Desweiteren ist das Klima dort sehr trocken. Death Valley ist von dort aus nur etwa eine Stunde entfernt und Death Valley ist einer der wärmsten und trockensten Orte der Welt. Unser Thermometer im Auto hat 100 °F angezeigt, was etwa 38 °C entspricht.

Dementsprechend ist auch der Weg dorthin nicht ganz so einfach. Steile Straßen mit einer Steigung bis zu 26 %, Serpentinen und einiges andere muss man auf dem Weg hinter sich bringen. Wir hatten an diesem Wochenende keinen Mietwagen, also sind Ron, Yves, Peter und ich dort mit unserem Auto (dem 15 Jahre alten Audi 90 Quattro) hingefahren. Peter hatte im Vorfeld etwas Angst, dass das Auto die Strecke nicht schaffen könnte, da er schon mal mit einem Bekannten in einem alten Auto dort hingefahren ist, das dann die steilen Straßen nicht überlebt hat. Ron und ich hingegen hatten da keine Angst und konnten Peter von deutscher Qualitätsware überzeugen. Der Audi hat die Strecke absolut ohne Probleme geschafft. An einer Stelle kam Rauch aus unserer Lüftung, der auch sehr verbrannt gerochen hat. Der kam allerdings nicht von unserem Auto, sondern von dem Auto, was uns von oben entgegenkam. Der war grade dabei, seine Bremsen ganz ordentlich zu verbrennen. Das ist eben das Problem, wenn man nur Automatik fährt und von niedrigen Gängen keine Ahnung hat. Dann muss man bergab eben die ganze Zeit mit dem Fuß auf der Bremse stehen.

Neben uns 4 waren auch noch 4 Freunde von Peter aus Los Angeles gekommen. Sie wollten von ihm lernen, wie man so super Fotos macht wie er (www.peterparkgallery.com). Natürlich will Peter nicht irgendwelche Fotos machen. Es muss immer etwas Besonderes sein. Also haben wir drauf gewartet, dass die Sonne untergeht und der Mond aufgeht. Die Nacht vorher war Vollmond. Dementsprechend war der Mond extrem hell. So einen hellen Mond habe ich noch nie gesehen. Er war (wenn er nicht grad hinter Wolken war) so hell, dass ich problemlos meinen eigenen Schatten sehen konnte. Als es dann richtig "dunkel" (also Sonne weg, Mond da) war, ging es los mit dem Fotografieren. Peter und seine Kumpels hatten alle ihre super Ausrüstung dabei. Einer hatte sogar ne Kamera im Wert von 25.000 $. Dagegen konnte ich mit meiner kleinen Digitalkamera im Hosentaschenformat nicht viel machen. Meine Bilder waren einfach nur schwarz. Allerdings hab ich es irgendwann dann mit ein paar Tipps vom Profi doch hinbekommen, etwas aufs Bild zu kriegen. Zwar noch etwas dunkel, aber man kann was erkennen. Ron war mit seiner Kamera schon ein bisschen besser dran als ich, aber mit Peter & Co konnte auch er nicht mithalten. Meine Bilder könnt ihr im Fotoalbum bewundern. Die Nachtbilder wurden wirklich bei Nacht (wir haben bis morgens um 1 h Fotos gemacht) gemacht und nicht bei Dämmerung oder so. Hinten im Album findet ihr auch zum Vergleich noch ein paar Bilder von Ron (meine sind die, die CIMG heißen, Rons sind die, die IMG heißen) zum Vergleich. Die nächsten Tage kriege ich vielleicht auch noch ein Bild von Peter. Dann könnt ihr auch dazu noch nen Vergleich sehen.

Die Nacht haben wir in Big Pine verbracht. Ein kleiner Ort in einem Indianergebiet der Paiute-Indianer. Dort sieht man wirklich noch etwas vom Wilden Westen. Die Orte erinnern mit ihren Gebäuden schon an die Zeit, und die Umgebung ist (wenn man sich den Highway und die Hochspannungsleitungen wegdenkt) Prärie, wie man sie aus dem Film kennt.


20.07.2008, 23:15 h PDT

Coldplay Konzert

Ich hatte in einem Artikel ja schon mal erwähnt, dass ich mir hier durchaus noch das ein oder andere Konzert angucken werde. Daher stand am Freitag das Konzert von Coldplay auf dem Plan. Der Veranstaltungsort war der HP Paviillion, den ich ja schon von dem Eishockeyspiel der San Jose Sharks kannte. Daher wusste ich auch schon, dass die Parkplätze teuer sein werden. Also haben wir uns nach der Arbeit mit der Straßenbahn auf den Weg gemacht. Die öffentlichen Verkehrsmittel hier im Silicon Valley (und mit Ausnahme von New York und vielleicht noch zwei oder drei anderen großen Städten in den USA) sind ein Witz. Es gibt sie zwar, aber man muss sie schon suchen. Glücklicherweise hält die "Straßenbahn" direkt vor der Firma, und die Linie hält ebenfalls direkt vor dem HP Paviillion.

Das Konzert war echt gut. Die Halle war fast ausverkauft. Interessanterweise gab es keine Stehplätze. Das habe ich vorher noch auf keinem Konzert der Art gesehen. Außerdem war es sehr witzig zu sehen, wie die Amis bei solchen Events völlig ausflippen. So eine Stimmung habe ich auf Konzerten in Deutschland selten erlebt.


20.07.2008, 23:00 h PDT

Cathedral Peak bei Sonnenaufgang

Da ich es bisher nicht geschafft habe, hier ein kurzer Beitrag zum letzten Wochenende. Wie ihr vielleicht bereits im Fotoalbum gesehen habt, ging es am letzten Wochenende zum Catherdral Peak. Da ich über den Peak selbst schon berichtet habe (siehe Artikel "Cathedral Peak - Yosemite National Park"), brauche ich darüber eigentlich nicht mehr viel sagen.

Das, was diese Wanderung so besonders gemacht hat, ist die Tatsache, dass es dieses Mal eine Nachtwanderung war. Wir haben uns also am Freitag nach der Arbeit auf den Weg gemacht und die Wanderung am Samstagmorgen um 2 Uhr begonnen. Da wir sehr gut in der Zeit lagen, haben wir, kurz bevor es aus dem Wald raus an den Aufstieg zur Spitze ging, eine lange Pause gemacht. Unser Ziel war es, den Sonnenaufgang von oben zu sehen. Damit wir nicht vor Sonnenaufgang so lange dort oben warten müssen (da es dort doch etwas windig ist und dann auf Dauer echt kalt wird), haben wir die Pause im windgeschützten Wald auf einer Lichtung verbracht, womit wir uns ca. eine Stunde Zeit gelassen haben. Die Zeit konnte man sehr gut damit verbringen, die Sterne anzugucken. Es war eine sternenklare Nacht, und da wir uns ja schon ziemlich hoch befanden und es weit und breit keine Beleuchtung gab, konnte man die Sterne sehr gut sehen. Man konnte sogar die Milchstraße sehen, so klar war der Himmel.

Nach der langen Pause ging es dann auf die Spitze, von wo aus wir dann einen sehr schönen Sonnenaufgang beobachten konnten. Nachdem wir einige Zeit dort oben verbracht haben, ging es wieder auf den Rückweg zum Auto. Ron, Clara und ich hatten uns vorher dazu entschieden, nicht am Samstag nach der Wanderung wieder nach Hause zu fahren, da es nach über 30 Stunden Wachsein doch recht anstrengend ist, noch ca. 300 km Auto zu fahren. Wir hatten uns daher eine Unterkunft in Groveland gemietet, wo wir abends gegrillt und die Nacht verbracht haben. Den Rest des Tages haben wir am Mono Lake verbracht, der sich östlich des Yosemite Parks befindet. Bevor es am Sonntag auf den Rückweg ging, sind wir noch einmal in den Yosemite Park gefahren. Wir wollten einfach mal die Gelegenheit nutzen, dass wir etwas Zeit haben, uns mal etwas in dem Park umzusehen, um zu sehen, was es dort sonst noch so gibt. Außer den langen Wanderwegen haben wir ja sonst noch nichts vom Park gesehen. Nachdem wir uns einige Zeit im Yosemite Valley umgesehen haben, ging es dann wieder nach Hause.


10.07.2008, 23:00 h PDT

Waldbrände in Kalifornien

In letzter Zeit wird mir oft die Frage gestellt, ob ich was von den Waldbränden mitbekomme, die hier in Kalifornien brennen. Aus gegebenem Anlass werde ich also mal ein bisschen darüber berichten.

Waldbrände sind im Sommer in Kalifornien nichts Ungewöhnliches. Jahr für Jahr brennen große Waldstücke in allen Gebieten dieses Bundesstaates. Das liegt nicht zuletzt an der großen Trockenheit, die hier im Sommer herrscht. Ich habe die letzten Regentropfen hier vor 3 Monaten gesehen und richtigen Regen konnte man das auch nicht nennen.

Die Gründe für den Ausbruch eines Waldbrandes können verschiedene sein. Zum einen kann so etwas durch zum Beispiel unachtsam weggeworfene Zigarettenstummel oder durch einen heißen Katalysator eines Autos passieren. Auf der anderen Seite werden auch einige Feuer (illegal) absichtlich gelegt (Brandrohdung).

Dieses Jahr ist die Lage allerdings deutlich dramatischer als sonst. Mein Arbeitskollege hat mir heute erzählt, dass ein Bekannter von ihm Feuerwehrmann ist. Seit den 70er Jahren und er hat nie ein Jahr erlebt mit mehr als 170 Waldbränden in Kalifornien. Dieses Jahr ist die Zahl deutlich höher. Offizielle Quellen (California Department of Forestry and Fire Protection) berichten von derzeit über 1700 Waldbränden in diesem Jahr, also dem 10-Fachen, was man sonst so erlebt hier. Durch diese Anzahl Feuer sind allein in diesem Jahr nur hier in Kalifornien bereits fast 300.000 Hektar dem Feuer zum Opfer gefallen. Da der Sommer noch lange nicht vorbei ist und viele der Feuer bisher auch nicht unter Kontrolle sind, wird die Zahl mit Sicherheit am Ende des Sommers noch deutlich höher ein.

Warum gibt es in diesem Jahr so außergewöhnlich viele Feuer? Der Grund hierfür (wie mir berichtet wurde) liegt darin, dass es einen sehr warmen Sturm vor einiger Zeit gebracht hat, der ein Gewitter über viele Waldstücke geschoben hat. Diese Gewittergebiete haben zwar jede Menge Blitze gebracht, allerdings keinen Regen, und so hat jeder Blitz, der irgendwo eingeschlagen ist, munter seinen eigenen Waldbrand erzeugt. Das hat eine sehr große Zahl an Waldbränden verursacht. Dazu kommen natürlich noch die Waldbrände, die durch die üblichen (schon erwähnten) Ursachen entstanden sind.

Wie wird man der Lage jetzt Herr? Ich weiß von Bill (einem Feuerwehrmann hier aus Sunnyvale von der Wache in der Nachbarschaft), dass im letzten Jahr bei einem der großen Waldbrände in San Diego (fast 800 km entfernt von hier) eines der Fahrzeuge aus seiner Wache auch dort unten im Einsatz war. Es werden also Feuerwehren aus dem ganzen Bundesstaat zusammengezogen. Was aber tun, wenn es mehr Feuer gibt als Feuerwehr? Man ist inzwischen hier dazu übergegangen, nur noch die Feuer zu bekämpfen, bei denen Personen oder Gebäude in Gefahr sind. Alles andere lässt man einfach brennen, da man einfach nicht die Mittel hat, etwas dagegen zu tun. Es befinden sich zurzeit 20.018 Feuerwehrleute im Einsatz, 1.507 Feuerwehrfahrzeuge, 429 Hand Crews, 282 Bulldozer, 418 Wassertender und 108 Helikopter.

Es sind aktuell über 13.000 Wohnhäuser, 141 Firmengebäude und 2.600 Außengebäude (von Bauernhöfen oder Ähnlichem) gefährdet, und es fielen bereits 100 Wohnhäuser und einige andere Gebäude den Flammen zum Opfer. Neben vielen Landstraßen sind wegen der Feuer unter anderem auch Teile der Highways 1, 32, 70, 96 und 299 gesperrt. Außerdem wurden Personen in den Gebieten Butte, Kern, Monterey, Santa Barbara, Shasta und Trinity evakuiert, und weitere Gebiete bereiten sich auf eine mögliche Evakuierung vor.

Was kriege ich hier aktuell von den Feuern (live) mit?

Die erste Bekanntschaft mit Buschfeuer gab es auf unserem letzten Trip in den Yosemite National Park. Dort konnte man streckenweise Rauch sehen und riechen. Auf dem Trip am letzten Wochenende nach Oregon konnten wir vom Highway aus einige Waldbrände beobachten in Form von Rauch, der aus den Wäldern aufsteigt.

Hier im Silicon Valley haben wir zwar keinen Wald und daher keinen Waldbrand, aber man merkt es trotzdem. Auch der Santa Clara District ist betroffen. Wie weit es von hier entfernt ist, weiß ich nicht, aber man kann es riechen und man kann den Rauch sehen. Wenn man durch die Umgebung fährt, könnte man meinen, dass das Wetter etwas "diesig" ist. In Wirklichkeit ist es aber Rauch von den Waldbränden, der die Sicht mehr und mehr beeinträchtigt. Ich kriege also durchaus was von den Feuern hier mit, auch wenn ich davon nicht direkt betroffen bin (und es mit Sicherheit auch nicht sein werde).

Wer sich für die aktuelle Waldbrandlage interessiert, dem rate ich, die Seite des Department of Forestry and Fire Protection (www.fire.ca.gov) zu besuchen. Dort gibt es neben den aktuellen Zahlen auch Karten zu sehen, auf denen die großen Waldbrände eingezeichnet sind.


06.07.2008, 23:00 h PDT

DCI Western Championships

Samstagabend stand wieder ein Drum Corps International Contest auf dem Plan. Austragungsort war das Stadion der Stanford University (siehe Artikel Stanford University). Neben den Corps, die auch beim letzten Contest (siehe Artikel DCI Moonlight Classic in Stockton) schon anwesend waren, gab es nun zusätzlich noch The Academy, Pacific Crest und Phantom Regiment und damit drei weitere Corps aus der World Class zu sehen. Für mich besonders interessant war The Academy, da ich das Corps vorher noch nie gesehen habe. Außerdem muss ich sagen, dass mir Phantom Regiment zur Abwechslung auch mal gut gefallen hat mit dem Programm Spartakus. Die Show Spartakus erinnerte teilweise mehr an ein Musical oder eine Broadway Show und war sehr publikumswirksam.

Am Ende sah die Punkteverteilung wie folgt aus:

World Class
1. Blue Devils 83.3
2. Phantom Regiment 81.6
3. Santa Clara Vanguard 80.15
4. Pacific Crest 72.75
5. The Academy 68.8
6. Mandarins 67.6

Open Class
1. Blue Devils B 72.15
2. Santa Clara Vanguard Cadets 70.8
3. Mystikal 57.3
4. Blue Devils C 49.9

All age Corps
San Francisco Renegades 68.6


Damit liegen Blue Devils weiterhin vorne.

Das Schöne an dem Contest für mich war, dass ich Leute dabei hatte (Yves und außerdem meinen Arbeitskollegen Joe mit seiner Freundin), die vorher nie Drum Corps gesehen haben. Auf der einen Seite musste ich dadurch viel erklären warum, wieso, weshalb usw., auf der anderen Seite ist es immer interessant, die Meinung von Leuten zu hören, die so etwas vorher nie gesehen haben und hinterher schwer beeindruckt und sehr begeistert sind.

Ich bin gespannt, wie die Saison weitergeht. Auch wenn das für mich der letzte Contest war, den ich in dieser Saison zu sehen bekomme.


06.07.2008, 23:00 h PDT

Independence-Day-Campingtour zum Crater Lake nach Oregon

Am Freitag war Independence Day. Neben Thanksgiving wohl der wichtigste amerikanische Feiertag. Wer erwartet hat, dass wir den Tag in San Francisco mit großem Feuerwerk verbracht haben, den muss ich leider enttäuschen. Unser Plan für das lange Wochenende war ein Trip zum Crater Lake nach Oregon. Also haben wir Donnerstag schon gegen Mittag Feierabend gemacht und uns auf den Weg gemacht. Naja, Mittag war es nicht mehr wirklich. Clara musste noch etwas beenden, was nicht verschoben werden kann, wir sind daher erst um 14:30 h losgefahren. Clara und Estelle haben noch Mietwagentage von der Firma, und daher hatten wir für den Trip zwei Mietwagen, mit denen wir 6 (Yves, Ron, Clara, Estelle und ihr Freund und ich) uns dann auf den Weg gemacht haben. Estelle ist mit dem einen Auto zusammen mit ihrem Freund und Yves schon etwas eher losgefahren, weil sie noch mal zum Flughafen nach San Jose musste, da Estelle, als sie den Mietwagen da abgeholt haben, ihr Handy dort vergessen hat.

Als wir dann unterwegs waren, haben wir schnell festgestellt, dass wir nicht die Einzigen waren, die die Idee hatten, die Bay Area zu verlassen über das lange Wochenende. So haben wir für die ersten 125 Meilen (ca. 200 km) statt geplanter 2 Stunden 4,5 Stunden gebraucht. Als wir dann endlich aus dem Bereich der Bay Area heraus waren, ging es dann aber voran, sodass wir die letzten 275 Meilen (ca. 450 km) dann recht flott fahren konnten. Durch die ganzen Verzögerungen sind wir dann erst nach über 8 Stunden Fahrzeit um 23 Uhr auf dem Campingplatz gewesen, also mussten wir unsere Zelte im Dunkeln aufbauen. Erstaunlicherweise ging das ganz schnell, so dass wir dann auch zum gemütlichen Teil übergehen konnten. Da wir 3 Leute pro Auto wahren, konnten wir uns mit dem Fahren abwechseln. Bei so einer langen Strecke ist das gar nicht so schlecht. Ich hab wie immer die Nachtschicht übernommen.

Der Campingplatz war etwas merkwürdig, bzw. waren die Leute merkwürdig. Ich kenne es eigentlich so, dass abends überall Leute an ihren Zelten sitzen und reden, Bier trinken, Musik hören oder was auch immer machen. Auf dem Campingplatz hat man nur wenige Leute außerhalb ihrer Zelte gesehen und gehört.

Am nächsten Morgen ging es dann von da aus zum Crater Lake. Unser Campingplatz war von dort etwa 2 Stunden entfernt. Die Campingplätze direkt an dem Nationalpark waren schon ausgebucht. Im Nachhinein war das auch ganz gut so, denn der Crater Lake liegt ca. 1800 Meter hoch, und Oregon ist auch ist auch ein ganzes Stück nördlich von der Bay Area, daher ist es dort nachts sehr kalt (um die 3 °C). Unser Campingplatz lag nicht so weit oben, und daher konnte man es dort in der Nacht gut aushalten.

Der Crater Lake war ursprünglich ein Vulkan. Nachdem der Vulkan eingestürzt ist, wurde aus dem entstandenen Krater durch Regenwasser und Tauwasser ein See. Dadurch, dass kein Fluss in den See fließt, ist das Wasser sehr sauber. Der See zählt als der sauberste in Nordamerika. Eine Messung hat ergeben, dass man über 40 Meter tief in das Wasser blicken kann. Desweiteren ist der See mit 594 Metern an der tiefsten Stelle der zweittiefste in Nordamerika. Durch die hohe Reinheit erscheint das Wasser extrem blau. Auf Bildern sieht es oft so aus, als wäre das Blau am Computer nachbearbeitet. Tatsächlich ist es aber noch blauer, als es aussieht.

Der Grund für die Farbe ist die Streuung des Sonnenlichts. In der Physik ist der Effekt bekannt als Rayleigh-Streuung. Lange Wellenlängen des Lichts (wie zum Beispiel Rot) werden vom Wasser eher absorbiert ("aufgesogen"), anstatt gestreut zu werden, als kurze Wellenlängen wie Blau. Sieht man sich einen Regenbogen an, ist das einfach die Aufspaltung von weißem Sonnenlicht in seine Bestandteile (= Farben). Die Reihenfolge der Farben ist von Rot (langwellig) über Gelb (kürzere Wellenlänge als Rot) und Grün (noch kürzere Wellenlänge) bis hin zu Blau (ganz kurze Wellenlänge). Wenn das weiße Sonnenlicht auf den See trifft, werden die langen Wellenlängen (also Rot usw.) absorbiert ("aufgesogen"), und nur das kurzwellige Blau wird gestreut und reflektiert. Durch die hohe Reinheit ist der Effekt bei dem Wasser im Crater Lake besonders gut zu beobachten. Daher erscheint das Wasser blauer als anderes Wasser. In Wirklichkeit ist das Wasser aber nicht blau sondern erscheint nur so. Am Rand, wo das Wasser nicht ganz so tief ist, erscheint es grünlich. Grün hat ebenfalls eine kurze Wellenlänge (etwas länger als Blau). Da das Wasser dort nicht so tief ist, wird das grüne Licht dort weniger absorbiert und daher mehr reflektiert als an den tieferen Stellen. Daher erscheint das Wasser am Rand etwas grünlich. Der gleiche Effekt ist im Übrigen auch dafür verantwortlich, dass uns der Himmel blau erscheint und dass wir abends einen roten Sonnenuntergang sehen können (wer das Ganze jetzt genauer wissen will und wissen will, ob da was dran ist, dass ein roter Sonnenuntergang bedeutet, dass am nächsten Tag das Wetter gut wird, kann sich gerne jederzeit bei mir (zum Beispiel per Mail) melden).

Die Wasseroberfläche des Sees liegt in etwa 1800 Metern Höhe. Das umliegende Gelände liegt bis zu 2700 Meter hoch. Sollte jemand von euch mal zufällig in die Nähe von diesem See kommen, solltet ihr euch den auf jeden Fall angucken. Es lohnt sich wirklich.

Abends stand dann Grillen auf dem Campingplatz auf dem Plan. Ein Auto ist schon etwas eher zurückgefahren. Ron, Yves und ich sind etwas länger geblieben, weil wir den Sonnenuntergang über dem See sehen wollten. Das ist aber leider wegen der Wolken, die langsam mehr wurden, nichts geworden. Die anderen, die schon vorgefahren sind (mit Estelle am Steuer) waren allerdings nicht viel eher als wir am Campingplatz als wir. Der Grund dafür war eine Polizeikontrolle. Grade am Independence Day kontrolliert die Polizei viele Autofahrer. Allerdings gab es für diese Kontrolle auch einen guten Grund, denn Estelle ist ca. 25 Meilen pro Stunde (ca. 40 Km/h) zu schnell gefahren. Praktischerweise hat sie statt ihrem kalifornischen Führerschein ihren französischen Führerschein vorgezeigt. Das in Verbindung mit einem Mietwagen hat dazu geführt, dass der Sherif sie lediglich ermahnt hat, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. Eine Geldstrafe wäre sicherlich teuer gewesen.

Ganz ohne Feuerwerk mussten wir allerdings nicht auskommen. Wir konnten vom Auto aus ein paar Feuerwerke aus den Nachbarorten sehen.

Samstagmorgen haben Yves und ich uns mit einem der beiden Autos auf den Weg nach Hause gemacht, weil wir für abends eine Karte für den Drum Corps Contest in Stanford hatten. Die anderen sind noch weiter zum Redwoods-Nationalpark in Nordkalifornien gefahren und haben dort noch eine Nacht im Zelt übernachtet.

Der Rückweg ging mit ca. 6 Stunden Fahrzeit recht schnell, so dass wir noch Zeit hatten, das Auto auszuladen, bevor es weiterging zum Contest.


29.06.2008, 20:30 h PDT

Cathedral Peak - Yosemite National Park

Kaum ist Wochenende, steht auch schon wieder irgendwas auf dem Programmplan. Soll ja schließlich nicht langweilig werden. Es ging ein weiteres Mal in den Yosemite National Park zu einer Wanderung mit Peter, also haben wir uns am Samstagmorgen um 7:30 h von der Firma (wo wir uns mit den anderen getroffen haben) auf den Weg gemacht. Das Ziel der Wanderung war dieses Mal der Cathedral Peak. Vor ein paar Wochen haben wir den Cathedral Lake (siehe Artikel "Cathedral Lake") besucht. Dieser See hat (wie schon in dem Artikel zu der Wanderung erwähnt) den Namen dadurch bekommen, dass er vor dem Cathedral Peak liegt. Diesmal stand der Peak selbst auf dem Ziel der Wanderung, dessen Spitze 3326 Meter über dem Meeresspiegel liegt (und damit 364 Meter höher als die Zugspitze (2962 Meter) ist). Die Strecke war wie schon beim Cathedral Lake ca. 7 Meilen und hat etwa wieder 7 Stunden gedauert. Der Schnee, der vor wenigen Wochen noch dort lag, war inzwischen verschwunden. So konnte man dann auch die Landschaft sehen, die sich vor Kurzem noch unter dem Schnee vor uns versteckt hat. Der Nachteil ist, dass jetzt, wo der Schnee weg ist, sehr viele Mücken dort unterwegs sind, da sie sich an den Bächen und Seen sehr wohl fühlen. Trotz Insektenschutz haben die auch munter drauflos gestochen, so dass ich bisher 20 Mückenstiche gezählt hab. Sind bestimmt aber noch ein paar mehr, die ich noch nicht gesehen habe. Die meisten von denen stören zum Glück nicht. Die einzigen, die wirklich nerven, sind die 3, die ich oben auf dem Kopf hab. Ich hätte meine Schirmmütze mal besser nicht abnehmen sollen.

Wer meint, dass das ja irgendwann mal langweilig werden muss, wenn man in so kurzer Zeit schon das zweitemal im gleichen Gebiet unterwegs ist, täuscht sich. Auf Peters Wanderungen erlebt man immer etwas Neues. Auf den Peak führt kein richtiger Wanderweg, so dass man sich auf dem letzten Drittel der Strecke den Weg selbst suchen muss. Aus dem Wandern wird langsam ein Klettern. Irgendwann haben wir einen Punkt erreicht, wo wir beschlossen haben, unsere Rucksäcke zurückzulassen, um den Aufstieg zu erleichtern. Einer von Peters Kumpels fühlte sich nicht so gut und wollte nicht weitergehen. Das kam natürlich sehr passend für uns, so konnte er so lange auf unsere Sachen aufpassen. Es wurde immer steiniger. Irgendwann hatten wir sozusagen die untere Spitze des Peaks erreicht. Dort war erst mal Zeit, um jede Menge Bilder zu machen. Wir waren fast ganz oben. Von dort aus lag nur noch die obere Spitze einige Meter über uns. Um diese zu erreichen, gab es nur einen einzigen Weg: klettern. Ohne das richtige Equipment eine Herausforderung. Also wurden auch die restlichen Dinge wie Wanderstöcke zurückgelassen und jeder kletterte so weit wie er Lust hatte. Ron, Yves und zwei von Peters Kumpels haben es bis auf die oberste Spitze geschafft. Die meisten sind nicht bis ganz oben. Ich habe es bis fast ganz oben geschafft. Allerdings kam dann ein sehr schwieriges Stück. Ich hätte da auch durchaus weiter hoch klettern können, aber ich habe es lieber gelassen. Der Grund dafür ist, dass ich, um da hoch zu kommen, mich mit meinem linken Knie am Felsen hätte abstützen müssen (also das Knie so hoch wie es geht an den Felsen) und dann mit aller Kraft mit dem Knie hoch drücken. Da mir im letzten Jahr bei einer Feuerwehrübung bei einer dummen Bewegung die Kniescheibe raus- und wieder reingesprungen ist und ich dann nen Monat krangeschrieben war, wollte ich das nicht unbedingt riskieren. Ich denke zwar, dass nichts passiert wäre, aber wäre doch etwas passiert, wäre es wohl sehr schwer geworden, dort wieder runterzukommen, und darauf hatte ich nicht wirklich Lust. Also hab ich die letzten paar Schritte nicht mehr getan. Bis ganz oben waren es vielleicht noch 5 Meter, also hat nicht mehr viel gefehlt.

Die Anstrengung, dort hochzuklettern, hat sich auf jeden Fall gelohnt, da man dort einen super Ausblick hatte. Der Abstieg von dort oben war ebenfalls nicht ganz einfach, da man beim Klettern abwärts nicht unbedingt die gleichen Handgriffe und Bewegungen wie aufwärts machen kann. Der Rest des Rückweges war dagegen sehr einfach und ging ziemlich schnell. Es war meine erste Wanderung, bei der wir keine Taschenlampen brauchten. Als wir den Parkplatz erreicht haben, schien noch die Sonne. Es fing aber kurz darauf an zu dämmern, und die dämmerungsaktiven Tiere kamen zum Vorschein. So konnte man auf der Wiese nicht weit vom Parkplatz Rehe auf der Suche nach Futter beobachten. Das Highlight war allerdings ein kleiner Bär, der sich im Wald dem Parkplatz näherte. Also kramten alle schnell ihre Fotoapparate raus, um aus etwas Entfernung ein paar Bilder von ihm zu machen. Ist schon komisch, einen echten Bären in freier Wildbahn aus der Nähe zu sehen. Sowas erlebt man auch im Yosemite National Park nicht jeden Tag.


22.06.2008, 23:30 h PDT

DCI Moonlight Classic in Stockton

Nachdem ich im März und April das ein oder andere Training bei verschiedenen Drum Corps besucht habe (siehe Artikel "Ein Wochenende voller Drum Corps" und "Blue Smoke"), war es nun einmal an der Zeit, sich das Ganze bei einem Contest anzusehen. Dieses Wochenende ist die Contest-Saison in den USA gestartet. Grund genug für mich, mir einen Contest in der Nähe zu suchen. Guckt man sich den Eventkalender von Drum Corps International an, stellt man schnell fest, dass es in und um die San Francisco Bay Area trotz der mehreren hier ansässigen Corps (unter anderem dem amtierenden und 12-fachen Weltmeister Blue Devils und dem sechsfachen Weltmeister [zuletzt 1999]) nur sehr wenige Contests gibt. Daher war die Auswahl, zu welchem Contest ich fahre, nicht sehr groß. Andererseits war es eine sehr interessante Sache, einmal einen Contest am Anfang der Saison zu sehen. In Europa kriegt man meistens (wenn überhaupt) nur etwas von den Performances beim Finale (also am Ende der Saison) mit, nachdem die Corps eine ganze Saison an dem Programm gearbeitet haben.

Ich habe mir also den Contest in Stockton ausgesucht. Das liegt ca. 1.5 Stunden mit dem Auto im Nord-Osten der Bay Area. Praktischerweise brauchte ich da nicht alleine hinzufahren. Ich hatte Stuart (meinen Arbeitskollegen) vorher gefragt, ob er Lust hat, mitzukommen. Stuart ist gebürtiger Brite und hat dort und später hier in den USA in einer Pipeband getrommelt. Daher interessiert er sich durchaus auch für Drum Corps. Also haben er und seine Freundin sich mir angeschlossen. Wenn ich zu einem Contest fahre, wird an den Tickets nicht gespart. Je teurer, desto besser die Plätze. Tickets gab es in zwei Preiskategorien. Ich habe mich für die 35 $ (statt 20 $) entschieden, um möglichst einen guten Platz zu bekommen. Der Plan ging auch bestens auf. Als ich die Tickets per Post bekommen habe, fand ich neben den 3 Tickets für den Contest noch einen Brief mit 3 weiteren Tickets für ein Pre-Show-Event. Wer sich für die teuren Tickets entschieden hat, bekam zusätzlich ein Ticket für ein Dinner VIP Lounge. Also 2 Stunden vor dem Contest da sein und umsonst futtern und Bier trinken. War auf jeden Fall ne feine Sache. Hätte nichts dagegen, wenn man das in Europa auch einführen würde.

Um 17:30 h ging es dann mit dem Contest los, der natürlich (wie es sich für eine Veranstaltung in den USA gehört) mit der Nationalhymne beginnt. Danach kamen die Corps. Auf der Liste standen: Renegades aus San Francisco, Blue Devils B aus Concord, Vanguard Cadets aus Santa Clara, Blue Devils C aus Concord, Mandarins aus Sacramento, Santa Clara Vanguard aus Santa Clara und Blue Devils aus Concord. Vanguards Cadets ist sozusagen das Nachwuchscorps der Santa Clara Vanguard. Ähnlich ist es bei Blue Devils. Das B-Corps ist der Nachwuchs von "den Großen" und das C-Corps der Nachwuchs für das B-Corps. Bei so viel Nachwuchs (der musikalisch schon echt beeindruckend ist) kann man durchaus neidisch werden.

San Francisco Renegades sind ein DCA-Corps (siehe Artikel "Ein Wochenende voller Drum Corps"). Der Grund, dass sie auf einem DCI-Contest auftauchen, ist, dass es in Kalifornien nur zwei DCA-Corps gibt. Alles andere spielt sich weiter im Osten ab. Daher lohnt es sich nicht, in Kalifornien extra Contests für die beiden Corps zu veranstalten. Um den Corps dennoch eine Möglichkeit zu geben, ihre Show zu laufen um sich für das Finale am Ende der Saison vorzubereiten, dürfen diese Corps an Contesten von DCI teilnehmen.

Für mich war es sehr interessant, mal Corps zu sehen, von denen man sonst nicht viel hört, wie zum Beispiel Mandarins. Auch diese Corps bringen eine durchaus gute Leistung, auch wenn sie am Ende nicht mit den ganz Großen mithalten konnten.

Ich muss sagen, dass mir in diesem Jahr (erstmals) das Programm der Santa Clara Vanguard besser gefällt als das der Blue Devils. Das Programm der Devils heißt in diesem Jahr Constantly Risking Absurdity. Der Name trifft es definitiv sehr gut, denn ich habe das Ganze teilweise nicht wirklich verstanden. Aber es kommt bei Drum Corps ja häufiger vor, dass man ein Programm mehrmals gesehen haben muss, um wirklich zu begreifen, was da los ist. Das Endergebnis war wenig überraschend:

World Class
1. Blue Devils (75.9)
2. Santa Clara Vanguard (74)
3. Mandarins (64.6)

Open Class
1. Vanguard Cadets (70.1)
2. Blue Devis B (69.9)
3. Blue Devils C (48.9)

Exhibition
San Francisco Renegades

Damit haben die Blue Devils den ersten Contest gewonnen. Vergleicht man die Punkte mit den anderen DCI-Contests von diesem Wochenende, wo die anderen Corps aufgetreten sind, liegen Blue Devils auch da vorne. Allerdings sind diese Punktzahlen auf verschiedenen Contesten (und daher auch von verschiedenen Wertungsrichtern) entstanden. Daher ist es fraglich, wie direkt man die Punkte miteinander vergleichen kann. Also muss man mal abwarten, wie es aussieht, wenn die ganzen Corps das erste Mal bei einem Contest direkt aufeinander treffen.


21.06.2008, 23:00 h PDT

Party bei Alan

Heute Abend waren wir zu einer Party bei Alan eingeladen. Alan ist ein Abteilungsleiter bei Coherent und der Supervisor von Clara und Yves. Der Anlass für diese Party, die jedes Jahr steigt, ist die Sommersonnenwende, also der längste Tag des Jahres. So waren etwa 85 Leute zu Alan's fabolous summer solstice party zu ihm nach Hause eingeladen. Die Praktikanten waren natürlich auch mit dabei. Luca, Ron und ich arbeiten zwar nicht in seiner Abteilung, aber trotzdem hat er uns netterweise eingeladen. Die Party ging schon nachmittags los. Zu den Gästen gehörten sowohl Arbeitskollegen von Alan mit Anhang (also Frauen und Kinder) und auch sonstige Freunde und Nachbarn. War eine witzige Party. Ich habe vor allem lange Zeit damit verbracht, mich mit einem seiner Nachbarn zu unterhalten. Dieser Nachbar ist deutscher und lebt seit 10 Jahren in den USA. Das war mal ne nette Sache mit ihm über die Unterschiede zwischen Europa und USA zu reden.

Eine Gartenparty hier in Kalifornien zu planen ist im Normalfall nicht so das Problem, wenn es um das Wetter geht, da es ja nur sehr selten regnet. So war es auch heute bestes Wetter. Für meinen Geschmack schon etwas zu gut, da die Temperaturen hart auf die 40 °C zugingen. Da braucht man dann auch nicht mehr viel Bier zu trinken, da die Sonne das Gehirn schon genug grillt.


21.06.2008, 15:30 h PDT

Was wäre wenn?

Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft will ich doch auch zum Thema Fußball (oder Soccer wie es hier genannt wird) etwas schreiben. Die EM ist definitiv derzeit in Europa Gesprächsthema Nummer eins. Hier in den USA interessiert man sich weniger für den europäischen Fußball oder auch generell für Soccer. Umso erstaunlicher finde ich es, dass es einen amerikanischen Sportsender gibt (ESPN2), der alle EM-Spiele zeigt.

Wo ich mir das Basketballspiel so angesehen habe (und das trifft eigentlich auch gleichermaßen auf Baseball, American Football und Eishockey zu), habe ich mir die Frage gestellt, was wohl passieren würde, wenn man Fußball an die amerikanischen Sportarten anpassen würde. Wie das in etwa aussehen würde, werde ich im Folgenden beschreiben:

Zunächst wäre es natürlich wichtig, dass man durch die Vermarktung von Werberechten ordentlich Geld in die Kasse bekommt. Dadurch würde es so sein, dass (und so läuft es in den amerikanischen Sportarten wirklich) das Spiel regelmäßig unterbrochen wird, um im TV Werbung zu zeigen. Die Spieler stehen so lange auf dem Feld rum und warten drauf, dass die Werbeunterbrechung vorbei ist, damit sie weiterspielen können. Desweiteren würde es regelmäßige Timeouts (Unterbrechungen) durch die Trainer geben, damit sie sich noch mal mit ihren Spielern besprechen können.

Ein Fußballspiel dauert in der Regel 90 Minuten. Gibt es ein Foul, einen Elfmeter oder sonst irgendwas, läuft die Zeit weiter. Würde man das an den amerikanischen Sport anpassen, würde die Uhr immer angehalten werden, wenn der Schiedsrichter pfeift. Elfmeter-Schüsse zum Beispiel würden in die Zeit nicht mit reingezählt. Dadurch und durch die oben beschriebenen Werbeunterbrechungen und Timeouts würde ein Spiel zwar 90 Minuten reine Spielzeit haben, allerdings würde es effektiv 3 oder 4 Stunden dauern. Beispiel: Basketball. Ein Spiel geht 4 mal 12 Minuten. Macht eine reine Spielzeit von 48 Minuten (also sogar deutlich kürzer als ein Fußballspiel). Effektiv läuft so ein Spiel aber ca. 3 Stunden. Da kann man sich also überlegen, dass ein 90-Minuten-Fußballspiel damit auf vielleicht sogar 5 oder 6 Stunden kommen würde.

Im Gegenzug dazu würde allerdings mit Ablauf der Zeit das Spiel auf die Sekunde genau vorbei sein. Nachspielzeit würde es nicht geben (die Folge dessen wäre zum Beispiel, dass Deutschland im Halbfinale gegen Kroatien stehen würde und nicht gegen die Türkei, da das Tor, was die Türkei ins Elfmeterschießen gerettet hat, erst in der Nachspielzeit der Verlängerung gefallen ist).

Zur Klärung von Situationen, die unklar sind, würde der Videobeweis eingeführt werden. So würde ein Team von Schiedsrichtern das Spiel auf einem Monitor beobachten, und wenn es unklare Situationen gibt (Tor nach Abseitssituation), wird das Spiel aus verschiedenen Kamerawinkeln unter Zeitlupe begutachtet und dann eine Entscheidung getroffen.

Spiele, die mit einem Unentschieden enden, würde es nicht geben. Man würde also bei einem Spiel, das nach der Regelzeit unentschieden steht, grundsätzlich in die Verlängerung gehen. Ein Unentschieden scheint nicht in die amerikanische Denkweise zu passen.

Eine weitere Änderung wäre, dass Endrunden im "best of seven"-Verfahren gespielt werden. Im Beispiel für die Begegnung Portugal - Deutschland im EM-Viertelfinale würde das heißen, dass die beiden Mannschaften so oft aufeinander treffen, bis eine von beiden 4 Spiele gewonnen hat. Im kürzesten Fall gäbe es also 4 Spiele, im längsten Fall 7 Spiele. Das heißt, das Viertelfinale würde (da es ja 8 Mannschaften im Viertelfinale und damit 4 Begegnungen gibt) aus insgesamt 16 bis 28 Spielen bestehen. Halbfinale wären also zwischen 8 und 14 Spiele und das Finale dann 4 bis 7 Spiele, je nachdem wie schnell es die Teams schaffen, die 4 Siege auf ihre Seite zu bringen.

Ich bin ganz froh, dass Fußball bisher von dem Amerikanisierungswahn verschont geblieben ist.


21.06.2008, 14:30 h PDT

(Deutsche) Autos in USA

Vor ein paar Tagen kam bei mir eine Frage auf, nachdem ich im TV eine Werbung von Volkswagen gesehen habe. Bei der Recherche nach einer Antwort auf diese Frage bin ich auf einige Dinge gestoßen, die ich bis dahin nicht wusste. Auto-Fans werden beim Lesen vielleicht denken: "das weiß ich doch alles schon", aber mir war das meiste davon neu und daher will ich euch das nicht vorenthalten.

Alles ging damit los, dass in einem Werbespot von Volkswagen in einer Fußzeile die Rede war von einem VW Rabbit. Von diesem Wagen habe ich vorher nie gehört und daher wollte ich natürlich wissen, was das für ein Auto ist. Bei meiner Recherche im Internet habe ich dann herausgefunden, dass es sich bei Rabbit um einen anderen Namen für den VW Golf handelt. Als damals die erste Variante des VW Golf in den USA auf den Markt kam, war man es hier zu Lande nicht gewohnt, solch kleine Autos zu sehen, da die Amerikaner ja für ihre großen Straßenkreuzer bekannt sind. Desweiteren fiel der Golf schnell durch seine Wendigkeit auf. Diese beiden Umstände verhalfen dem Auto zu seinem Spitznamen Rabbit (Kaninchen). Dazu kommt, dass es einen Ölkonzern mit dem Namen Gulf Oil gab und man wollte keine Verwechslungsgefahr bei den Namen haben. Die Modelle Golf II bis Golf IV liefen hier wie in Deutschland auch unter dem Namen Golf. Mit der Einführung des Golf V im Jahr 2006 hat Volkswagen offiziell beschlossen, den neuen Golf in den USA offiziell unter dem Namen Rabbit laufen zu lassen.

Desweiteren habe ich mich gewundert, dass es hier so viele VW Jetta gibt. In Deutschland gab es den Jetta bis 1992 und seit Kurzem gibt es wieder ein Jetta-Modell. Allerdings fahren hier sehr viele VW Jetta, die zwar neuer sind als 1992, aber älter als das neue Jetta Modell. Auch hierfür habe ich eine Erklärung gefunden. In Wirklichkeit wurde der Jetta immer gebaut und die Produktion nicht eingestellt. Allerdings hat man das Auto in Europa unter einem anderen Namen verkauft. So ist der Jetta III in Europa unter dem Namen Vento verkauft worden. Der Jetta IV hieß in Europa Bora. Der Jetta V (das aktuelle Modell) wird in Europa jetzt auch wieder unter dem Namen Jetta verkauft. In den USA hat man den Namen Jetta über die Jahre immer bebehalten. Mit den neuen Namen wollte man in Europa die Verkaufszahlen ankurbeln. In den USA dagegen hatte der Jetta bereits Kultstatus erreicht, und daher wollte man dort den Namen beibehalten. Außerdem wollte man unter anderem verhindern, dass der Name des VW Bora in Amerika von dem englischen Wort Boring (=langweilig) abgeleitet wird. Der Jetta ist der meistverkaufte Volkswagen auf dem US-amerikanischen Markt.

Wenn ich dann schon mal dabei war, nach deutschen Autos zu gucken, die in den USA verkauft werden bzw. die man hier auf der Straße sieht, fiel mir auf, dass ich bisher nicht einen einzigen Opel hier gesehen habe. Also habe ich auch da mal ein wenig recherchiert. Zunächst stieß ich dabei auf die Information, dass Opel zum Beispiel in Großbritanien unter dem Namen Vauxhall verkauft. Das wusste ich bereits, aber auch einen Vauxhall habe ich hier noch nicht auf der Straße gesehen. Allerdings habe ich dann herausgefunden, dass Opelmodelle für den US-Markt von dem amerikanischen Hersteller Saturn unter anderem Namen gebaut werden. Also gibt es sozusagen doch Opel in USA zu kaufen. So basiert zum Beispiel der Saturn Aura auf dem Opel Vectra. Und jetzt erklärt sich auch so einiges, denn dieses Auto habe ich hier einmal als Mietwagen gefahren (hab's in einem meiner Artikel auch erwähnt). Irgendwie dachte ich, als ich das Auto gesehen habe, dass es für einen amerikanischen Wagen doch sehr europäisch aussieht. Jetzt ist auch klar, warum.

Weiterhin habe ich rausgefunden, dass in Südamerika Chevrolet für die Herstellung von Opel-Modellen zuständig ist. Somit haben die Chevrolet-Modelle in Südamerika nichts mit den dicken amerikanischen Chevrolets zutun. So gibt es dort zum Beispiel einen Chevy Corsa und usw. zu kaufen. Das Logo von Chevy sieht aus wie ein breites plattgedrücktes Kreuz in Gold. In Südamerika ist dieses Logo verändert. Dort besteht das Logo nur aus den Umrissen dieses Kreuzes in Silber und das Ganze in einem silbernen Kreis. Von Weitem, bzw. wenn man nicht genau hinguckt, sieht das dem Opelzeichen schon sehr ähnlich.

Als Letztes hat mich dann noch interessiert, was es mit den Chevrolet-Modellen zu tun hat, die man in Deutschland kaufen kann, denn seit ein paar Jahren gibt es auch Chevrolet-Autohäuser in Deutschland. Dort bekommt man allerdings nicht die amerikanischen Modelle wie die dicken Pick-ups usw., sondern auch eigentlich nur Autos im typisch europäischen Format. Der Grund dafür ist, dass die Chevy-Modelle für den europäischen Markt eigentlich Daewoo baut. Technisch gesehen, hat man nur das Logo auf den Fahrzeugen durch Chevy-Logos ersetzt. Die Autos sind die gleichen Autos, wie sie vorher von Daewoo verkauft wurden. Damit sind die europäischen Chevy-Modelle eigentlich asiatische und keine amerikanischen Autos.


16.06.2008, 16:00 h PDT

Einfach mal nichts tun

Nachdem die letzten Wochenenden immer irgendwas auf dem Programm stand, war dieses Wochenende einfach nur Rumhängen angesagt. Das war irgendwie auch mal nötig. Kann ja nicht immer großes Programm sein. Freitag haben wir das Wochenende damit begonnen, dass wir nach Feierabend zu St. John's gefahren sind. Dort gibt's die besten Burger überhaupt. Dazu natürlich Bier in 1,5-Liter-Pitchern wie es sich für USA gehört. Nebenbei läuft da immer Sport auf großen Fernsehern. Was auch immer grade aktuell ist. Ein recht großes Thema ist hier zur Zeit Basketball. Los Angeles Lakers und Boston Celtics stehen im Finale. Anders als man es von Fußball kennt, wird hier immer im "best of seven"-Modus gespielt. Das heißt das Finale besteht aus mehreren Spielen zwischen den beiden Mannschaften. Sieger ist der, der zuerst 4 Spiele gewonnen hat. Also gibt es im kürzesten Fall 4 Spiele und im längsten Fall 7 Spiele. Aktuell haben Celtics 3 Spiele und Lakers 1 Spiel gewonnen. Wenn Boston jetzt also im 5. Spiel gewinnt, ist die Finalrunde vorbei und Celtics gewinnen die NBA Championchips. Dieses Prinzip findet man auch in den meisten anderen Sportarten hier in USA.

Fußball-Europameisterschaft bekommt man hier auch ein wenig mit. Immerhin gibt es einen Sender, der die Spiele überträgt. In der Woche hilft uns das nicht viel, da wir zu der Zeit ja auf der Arbeit sind, aber immerhin gibt's überhaupt die Chance, etwas zu sehen. Auf der Arbeit muss dann der Live-Ticker im Internet herhalten (der Internet Live Stream von ARD und ZDF funktioniert leider "aus rechtlichen Gründen" nicht, wenn man sich im Ausland befindet). Außerdem wird auf der Arbeit auch viel drüber geredet, da ja viele Europäer dort arbeiten.

Samstag wurde eigentlich nur zuhause rumgegammelt. Nebenbei ein bisschen Fußball im TV gucken. Ich war zwischendurch noch in San Jose am HP Pavilion, um mir ne Eintrittskarte für das Coldplay-Konzert im nächsten Monat zu holen. Coldplay steht zwar jetzt nicht unbedingt auf der Liste meiner Lieblingsbands, aber ich habe sie 2003 mal auf dem Hurricane-Festival gesehen und es war nich so schlecht, also werd ich mir das Konzert mal antun.

Abends haben wir dann noch spontan ne kleine Grillparty auf unserm Balkon gemacht. Das war ne ganz gute Sache. So war der Samstag wenigstens nicht völlig ohne Programm.

Heute stand ebenfalls außer Fußballgucken nichts auf dem Plan. Dafür fahre ich morgen Abend nach der Arbeit mit Ron nach San Francisco in die Great American Music Hall zu einem Konzert: Biafra Five-O, Come "celebrate" 50 years of Jello plaguing the earth (and the 30th Anniversary of Dead Kennedys). Es spielen Jello Biafra und Melvins. Ehrlich gesagt, hab ich davon noch nie was gehört. Ron hat mir allerdings etwas Musik davon gezeigt und es war gar nicht schlecht. Im Großen und Ganzen kann man das Ganze als Punk-Rock bezeichnen. Ich lass mich also mal überaschen.


08.06.2008, 18:45 h PDT

Half Dome

In den TOP 10 der verrücktesten Pläne die ich je gemacht habe bekommt dieses Wochenende definitiv einen Platz. Ich denke nicht, dass es für den ersten Platz reicht, aber es ist definitiv in den TOP 10 dabei. Dieses Wochenende stand wieder eine Wanderung mit Peter auf dem Plan. Es ging ein weiteres Mal in den Yosemite National Park. Diesmal hieß das Ziel Half Dome. Bevor ich jedoch über die Wanderung selbst schreibe, möchte ich ein Bisschen was über den Half Dome selbst erzählen.

Der Half Dome ist wohl die bekannteste und berüchtigste Sehenswürdigkeit im Yosemite Valley. Der Name Half Dome (Halbkuppel) verdankt der Name seiner Form. Sie ähnelt einer runden Kuppel, die auf der Nordseite abgeschnitten wurde. Die Spitze des Halfdome liegt ca. 1600 Meter über dem Yosemite Valley und damit zwischen 2600 und 2700 Meter über dem Meeresspiegel. Half Dome ist weit aus nicht der höchste Punkt im Yosemite Park (unsere letzte Wanderung zum Cathedral Peak lag schon höher, als Half Dome), dennoch ist die Wanderung auf die Spitze sehr anstrengend, bzw. ist die Wanderung zur Spitze offiziell mit "extrem anstrengend" bewertet.

Vielleicht kennt der ein oder andere die Firma The North Face, die Outdoor-Kleidung (wie zum Beispiel Regen Jacken) herstellt. Das Logo dieser Firma (die in San Francisco gegründet wurde), wurde in Anlehnung an die Form des Half Domes erstellt. Desweiteren ist die steile Seite des Half Domes die Nordseite (zu Englisch: The North Face).

Um 1870 wurde Half Dome als völlig unbegehbar bewertet. Das änderte sich allerdings durch die Erstbesteigung von George Anderson, bei der er Metallsplinte in den Stein bohrte. Im Jahr 1919 wurde eine Stahlseilkonstruktion am Berg angebracht, die es auch Wanderern erlaubt, den Gipfel zu erklimmen. Dadurch besteigen heut zu tage tausende von Wanderern die Spitze. Die Stahlseile sind an Stützen befestigt, so dass sie eine Art Geländer darstellen, die es ermöglichen den steilen Felsen hoch zu klettern. Diese Stahlseile sind das ganze Jahr dort befestigt. Von Anfang Oktober bis Ende Mai werden die Stützen entfernt. Dann liegen die Seile einfach so auf dem Felsen. Sie können dann Trotzdem für die Besteigung genutzt werden. Das wird allerdings von der Parkverwaltung nicht empfohlen. Die "Cable Route" (wie die Strecke mit den Stahlseilen genannt wird) ist mehr oder weniger die gleiche Strecke, die George Adams damals bei der Erstbesteigung genommen hat.

Wundersamer Weise gab es auf der Cable Route von 1971 bis 2007 nur 9 schwerwiegende Abstürze von den Seilen. Davon passierten 3 Stück im Jahr 2007. Im Juni 2007 ein in Sunnyvale lebender Japaner 100 Meter tief in den Tod nachdem er von dem Felsen abgerutscht war. Ein weiteres Sicherheitsrisiko sind Gewitter. Die Parkverwaltung warnt ausdrücklich mit Warnschildern davor, die Spitze zu besteigen, wenn sich Gewitterwolken in Sichtweite (also bis zum Horizont) befinden, da der Half Dome ein bevorzugter Platz für Blitzeinschläge ist.

Sucht man im Internet nach Gewitter und Half Dome findet stößt man bei der Suche immer wieder auf ein legendäres (tragisches) Ereignis vom 27. Juli 1985. 5 Wanderer bestiegen damals am späten Nachmittag die Spitze des Half Dome direkt in das Zentrum eines starken Gewitters. Sie versuchten Schutz in einer Felsspalte auf der Spitze zu finden, um sich vor dem Unwetter in Sicherheit zu bringen. Es trafen gleich zwei Blitze die Spitze des Half Dome. Dabei wurde einer der Wanderer direkt von einem Blitz getroffen und getötet. Ein zweiter wurde von der Wucht des Einschlages über den Rand geschleudert und stürzte in den Tod. Zwei von ihnen wurden schwer verletzt. Andere eintreffende Wanderer leisteten 5 Stunden lang erste Hilfe bis tief in die Nacht. Letztendlich konnten die durch einen Rettungshubschrauber gerettet werden, der nachts um 0:30 im Rennen gegen den sinkenden Mond drei riskante Anflugmanöver auf den Half Dome unternommen hat. Dieses ist wohl die bekannteste Geschichte über Unfälle auf dem Half Dome und wurde auch von Bob Madgic in einem Buch (Shattered Air) veröffentlicht.

Der Grund, warum ich über diesen Vorfall so ausführlich berichte ist, dass Adrian, einer der Überlebenden, heute bei Coherent Arbeitet. Wer meint, dass er seit dem Erlebnis von Half Dome für immer genug hat, hat sich stark geirrt. Adrian unternimmt nach wie vor Wanderungen dort hin und war auch bei unserer Tour an diesem Wochenende mit dabei.

Nun aber zu unserer Tour. Wie bei allen meinen Wanderungen, die ich hier (mit-) mache, war Peter der Initiator. Wir haben uns Freitagabend nach Feierabend auf den Weg in den Yosemite National Park gemacht. Von der Firma sind wir mit 10 Personen los gefahren, die sich auf 2 Autos verteilten. Ron hat wieder einen Mietwagen besorgt. Außerdem waren neben ihm und mir noch Yves und ein Freund von ihm, der zur Zeit ein Praktikum in San Jose macht dabei. Das zweite Auto war mit 6 Kollegen von Coherent (von denen ich vorher niemanden kannte) besetzt. Nach ca. zwei Stunden Fahrt haben wir uns mit Peter (der mit 4 Freunden von ihm gefahren ist) in Oakdale getroffen. Dort wurde erstmal Abendbrot gegessen. Nach dem Essen ging es dann weitere zwei Stunden mit dem Auto in den Yosemite Park. Zur Zeit werden viele Straßenarbeiten in dem Park durchgeführt. Um dort den Verkehr (durch die vielen Touristen) nicht ganz zum erliegen zu bringen, wird auch sehr viel Nachts gearbeitet da Nachts natürlich viel Weniger Verkehr ist. Wir mussten vor einer längeren Baustelle ca. 15 Minuten stoppen bis es weiter ging. Durch die Baustelle wurden wir von einem vorweg fahrenden Fahrzeug (mit der blinkenden Aufschrift "Follow me" begleitet, das uns durch die Baustelle führte (da man nicht jede Spur an jeder Stelle befahren konnte). Das ganze erinnerte etwas an die Autos, die auf dem Flughafen die ankommenden Flugzeuge zu ihren Parkpositionen begleiten.

Als wir dann endlich am Parkplatz angekommen sind, ging es auch gleich um 2h morgens mit dem wandern los (natürlich wieder mit Kopflampen ausgerüstet).Der Himmel war absolut wolkenlos und sternenklar. So eine Wanderung nachts zu starten hat durchaus einige Vorteile. Man hat zum Beispiel beim Aufstieg nicht die extreme Sonne im Nacken. Auch sieht man nicht, was alles an Weg vor einem liegt. Also läuft man einfach. Obwohl die Spitze des Half Dome "nur" 1.6 Km über dem Yosemite Valley liegt, ist die Wanderung dorthin doch recht lang. Die Strecke vom Parkplatz bis zur Spitze und wieder zurück sind ca. 16 Meilen (ca. 26 Km). Gleich am Anfang geht die Strecke mit eine sehr steilen Aufstieg los. Nach ca. einer Stunde denkt man sich dann, dass wenn es so weiter geht, man es niemals bis nach oben schafft, da das doch sehr viel Energie braucht. Allerdings wurde es dann nach etwas Zeit wenigstens etwas flacher, so dass man dann auch etwas besser voran kam. Da Peter das ganze angeleiert hat und er der Erfahrene von uns ist (ich weiß nicht, wie oft er die Strecke schon gelaufen ist, aber dieses Jahr war er schon vor wenigen Wochen einmal da oben) wollte er, dass wir solange es dunkel ist zusammen bleiben, damit es keine Unfälle gibt oder sich jemand verläuft. Dadurch mussten wir am Anfang schon etwas öfter stoppen, damit alle hinterher kommen.

Nach einem ganzen Stück bergauf kamen wir dann in die Nähe eines Wasserfalls (Vernal Fall). Sehen konnte ich von dem Wasserfall nichts, da es ja dunkel ist, aber man konnte ihn hören.Außerdem kam irgendwann einen Punkt wo Peter uns aufgefordert hat Regenkleidung (soweit vorhanden) an zu ziehen. Zum Glück hatte ich meine Regenjacke eingepackt. Sowieso war mein Rucksack dieses Mal optimal beladen. Im Gepäck befanden sich neben der Regenjacke noch eine Jacke mit Kapuze (die ich während der Nacht natürlich auch an hatte), Müsliriegel, 5 Liter Wasser, meine Digitalkamera und Arbeitshandschuhe, die ich am Tag vorher noch im Baumarkt gekauft hab (dazu gibt's später noch eine Erklärung). Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich nichts zuviel und nichts zu wenig mitgeschleppt hab, also optimal (Ok, 1 Liter Wasser war über, aber davon hat man lieber etwas mehr dabei). Ich habe also meine Regenjacke angezogen. Der Grund für die Regenjacken war der besagte Wasserfall. Zu dieser Jahreszeit ist der Fluss noch sehr mit Wasser gefüllt (wegen Tauwasser), daher wird beim Auftreffe des Wassers sehr viel Spritzwasser erzeugt. Es kam einem so vor, als ob es in Strömen regnet. Zum Glück war die Strecke durch das Spritzwasser nicht all zu lang. Nach nicht ganz der Hälfte des Weges nach oben kam ein langes Stück wo es kaum oder garnicht bergauf ging. Das war sehr gut, um wieder Kräfte zu sammeln.

Gegen kurz nach 4h wurde es dann echt kalt. Ich war froh, dass ich die Regenjacke und die Jacke mit der Kapuze dabei hatte. Das ist der kälteste Punkt der Nacht. So gegen 5h dämmerte es dann langsam und zwischen 5.30h und 6h irgendwann sah man dann auch langsam die Spitzen der Berge im Sonnenlicht und irgendwann kam die Sonne dann auch über den Bergen zum Vorschein. Der Himmel war absolut blau und es war keine Wolke am Himmel zu sehen. Man konnte auch den Half Dome sehen, der sich anscheinend nicht sehr weit von uns entfernt befand. Allerdings muss man, um auf die Spitze steigen zu können, einmal ganz um den Berg herum. Daher lag noch einiges an Weg vor uns. Der Schluss des Weges hat es noch einmal richtig in sich. Dort muss man über den blanken Felsen auf sehr steilen und teilweise hohe Stufen, die in den Stein gehauen sind in Serpentinen hoch. Das kostet einem die letzte Energie und man fragt sich, warum man sich das eigentlich antut. Allerdings gibt es keinen Grund aufzugeben, da die Spitze in Sicht und nichtmehr all zu weit ist. Wer meint, dass er es damit geschafft hat, täuscht sich allerdings. Nach besagten Steinstufen und einem Stück über blanken Felsen kommt man auf ein Plateau. Dahinter befindet sich die Zielgrade: Der Half Dome. Von dort zur Spitze sind es nur noch 120 Meter. Aber die haben es sich in sich. Bevor wir uns der letzten Herausforderung stellten, wurde erst mal Pause gemacht um Energie zu tanken… und davon braucht man für das letzte Stück jede Menge. Nach der Pause ging es dann auf die Zielgrade. Der Rucksack wurde dort zurück gelassen. Davor, dass jemand etwas klaut, hatten wir keine Angst. Dafür gibt's mehrere Gründe. Einer davon ist, dass das geklaute ja irgendwie dann mit muss und niemand will wirklich mehr mitschleppen, als nötig. Desweiteren sind die Leute, die sich bis dahin hoch quälen nicht grade die, die etwas klauen und außerdem wird schon jemand aus der Gruppe au die Sachen aufpassen.

Nun war es Zeit für den Endspurt. Auf die Spitze des Half Domes führt nur ein einziger Weg: die besagte Cable Route, bei der man mit Hilfe der angebrachten Stahlseile an dem blanken Felsen die letzten 120 Meter Höhe überwinden muss. Nach offiziellen Angaben ist der Berg an keiner Stelle auf dem "Weg" steiler als 45° grad. Allerdings glaube ich diese Angabe nicht wirklich. Teilweise sieht die Steigung nach etwa 60° aus (als Angabe für Steigung auf einem Verkehrsschild entspräche das etwa 170 %... 45° wären 100 %). Dieses letzte Stück ist auch der Grund für die Arbeitshandschuhe. Ohne Handschuhe will man es sich wirklich nicht antun an den Seilen hoch zu klettern. Ein weiterer Vorteil wenn man Nachts los läuft ist, dass zu der Zeit nicht viele Leute oben sind, so dass man sich nicht in einer Schlange anstellen muss, um an den Seilen hoch zu steigen. So hat man freie Bahn. Für die ca. 120 Meter bis zur Spitze haben wir etwa 20 bis 25 Minuten gebraucht. Es ist schon etwas deprimierend, wenn man sich da hoch quält und andere Tiere neben einem (wie Eidechsen, Eichhörnchen oder Murmeltiere) mit Leichtigkeit den Berg hoch rennen. Das Ganze ist doch sehr Energie raubend. Dafür wird man für alles entschädigt, wenn man die Spitze endlich erreicht hat. Die Aussicht ist wirklich unvergleichbar, vor allem bei dem super Wetter, das wir hatten. Vor allem ist der Blick an der steilen Nordwand die 1600 Meter runter auf das Yosemite Valley sehr beeindruckend.

Nachdem einige Fotos gemacht wurden, ging es wieder auf den Rückweg. Zunächst also an den Seilen wieder den Berg herunter. Langsam wurde es Voller. So gab es auf dem Stück einigen Gegenverkehr und man musste so einige Wanderer, die einem an den Seilen Entgegen kommen vorbei lassen. Nachdem der Rucksack eingesammelt wurde, ging es dann wieder auf den Weg nach unten. Je später es wurde, desto voller wurde der Weg. Sehr viele Leute befanden sich auf dem Weg zum Half Dome. Manche fragten einen, ob es oben windig ist (war es nicht), andere fragten, ob wir von oben kommen und wann wir los gelaufen sind. Auf die Antwort, dass wir morgens um 2h los gelaufen sind, gab es oft nur erstaunte Gesichter. Man sah schon sehr die Anstrengung in den Gesichtern, die sich auf dem Weg nach Oben befanden und noch einiges an Weg vor sich hatten. Zudem wanderte auch die Sonne höher und höher. An vielen Stellen gab es keinen Schatten, so dass man die ganze Zeit direkt von der Sonne gegrillt wird. Außerdem wird es natürlich im Laufe der Zeit generell wärmer und wärmer.

Als ich mich dann auf dem Stück befand, dass wir morgens nur in Dunkelheit "gesehen" hatten, hatte ich Zeit die Landschaft zu bewundern, die ich vorher nicht sehen konnte. Das hat auch einen Vorteil. So sieht man auf dem Abstieg noch was Neues und nicht wie sonst die gleiche Landschaft noch einmal. Nun konnte ich zum Beispiel auch die Wasserfälle sehen. Auf dem Teil, wo wir morgens in Regenjacke gelaufen sind, habe ich auf dem Rückweg mit Absicht meine Jacke ausgelassen. Das war eine willkommene Abkühlung und nach kurzer Zeit war man auch wieder trocken.

Als ich mich dann auf dem Stück befand, dass wir morgens nur in Dunkelheit "gesehen" hatten, hatte ich Zeit die Landschaft zu bewundern, die ich vorher nicht sehen konnte. Das hat auch einen Vorteil. So sieht man auf dem Abstieg noch was Neues und nicht wie sonst die gleiche Landschaft noch einmal. Nun konnte ich zum Beispiel auch die Wasserfälle sehen. Auf dem Teil, wo wir morgens in Regenjacke gelaufen sind, habe ich auf dem Rückweg mit Absicht meine Jacke ausgelassen. Das war eine willkommene Abkühlung und nach kurzer Zeit war man auch wieder trocken.

Erstaunlicherweise hält sich der Muskelkater bisher in Grenzen. Allerdings habe ich die Befürchtung, dass der morgen erst kommt und dann richtig.

Jede Menge Bilder gibt es wie immer Fotoalbum (natürlich unter Pictures2).


01.06.2008, 18:30 h PDT

Zweites Fotoalbum

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, gibt es neuerdings unten im Menü ein zweites Fotoalbum. Der Grund dafür ist, dass anscheinend meine Software, die ich zur Erstellung der Fotoalben verwende, mit der Anzahl Fotos, die sich inzwischen in dem Album gesammelt haben (es sind ja immerhin inzwischen genau 2002 Bilder), nicht mehr klarkommt. Da ich keine große Lust und Zeit habe, nach einer neuen Software zu suchen, habe ich jetzt einfach ein zweites Album angelegt, in das die ganzen zukünftigen Bilder kommen werden.


01.06.2008, 17:30 h PDT

Cathedral Lake - Winter Wonderland

Dieses Wochenende stand mal wieder eine Wanderung mit Peter im Yosemite National Park auf dem Plan. Nachdem vorletztes Wochenende bei Sandras und meinem LA-Trip das Programm ja eher aus Sommer, Sonne, Sonnenschein und Strand bestand, gab es dieses Wochenende ein Kontrastprogramm dazu.

Samstagmorgen ging es um 8:30 h wie schon beim letzten Mal (siehe Artikel "Yosemite Falls") von der Firma Richtung Yosemite National Park. Im Gepäck waren neben Wasser und Müsliriegeln auch wieder die Wanderstöcke (die sich ein weiteres Mal als überaus nützlich erwiesen) und auch die Taschenlampe mit Kopfhalterung. Außerdem habe ich mir vorletzte Woche noch eine Hose besorgt, die man mittels Reißverschluss von einer langen in eine kurze Hose (oder auch umgekehrt) verwandeln kann. Das ist auch bei solchen Wanderungen sehr praktisch, da man sich sonst entweder vorher entscheiden oder mehr Gepäck mitschleppen muss. Auch habe ich dieses Mal meinen MP3-Player mitgenommen. Beim Wandern hat man (auch wenn man in der Gruppe ist) nicht viel Möglichkeit, mit den anderen während des Laufens zu reden, da Peters Wanderungen nicht grade ein Spaziergang sind, und da ist man mehr mit Laufen beschäftigt, als dass man reden kann. Da ist so ein MP3-Player schon ganz praktisch. Wenn man stundenlang mit seinen Gedanken alleine ist, hat man sonst die ganze Zeit irgendwelchen Blödsinn im Kopf, und mit der Musik kann man sich ganz gut ablenken.

Da Ron noch all seine Mietwagentage von der Firma hat, hat er für diesen Trip einen Mietwagen genommen. Außerdem ist Peter mit seiner Frau noch bei uns im Auto mitgefahren. Macht ja mehr Sinn für solche Trips (Yosemite Park ist ca. 300 km von hier entfernt) Fahrgemeinschaften zu bilden.

Am Parkplatz angekommen, mussten wir zunächst erst mal alle Lebensmittel, die wir nicht mitschleppen wollten, aus dem Auto räumen und in spezielle Container legen. Im Yosemite Park leben Bären (amerikanische Schwarzbären). Die Bären können die Lebensmittel im Auto riechen, und daher kann es vorkommen, dass so ein Bär mal versucht, ein Auto aufzukriegen, um an das Essen zu kommen. Daher wurden dort extra Container aufgestellt, die die Bären nicht aufkriegen. So kann man seine Sachen dort deponieren, ohne sie wegschmeißen zu müssen und um das Risiko, dass ein Bär sich am Auto zu schaffen macht, zu senken. Gegen 14:30 h sind wir dann vom Parkplatz losgelaufen. Das Ziel hieß Cathedral Lake. Die Strecke war ca. 12 km lang (ca. 7 Stunden waren wir unterwegs). Unser Startpunkt lag auf einer Höhe von ca. 2860 Meter über Meereshöhe und ging dann etwas über 340 Meter auf 3200 Meter hoch. In solchen Höhen ändert sich auch der Luftdruck (die Luft wird dünner), daher ist das Wandern dadurch auch noch etwas anstrengender.

Cathedral Lake hat seinen Namen daher, dass er direkt neben dem Cathedral Peak liegt. Der Cathedral Peak ist die Spitze eines Berges, die von ihrer Form her sehr an eine Kathedrale erinnert.

Überaschenderweise lag auf dem Weg noch deutlich mehr Schnee als erwartet. Eigentlich kann man gar nicht von Weg reden, denn der eigentliche Weg befand sich unter einer ca. 1 Meter dicken Schneedecke. Dadurch (und weil der Zugang erst seit 2 Wochen wieder für Besucher geöffnet ist) mussten wir uns also größtenteils unseren Weg selbst durch den Schnee suchen. Das zeigt mal wieder die Vielseitigkeit Kaliforniens: Von Hitze und Wüste (Death Valley liegt in Kalifornien und ist eine der trockensten Gegenden auf der Erde) über super Strände am Pazifik bis hin zu Bergen, auf denen auch Anfang Juni noch Schnee zu finden ist.

Am Ziel der Wanderung angekommen, mussten wir feststellen, dass von dem See nicht viel zu sehen war, da er ebenfalls größtenteils von Schnee bedeckt war. Die Eisdecke war allerdings sehr dünn, so dass man den See nicht betreten konnte. Dennoch hat sich die Wanderung gelohnt, da man auch so einen Anblick mit Schnee nicht jeden Tag zu sehen bekommt.

Trotz des Schnees war es die meiste Zeit so warm, dass man in kurzer Hose und T-Shirt problemlos da rumlaufen konnte. Erst als die Sonne langsam unterging, wurde es (grade oben am See) sehr kalt. Da zahlte es sich dann aus, dass ich aus meiner kurzen Hose wieder eine lange machen kann, und dann wurde es auch Zeit, mal etwas Langärmeliges anzuziehen. Das größte Problem waren eigentlich die nassen Füße. Ich war nicht wirklich auf so viel Schnee eingestellt und hatte daher nur meine Sportschuhe an. Die waren von dem Schnee natürlich schnell nass, und irgendwann kam der Schnee auch von oben in die Schuhe. Während der etwas längeren Pause an dem See, wo die Sonne dann auch langsam unterging, haben die Füße echt gefroren. Wenn man dann wieder losgelaufen ist, werden die Füße aber auch wieder warm, und dann ging es wieder. So gegen 21:30 h waren wir wieder zurück am Auto, und um 2:15 h morgens waren wir dann auch wieder zuhause, nachdem wir Peter und seine Frau noch wieder an der Firma abgesetzt haben, da dort ja ihr Auto stand.

Am nächsten Wochenende ist wieder eine Wanderung im Yosemite mit Peter geplant. Mehr wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten.


26.05.2008, 20:00 h PDT

Ergänzung zum letzten Artikel

Wie ich ja im letzten Artikel beschrieben habe, war ich etwas verwirrt über die Gesangseinlage im siebten Inning. Das wollte ich natürlich etwas genauer wissen und habe deswegen ein wenig recherchiert. Dabei habe ich erfahren, dass es grundsätzlich im 7. Inning tradiotionell eine Pause gibt, bei der das Publikum die Chance hat, aufzustehen und sich zu strecken. Hierbei wird von den Fans immer das Lied "Take me out to the ball game" gesungen (hier könnt ihr eine Aufnahme davon bei einem Major-League-Spiel hören, die ich bei Youtube gefunden habe). Seit den Anschlägen am 11. September 2001 wird in den meisten Stadien an Sonntagen (bei den New York Yankees auch bei allen anderen Spielen) zusätzlich "God bless America" gesungen. Auch hierzu habe ich mal eine Aufnahme gesucht. Sie ist zwar nicht von einem Baseballspiel, sondern vom Superbowl (das Endspiel der amerikanischen Footballliga und größtes Sportevent überhaupt in den USA), aber dafür gesungen von Celine Dion. Man merkt schon, dass Patriotismus und Tradition hier sehr wichtig sind. Zu dem Video kommt ihr hier. Um die Sache mit den Traditionen komplett zu machen, habe ich auch noch eine Aufnahme der Hymne herausgesucht. Sie stammt ebenfalls von einem Footballspiel. Ihr könnt sie hier sehen.

Nun aber genug mit amerikanischer Tradition und Patriotismus. Heute ist hier gesetzlicher Feiertag in den Staaten. Heute wird hier der Memorial Day gefeiert. Er ist im Prinzip mit unserem Volkstrauertag zu vergleichen, nur dass es hier weniger um Trauer, als mehr um Heldenverehrung geht. Ich habe den Tag mit Arbeiten verbracht, da ich ja letzte Woche für den Los-Angeles-Trip zwei Tage freihatte und ich die Stunden daher ja irgendwie nachholen muss.

Wer gestern versucht hat, sich die neuesten Bilder auf meiner Homepage anzugucken, wird wahrscheinlich gemerkt haben, dass das nicht geht. Das Problem sollte jetzt gelöst sein und die Alben funktionieren wieder alle. Also viel Spaß damit.


26.05.2008, 01:00 h PDT

Go Giants!

Eine der wohl typischsten Sportarten für die USA ist Baseball. Also wollte ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, einmal ein Baseballspiel live zu sehen. Prinzipiell ist Baseball schnell erklärt. Man kann es mit dem in Deutschland bekannten Brennball vergleichen. Eine Mannschaft ist an der Reihe, die Punkte zu holen, und die andere Mannschaft steht auf dem Feld und versucht das zu verhindern. Der Unterschied zum Brennball ist, dass der Ball nicht direkt von der Mannschaft geworfen wird, die dran ist, die Punkte zu sammeln. Der Ball wird von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft geworfen, und ein Spieler der anderen Mannschaft versucht, diesen mit einem Schläger zu treffen. Gelingt ihm das, darf er loslaufen, und ab da ist es wieder vergleichbar mit Brennball. Dabei ist es das Größte für einen Schläger, einen Homerun zu erzielen. Das hat er dann geschafft, wenn er den Ball auf der gegenüberliegenden Seite aus dem Stadion schießt, da dann die gegnerische Mannschaft keine Chance hat, an diesen Ball zu kommen.

Das Problematische am Baseball ist, dass es sehr viele Regeln gibt und man daher als Nicht-Kenner dieses Sports nicht so ganz nachvollziehen kann, warum der Schiedsrichter so entschieden hat und nicht anders. Die meiste Zeit des Spiels vergeht mit dem Duell zwischen Pitcher (Werfer) und Batter (Schläger). Dabei muss der Werfer den Ball innerhalb eines vorgegebenen Bereiches werfen, und der Schläger muss versuchen ihn zu treffen. Die meiste Zeit ist also nicht sehr viel Action auf dem Feld. Das, was man so aus dem TV kennt mit viel Action und Gerenne und Homeruns ist ein Zusammenschnitt aus einem Spiel, das 3 Stunden gedauert hat. Man stellt schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, so einen Ball zu treffen.

Anders als bei den meisten Sportarten gibt es im Baseball keine Uhr, die abläuft. Es wird in sogenannten Innings gespielt. Ein Inning besteht aus einem Durchgang von beiden Mannschaften. Die Mannschaften werden gewechselt, wenn die Mannschaft, die dran ist mit Schlagen, dreimal "aus" ist. Ein Baseballspiel besteht aus 9 dieser Innings. Gibt es allerdings nach diesen 9 Inning keinen Sieger (wie schon beim Thema Eishockey erwähnt, scheint es keinen amerikanischen Sport zu geben, bei dem man ein Unentschieden hinnimmt), wird so lange ein Inning drangehängt, bis eine der Mannschaften ein Inning als Sieger beendet.

Wir haben uns heute das Spiel San Jose Giants gegen Stockton Ports im Municipal Stadium in San Jose angeguckt. San Jose Giants sind ein sogenanntes High-A Class Team in der Minor League. Übersetzt kann man sagen dritte Liga. Dementsprechend war das Stadion auch recht klein. Allerdings haben wir die Tickets geschenkt bekommen. Joe (ein Kollege von Coherent) hat Freikarten irgendwo herbekommen und sie an uns weitergegeben. Nichtsdestotrotz ist das Niveau dort recht hoch. Die San Jose Giants sind ein sogenanntes Farming Team der San Francisco Giants. San Francisco Giants spielen in der höchsten Baseballliga, die es in den USA gibt. Der Nachwuchs für dieses Team wird bei den San Jose Giants herangezüchtet. Daher auch die Namensverwandtschaft dieser beiden Teams.

Wie es zu erwarten war, ging das Spiel selbstverständlich damit los, dass sich alle von den Sitzen erheben, um die amerikanische Nationalhymne zu singen (ich glaub, ich kann sie bald auswendig, so oft wie man sie hier hört). Die Hymne wird immer live von jemandem gesungen. Diesmal war es recht witzig, da es eine Gruppe von vier Männern war, die von der Art ein bisschen was von Comedian Harmonists hatten. Das brachte auf jeden Fall mal etwas Abwechslung zu der sonst üblichen Frauenstimme. Witzigerweise wurde währenddessen der Text auf der großen Leinwand eingeblendet (hätte man in Deutschland vielleicht auch mal machen sollen, dann hätte sich Sara Connor vielleicht nicht blamiert). Danach ging das Spiel los. Nach 3,5 Stunden gab es dann auch die Entscheidung. Am Ende der 9 regulären Innings stand es 1:1. Also wurde weitergespielt. Im 2. Extrainning brachten die Giants dann die lang ersehnte Entscheidung zum 2:1. Zwischenzeitlich wurde es hin und wieder schon etwas langweilig. Um das Publikum etwas aufzumuntern, wurden zwischen den Innings hin und wieder irgendwelche Spiele gemacht, bei denen es was zu gewinnen gab, und natürlich wurde auch regelmäßig Musik eingespielt, bei der das Publikum dann (fast wie auf Kommando) ausrastete. Was ich nicht ganz verstanden habe, war, dass auf einmal beim Wechsel im 7. Inning das Publikum gebeten wurde, sich zu erheben, um dann God Bless America zu singen. Scheint eine Tradition im amerikanischen Baseball zu sein, aber ganz verstanden hab ich es nicht.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Baseball nicht unbedingt ein spannender Sport ist. Trotzdem ganz interessant, das mal zu sehen, und ich möchte auch immer noch mal ein Spiel der Major League (die höchste Liga) sehen.

Nach dem Spiel ging es dann noch zur Firma. Morgen, am Montag, ist Memorial Day, ein amerikanischer Feiertag. Zu diesem Anlass hat der Freizeitpark Great America ein Feuerwerk veranstaltet. Dieser Park befindet sich in der Nachbarschaft von Coherent. Aus diesem Anlass hat Coherent den Firmenparkplatz an dem Abend für Mitarbeiter und Angehörige geöffnet, damit man von dort aus das Feuerwerk angucken kann.


23.05.2008, 21:00 h PDT

Wie schnell die Zeit doch vergeht

Wie ihr bestimmt an den letzten Beiträgen gemerkt habt, hatte ich Besuch von Sandra. Sie wollte sich natürlich die Chance nicht entgehen lassen, in die USA zu reisen, wenn ich schon mal hier bin. Da ich in der Zeit, wo sie hier war, arbeiten musste und ich dann abends, wenn ich zuhause war, natürlich die Zeit mit Sandra verbringen wollte statt vor dem PC, habe ich sie gebeten, ein bisschen was zu schreiben, damit der Blog nicht zwei Wochen lang leer bleibt. Jetzt ist Sandra wieder auf dem Weg nach Hause (ich habe sie gerade zum Flughafen gefahren) und daher habe ich jetzt auch wieder ein bisschen Zeit, etwas zu schreiben. Also werde ich mal versuchen, mich etwas kurz zu halten über das, was Sandra schon geschrieben hat, und dann über das berichten, was danach noch so passiert ist.

Sandra ist am Sonntag, den 11. Mai, hier angekommen. Da wir in der Zeit, wo sie hier war, nur ein komplettes Wochenende hatten und sie natürlich einiges sehen wollte, wenn sie schon mal hier ist, war also am Sonntag nicht viel Zeit, um sich erst mal vom Flug zu erholen. War auch nicht weiter schlimm, da sie ja (im Gegensatz zu mir) am Montag ausschlafen konnte. Also sind wir vom Flughafen direkt nach San Francisco. Ich hatte vorher schon Karten für Alcatraz besorgt. Alcatraz ist eine kleine Insel in der San Francisco Bay, auf der sich ein altes Gefängnis befindet. Im Volksmund wird diese Insel auch "the Rock" genannt (wie der gleichnamige Film mit Sean Connery und Nicolas Cage). Zunächst wurde Alcatraz als Fort genutzt, um San Francisco vor Räubern und Piraten zu schützen. 1933 wurde es dann zu einem Hochsicherheitsgefängnis umgebaut, in dem viele Schwerverbrecher dieser Zeit gesessen haben (wie zum Beispiel Al Capone). Die Lage des Gefängnisses machte eine Flucht nahezu unmöglich. Dennoch gab es den ein oder anderen Versuch. Den berühmtesten Fluchtversuch gab es im Jahre 1962, der später unter dem Titel "die Flucht von Alcatraz" mit Clint Eastwood verfilmt wurde. 1963 wurde das Gefängnis aus Kostengründen geschlossen. Heute steht die Einrichtung für Touristen offen, die auch einmal erleben wollen, wie es den Gefangenen damals ging.

Wenn jemand von euch mal nach San Francisco kommen sollte, rate ich dazu, Alcatraz einmal zu besuchen. Man bekommt dort eine Audiotour über Kopfhörer (auch in Deutsch verfügbar) bei der man durch das Gefängnis geführt wird. Während der Tour hört man neben den Erklärungen, was man grad zu sehen bekommt, auch einige Interviews und Erzählungen von ehemaligen Angestellten und Gefangenen, begleitet von den Hintergrundgeräuschen, wie man sie damals im Gefängnisbetrieb hören konnte. Da kriegt man schon nen guten Eindruck, wie es gewesen sein muss. Ein Gefangner verbrachte im Schnitt ca. 8 Jahre auf Alcatraz. Von dort ist es zu den Piers von San Francisco 1Œ Meilen. Man hat also einen super Blick auf die Skyline von San Francisco. Für die Gefangenen damals natürlich auch kein schöner Anblick: Die Freiheit so nah und doch so fern.

Mittwoch hatten wir den wärmsten Tag, den ich hier bisher erlebt habe. 100 °F (= ca. 38 °C). Das ist selbst für Kalifornien ungewöhnlich. Mein Kollege hat mir erzählt, dass es im letzten Jahr einen einzigen Tag gab, der so warm war, und das war im Juli. In der Woche stand für mich neben der Arbeit und ein paar Kleinigkeiten nicht viel auf dem Plan. Ich konnte mit meinem Supervisor allerdings einen Deal machen, dass ich diese Woche Montag und Dienstag freibekomme (ich muss die Stunden natürlich nachholen). So hatten wir ein langes Wochenende, an dem wir was unternehmen konnten. Der Plan war ein Roadtrip nach Los Angeles. Wir haben uns also am Samstagvormittag mit dem Auto auf den Weg gemacht. Um nach LA zu kommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Um Sandra ein bisschen was zum Gucken zu bieten, habe ich mich für den California Highway 1 entschieden. Das ist zwar nicht der direkte Weg nach LA, landschaftlich aber sehr schön. Er geht direkt an der Küste (also direkt am Wasser) von San Francisco bis San Diego. Das dauert zwar deutlich länger und ist auch weiter als der direkte Highway, aber es lohnt sich. Wir sind also auf dem Highway von hier bis Santa Cruz gefahren und von da aus dann direkt die Küste entlang. Der erste planmäßige Stopp war in Monterey am südlichen Ende der Monterey Bay. Dort befindet sich der 17 Miles Drive. Diese Straße befindet sich auf einem Privatgrundstück, auf dem sich neben sehr schönen Häusern und Golfplätzen auch eine Straße durch das sehr schöne Waldgebiet bis zum Wasser mit weißem Strand, blauem Wasser und interessanten Felsen, die sich im Wasser befinden, hinzieht. Dort findet sich auch "the Lone Cypress" (die einsame Zypresse). Das ist ein 250 Jahre alter Zypressenbaum, der alleine auf einem Felsen im Wasser steht. Dieser Baum ist nicht nur einer der meist fotografierten Bäume der Welt und Bestandteil des Logos der Privatgemeinschaft, denen dieses Gebiet gehört, sondern auch ein Wahrzeichen Kaliforniens. So ziert ein Bild dieses Baumes zum Beispiel das California Driver Handbook (das Buch, das man vor der Führerscheinprüfung lesen sollte). Ihr findet ein Bild davon im Fotoalbum "32 Roadtrip nach Los Angeles".

Von dort aus ging es nach ein paar kurzen Stopps, um Fotos zu machen und die Landschaft zu genießen, weiter in Richtung Süden entlang der wirklich sehr schönen Küstenstraße. Irgendwo unterwegs (nach einigen Stunden Fahrt hatte ich irgendwann keinen Überblick mehr, wo genau wir eigentlich sind) kamen wir dann an einem Strandabschnitt vorbei, an dem Hunderte von Seeelefanten lagen und sich im Sand über die Sonne freuten. Das war natürlich wieder Grund genug, einen Stopp zu machen, um sich das Ganze mal anzusehen. Diese Seeelefanten ließen sich kein Stück von den Touristen stören, die sich am Rand sammelten, um sie anzugucken. Diese Seeelefanten leben dort in freier Wildbahn und sind (genau wie die Seehunde am Pier in San Francisco) frei und nicht eingesperrt. Der Zaun am Strand hält nicht die Seeelefanten davon ab, sich frei zu bewegen, sondern hat den Zweck, die Touristen auf angemessenem Abstand zu halten, denn ein ausgewachsener Seeelefant, der sich bedroht fühlt und/oder seine Familie beschützen will, hat im Kampf gegen einen Menschen wohl die größeren Chancen zu gewinnen.

Für die Nacht hatten wir kein Motel gebucht. Der Grund dafür ist, dass wir ja vorher nicht wussten, wie weit wir es an einem Tag schaffen. Um 20 h erreichten wir Santa Babara. Dort machten wir uns auf die Suche nach einem günstigen Motel, was zunächst nicht ganz einfach war, denn direkt in Santa Babara am Wasser gibt es zwar Motels, aber die sind eher nicht günstig. Etwas außerhalb wurden wir dann aber fündig. Das war zwar nicht das beste Motel, aber um eine Nacht irgendwo zu übernachten, war es dann doch OK. Das Motel befand sich neben zwei anderen Motels in einem kleinen Ort. Komischerweise waren die beiden anderen Motels alle ausverkauft und unser Motel war auch ne halbe Stunde nach unserem Einzug ausverkauft. Das Komische daran war, dass es weder ein großer Ort war, noch war es Ferienzeit.

Am nächsten Morgen ging es dann gleich weiter bis nach Los Angeles. Dort hatte ich im Voraus über das Internet ein Motel gebucht. Das haben wir dann am Sonntag gegen Mittag erreicht. Das war auch schon etwas besser als das in der Nacht zuvor und hatte alles, was man für einen Kurzaufhalt braucht. Nach dem Einchecken und kurzem Ausruhen ging es dann erst mal was futtern. Das nächste von unserem Motel aus war natürlich (wie könnte es in USA auch anders sein!) Mc Donnald's. Dort haben wir dann während des Essens den Plan für den Rest des Tages und die nächsten beiden Tage gemacht. So sind wir dann nach dem Essen (natürlich mit dem Auto) nach Hollywood gefahren. Ehrlich gesagt hat Los Angeles nicht viel zu bieten. Es ist einfach eine riesengroße Stadt mit Verkehr, den man mit nichts vergleichen kann, was ich bisher (auch hier in USA) gesehen habe. Überall, wo man hinguckt, sind Straßen und Autos (Autobahnen mit bis zu 8 Spuren PRO RICHTUNG!). Sehenswürdigkeiten sind eigentlich nur Hollywood und der Strand. Sonst ist es einfach nur eine große Stadt, in der vor allem reiche und berühmte Leute wohnen. In Hollywood sind wir dann über den Hollywood Boulevard (dort befindet sich auch der berühmte Walk of Fame) gelaufen und haben uns die Sterne der Stars angesehen. Vorbei ging es an sehr vielen Shops, in denen man so ziemlich alles an Andenken kaufen kann, was man sich vorstellen kann. Ein Highlight auf dem Weg über den Walk of Fame war das Kodak Theatre. Das ist der Ort, wo Jahr für Jahr die Academy Awards vergeben werden (dieses Event ist auch als Oscarverleihung bekannt). Leider gibt es dort nur vormittags Führungen, daher mussten wir uns mit dem Eingangsbereich zufrieden geben. Es war aber trotzdem ganz interessant, mal auf der Treppe zu stehen, wo einmal im Jahr die ganzen großen Stars auf dem roten Teppich Richtung Eingang gehen. Am interessantesten fand ich die beleuchteten Säulen auf beiden Seiten. Dort war für jedes Jahr die Jahreszahl und der Titel des Films, der in dem Jahr die meisten Oscars erhalten hat.

Nach dem Gang über den Walk of Fame ging es zurück zum Motel. Auf dem Weg sind wir dann noch über den Sunset Boulevard durch Beverly Hills und vorbei an Bell Air gefahren, wo die ganz reichen Leute wohnen. Zu sehen gibt es dort aber nicht viel, da sich die riesigen Villen mit ihren noch riesigeren Grundstücken hinter großen Mauern verstecken, damit man auch ja nicht gesehen wird. Aber wenn man sieht, dass man an jeder Ecke Straßenkarten kaufen kann, auf denen die Häuser der Stars eingetragen sind, ist das auch kein Wunder. Ehrlich gesagt hätte ich keine Lust da zu leben (wenn ich das Geld hätte). Auch wenn da sehr viele große Stars und berühmte Leute wohnen, finde ich, dass es doch schönere Gegenden in Kalifornien gibt.

Am Montag sind wir dann nach Santa Monica gefahren und haben uns den Santa Monica Pier angeguckt. Danach haben wir uns für den Rest des Tages an den Strand in den weißen Sand gelegt. Es sieht dort wirklich aus, wie man es im TV bei Baywatch immer sieht. Das Wasser war zwar nur 18 Grad warm, aber nach kurzer Zeit hat man sich dran gewöhnt, und dann war es sogar echt angenehm. Bevor wir dann zurück ins Motel gefahren sind, sind wir noch nach Venice Beach, ein Strandabschnitt etwas weiter südlich, gefahren. Dort gab es am Strand noch eine Grünanlage mit Sportmöglichkeiten und natürlich wieder jede Menge Shops.

Dienstag ging es dann morgens wieder auf den Weg nach Hause. Diesmal auf dem direkten Weg, dem Highway 5. Der geht größtenteils schnurgerade durch die Landschaft Kaliforniens. Auch wenn es dort kein Wasser zu sehen gab, war es doch ganz interessant. Dort gab es alles zu sehen. Grüne Flächen, Wüstenflächen, Berge und auch Flachland. Der Highway, der meilenweit geradeaus ging, war mal eine gute Möglichkeit den Tempomat von unserem Auto zu testen. Ich habe bisher Tempomaten immer für eine sehr unwichtige und unnütze Einrichtung im Auto gehalten. Wenn man allerdings einige hundert Kilometer mit 120 km/h nur geradeaus fährt, dann ist das doch eine sehr nützliche Sache, und ich habe mich schnell dran gewöhnt (auch wenn ich immer noch der Meinung bin, dass man es in Deutschland nicht braucht, da es da solche Straßen gar nicht gibt). Nach 5,5 Stunden waren wir schon im Silicon Valley. Da der ganze Nachmittag noch vor uns stand, sind wir noch weiter nach San Francisco gefahren. So hatte Sandra die Chance, noch Sachen zu kaufen, die sie mit nach Hause nehmen kann. Um 21:30 h waren wir dann endlich zuhause. Nach Zusammenrechnen der einzelnen Kilometerstände, die wir nach jedem Mal Tanken aufgeschrieben haben, kam heraus, dass wir von Samstag bis Dienstag 955 Meilen (also etwas mehr als 1500 Kilometer) gefahren sind. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Mittwoch und Donnerstag musste ich wieder arbeiten und heute hab ich wieder freibekommen, da ich ja Sandra zum Flughafen bringen musste. So konnten wir noch ein bisschen Zeit miteinander verbringen, bevor sie dann wieder mit dem Flieger Richtung Deutschland fliegt.

Die Bilder findet ihr wie immer unter Pictures


15.05.2008, 23:30 h PDT

Sandra bei Coherent
(Sandra berichtet über ihren Besuch bei mir)

Wie ihr euch vorstellen könnt, habe ich am Mittwoch nicht sehr viel gemacht. Ich war immer noch total KO von Dienstag und von San Francisco. Also waren Agathe und ich den ganzen Tag zu Hause. Als Miki von der Arbeit kam, waren wir noch kurz im Supermarkt. Aber sonst gibt es nicht viel zu berichten.

Am Donnerstag hatte ich dann die Möglichkeit, mit Miki zu Coherent zu fahren und mal zu schauen, was er da so den ganzen Tag treibt. Also hieß es wieder früh aufstehen. Und das im Urlaub, aber ich will hier ja nicht nur schlafen, sondern auch so viel wie möglich sehen. Um halb neun fuhren wir los. Am Eingangsbereich musste ich erst mal meine Personalien abgeben und bekam dann einen Besucherausweis, denn ich immer sichtbar tragen musste (GANZ WICHITIG!!!), und ich durfte nicht von Mikis Seite weichen, weil man nicht alleine dort rumlaufen darf. Man könnte ja was ausspionieren. Sicherheit geht eben vor ;-)

Miki zeigte mir zuerst sein Büro und die Cafeteria, dort lernte ich gleich den Cafeteria-Chef Peter kennen. Danach führte Miki mich durch die Firma und zeigte mir das Labor, in dem er arbeitet. Alles sehr interessant und vor allem sehr teuer. Auch einige seiner Arbeitskollegen habe ich kennen gelernt. Alle sehr nett und aufgeschlossen. Sie fragten gleich, wie es mir in Amerika gefällt, was ich bereits alles gesehen hatte und ob ich mich hier wohl fühle. Miki zeigte mir noch, an was er gerade arbeitet und ich durfte ihm etwas zusehen.

Um 12 Uhr hieß es dann Mittagessen. Wir also auf in die Cafeteria, wo ich dann Peters Spezial essen durfte. Es gab Sandwich mit Hühnerfleisch und Salat und dazu Pommes mit Majo!!! Peter weiß, dass Miki Majo auf seinen Pommes mag, daher bekommt er immer welche. Ich muss aber sagen, so toll war das Essen nicht, also von Pommes versteht Peter leider nix. Aber es kann ja nur besser werden.

Nach dem Mittagessen hat Miki mich dann wieder nach Hause gebracht, schließlich musste er ja noch ein bißchen was tun. Wieder zu Hause angekommen, bin ich erst mal in den Pool gesprungen, um ein bisschen der Hitze zu entkommen. Ich bin sogar schon etwas braun. So stellt man sich seinen Urlaub vor, tolles Wetter, einen Pool vor der Tür und dann noch ein tolles Land.

Am Abend sind wir dann noch zu einem Elektronikhandel gefahren. Quasi Mediamarkt in groß. Hier gab es wirklich alles. Der Grund, warum wir dort waren, war aber der, dass ich mir einen Nintendo DS LIte kaufen wollte. Und ich habe einen bekommen, umgerechnet hat der ca. 88 € gekostet. Das ist um einiges billiger als in Deutschland, hat sich also gelohnt.

Von da aus ging es dann mal wieder zum Supermarkt, da wir für Freitag einkaufen mussten. Denn heute Abend wollen wir ein Barbecue machen (Grillen). Naja, aber nix ist mit fertig gewürztem Fleisch hier, ne ne. Das muss man alles noch machen. Und auch mit Salaten sieht es hier eher mager aus. Aber wir haben schnell ne Lösung gefunden, und ich denke, es wird ein sehr nettes Grillen.


13.05.2008, 23:30 h PDT

San Francisco
(Sandra berichtet über ihren Besuch bei mir)

Am Dienstagmorgen ging es schon früh los. Agathe, das ist die Freundin von Miki seinem Mitbewohner Yves, und ich machten uns auf den Weg nach San Francisco. Miki brachte uns zum Bahnhof, und von da aus fuhren wir mit der Bahn nach San Francisco. Die ganze Fahrt dauert etwas über eine Stunde, doch auch hier gab es viel zu sehen (siehe Pictures). Dort angekommen, mussten wir uns erst mal orientieren und gingen in Richtung Shopping-Meile. Der Weg dauerte ungefähr 30 Minuten, aber es hat sich gelohnt. Da es sehr heiß war, waren wir froh, endlich in einem Einkaufscentrum angekommen zu sein, denn dort gab es eine Klimaanlage. Zuerst besorgten wir uns etwas zu essen und schauten uns um. Als Erstes fanden wir einen Hello Kitty Shop. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich daran nicht vorbeigehen konnte. Natürlich musste ich auch etwas kaufen. Dann waren wir noch bei Bloomingdales und VictoriaŽs Secrets. Das war ein Muss für uns.

Danach machten wir uns auf den Weg zum Cable Car, wenn man schon in San Francisco ist, muss man Cable Car fahren. Die Fahrt dauerte ca. 20 Minuten und hat 5 Dollar gekostet. Wir fuhren bis nach Chinatown, und da ging unser Shopping-Marathon weiter. So viele Geschäfte und so viele schöne Sachen. Da konnte man sich kaum entscheiden. Doch ich bin natürlich fündig geworden. Inzwischen war es schon 14 Uhr und wir machten uns auf den Weg zum Pier. Ich kann euch sagen, es war ein langer Fußmarsch. Doch es hat sich gelohnt, wie ihr vielleicht an den Bildern sehen könnt.

Nach ungefähr einer Stunde kamen wir am Pier an. Ich kannte den Pier bereits von Sonntag, aber Agathe noch nicht. Wir haben uns alles angesehen und uns einen Platz zum Sitzen gesucht, denn unsere Füßen taten uns schon sehr weh. Wir holten uns etwas zu trinken und zu essen. Denn wir mussten uns ja stärken, da uns die Jungs erst um 18 Uhr abholten.

Natürlich haben wir uns die berühmten Seelöwen am Pier 39 angesehen und sind von da aus dann zur nächsten Shopping-Meile gewandert, die direkt am Pier entlang führte. Ich weiß nicht mehr, in wie vielen Souvenir-Geschäften ich war, aber es waren einige. Und natürlich bin ich auch dort wieder fündig geworden.

Um 18.20 Uhr kamen dann die Jungs und holten uns ab, denn laufen wollten wir keinen Meter mehr. Vom Pier aus ging es dann zur Golden Gate Bridge. Die Aussicht war unglaublich schön. Doch begreifen konnte ich das alles immer noch nicht, dass ich in Amerika bin. Schaut euch einfach die Bilder an, ich denke die sprechen für sich.

Von der Golden Gate Bridge aus fuhren wir wieder in Richtung San Francisco, da wir uns noch die Lombard Street und die viktorianischen Häuser angucken wollten. Leider war es für Bilder zu dunkel. Für alle, die die viktorianischen Häuser nicht kennen, man kann diese im Vorspann der Serie "Full House" sehen.

Um 22 Uhr waren wir dann wieder zu Hause und einfach nur müde. Also nur noch schnell ins Bett.


12.05.2008, 23:30 h PDT

Real American Fast Food
(Sandra berichtet über ihren Besuch bei mir)

Natürlich hab ich am Montag erst mal lange geschlafen. Miki war bei der Arbeit, und so konnte ich das schöne Wetter auf dem Balkon genießen. Ich war sowas von platt, dass ich an diesem Tag nur zu Hause sein wollte. Nach der Arbeit kam Miki nach Hause und wir fuhren zu einem typischen American Dinner. Dort mussten wir uns wie immer erst mal an einer Schlange anstellen, um unser Essen zu bestellen. Wir bekamen an der Kasse eine Art Pieper. Nach ca. 10 Minuten fing dieser wie wild an zu blinken und zu piepsen. Das war unser Zeichen dafür, dass wir unser Essen an der Theke abholen konnten. Wir hatten einen Cheeseburger mit Pommes bestellt. Majo gab es nicht zu den Pommes. Das kennen die Amerikaner nicht, hier gibt es Majo nur zum Salat. Der Burger war extrem groß und dick und die Pommes sehr kross. Aber es war sehr lecker und gar nicht so fettig, wie ich gedacht hatte. Was ich sehr lustig fand, war, dass die die Pommes und den Burger tatsächlich in kleinen roten Plastikkörbchen servieren, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt. Wer hat noch nicht davon geträumt, mal Pommes so zu essen.


11.05.2008, 23:30 h PDT

Sandra allein auf dem Weg nach Amerika
(Sandra berichtet über ihren Besuch bei mir)

Am Sonntagmorgen um 4 Uhr ging es los. Aufstehen, frühstücken und ab ins Auto. Wir (Nina, Stefan und ich) machten uns auf den Weg nach Frankfurt zum Flughafen. Es war noch dunkel draußen, als wir um 5 Uhr losfuhren. Naja, mein Flieger ging ja auch schon um 9.45 Uhr. Dann muss man ja eine Stunde vorher zum Check-In, also muss man früh los. Endlich in Frankfurt angekommen, hieß es Koffer aufgeben und Boardkarte besorgen. Gesagt getan. Dann war es auch schon fast Zeit sich zu verabschieden. Nachdem ich dann alle Kontrollen hinter mich gebracht hatte, hieß es auch schon rein in den Flieger. Ich weiß dass ich beim nächsten Urlaub nur noch Business-Class buchen werde. Denn im Flugzeug war es so eng und stickig. Und das Ganze 11 Stunden lang. Ändern konnte ich es jetzt nicht mehr, also musste ich da durch. Ich hatte das Gefühl , dass die Stunden gar nicht vergehen. Man vertreibt sich die Zeit mit Fernsehen und Lesen und Schlafen. Nach 11 langen Stunden landeten wir endlich in San Francisco. Ich also schnell raus aus dem Flieger und ab zum Check-In. Und was fand ich dort vor? Eine sehr lange Schlage von Leuten, die das Gleiche wollten. Also wieder eine ganze Stunde warten. Nachdem das endlich geschafft war, mit Fingerabdrücke abgeben und Foto, konnte ich endlich meine Koffer vom Band holen. Das, was mich stark gewundert hat, jetzt sehr schnell ging. Dann noch schnell durch die Gepäckkontrolle, und endlich war es geschafft, mein Urlaub konnte beginnen. Er begann natürlich damit, dass ich Miki endlich wieder in meine Arme schließen konnte. Wir dann erst mal aus dem Flughafen raus und eine Zigarette rauchen, so nach 11 Stunden war das auch nötig. Vor allem nach der ganzen Aufregung mit Check-In und Pass-Kontrolle. (Ich denke, alle Raucher können dies nachempfinden.) Von dort aus ging es nicht etwa nach Hause. Nein, wir fuhren auf direktem Wege nach San Francisco, denn wir hatten noch einen Ausflug nach Alcatraz geplant (die Fotos dazu könnt ihr unter Pictures sehen). Vorher hatte ich noch die Möglichkeit, mir den Pier anzusehen und die berühmten Seelöwen am Pier 39. Inzwischen war ich schon sehr müde. Erst früh aufstehen, dann konnte ich im Flugzeug kaum schlafen, und dann hatte der Tag in Amerika ja quasi erst angefangen. Also dauerte es noch mit dem Schlafen. Vom Pier 39 aus ging es dann mit dem Boot nach Alcatraz. Auf Alcatraz angekommen, ging es gleich los mit einer Führung bis ins Gefängnis, dort erhielten wir MP3-Player, mit denen wir durch das Gefängnis laufen mussten und uns die Geschichte erzählt wurde. Die Fotos gibt es wie immer unter Pictures.

Inzwischen war es Abend geworden, und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Es ging noch kurz zum Supermarkt und dann endlich nach Hause. Dort lernte ich dann noch Mikis Mitbewohner kennen. Dann endlich konnte ich ins Bett und schlafen, ich war inzwischen schon 36 Stunden auf den Beinen und brauchte dringend Schlaf. Ich war gespannt, was der nächste Tag so bringen würde.


04.05.2008, 17:30 h PDT

Yosemite Falls

An diesem Wochenende war es mal wieder so weit, ein bisschen Kalifornien kennen zu lernen. Peter, unser Cafeteriamann, geht regelmäßig wandern und macht vorher einen Aushang in der Cafeteria, so dass jeder sich anschließen kann, der Lust hat (siehe Artikel "It was sooo amazing"). Peter geht zwischen Februar und Oktober mindestens zweimal pro Monat wandern. Nicht jedes Mal gibt es einen Aushang in der Cafeteria, aber meistens. Neben Wandern ist das Fotografieren eines von Peters größten Hobbys. Daher nimmt er zu seinen Wandertouren immer seine Kamera mit komplettem Zubehör (Stativ, Filter usw.) mit. Die Bilder, die dabei entstehen, können sich sehen lassen. Mit diesen Bildern nimmt er auch regelmäßig an Wettbewerben teil. Bei diesen Wettbewerben ist es verboten, die Bilder digital nachzubearbeiten. Sie entstehen also nur durch Können und gute Ausrüstung. Einige der Bilder, die er so im Laufe der Zeit gemacht hat, kann man auf seiner Homepage www.peterparkgallery.com bewundern. In der Galerie "Past Photo trips" sind auch unter anderem Bilder zu sehen, die an diesem Wochenende entstanden sind.

Das Ziel hieß an diesem Wochenende Yosemite Falls im Yosemite National Park. Nationalparks gibt es in den USA und auch in Kalifornien jede Menge. Yosemite dürfte einer der bekanntesten Parks sein.

Zitat von Wikipedia:
Der Yosemite-Nationalpark ist ein Nationalpark in den Vereinigten Staaten. Er liegt in Kalifornien, etwa 300 Kilometer östlich von San Francisco. Flächenmäßig erstreckt er sich über 3081 Quadratkilometer entlang der westlichen Hänge der Sierra Nevada. Jährlich zieht der Yosemite-Nationalpark drei Millionen Besucher an, von denen ein Großteil lediglich den zentralen Teil des Parks, das Yosemite Valley, besichtigt. Im Jahr 1984 wurde der Park zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt, da seine beeindruckenden Felsen aus Granit, seine Wasserfälle und klaren Bäche, die Haine von Mammutbäumen und seine Artenvielfalt weltweit bekannt sind. Das Gebiet des heutigen Parks war zudem das Erste, das von der Bundesregierung der Vereinigten Staaten offiziell als Park eingeplant war.

Der Park stellt einen der größten und am wenigsten fragmentierten Lebensräume der Sierra Nevada dar, der eine Fülle von Pflanzen und Tieren beheimatet. Er liegt in einer Höhe von 600 bis über 4000 Metern ü. NN, in ihm befinden sich höhenbedingt fünf verschiedene Ökosysteme. Von den 7000 in Kalifornien beheimateten Pflanzenarten sind etwa 50 Prozent in der Sierra Nevada zu finden, wobei mehr als 20 Prozent innerhalb der Parkfläche angesiedelt sind. Für mehr als 160 seltene Pflanzenarten bietet der Park den passenden Lebensraum, mit wenig lokaler geologischer Formation und einzigartigen Böden, die bezeichnend sind für die eingeschränkten räumlichen Verhältnisse, denen sich diese Pflanzen anpassen müssen.

Die Yosemite Falls sind die fünfthöchsten Wasserfälle der Welt. Für Peter Grund genug, dort hochzusteigen, um ein paar Bilder zu machen. Die ausgewählte Strecke geht aus dem Yosemite Valley auf den Berg hoch. Der Rundweg hat eine Länge von 7,2 Meilen (ca. 12 Km), also 3,6 Meilen den Berg hoch und dann das ganze wieder zurück. Auf den 3,6 Meilen geht es ca. 900 Meter bergauf. Der Schwierigkeitsgrad dieser Strecke wird mit "very strenuous" (sehr anstrengend) bezeichnet. Man kann sich also vorstellen, dass es sich hier nicht um die Art von Wanderweg handelt, auf der man mal einfach ein bisschen spazieren geht. Dementsprechend mussten wir uns auch ein wenig darauf vorbereiten. Peter hat uns dringstends empfohlen, uns Wanderstöcke (Stück 10 $ bei Walmart) zuzulegen. Fand das Ganze am Anfang etwas albern, aber Peter ist erfahrener Wanderer und wird wissen, wovon er redet. Also haben wir uns solche Teile zugelegt. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das wirklich eine sehr gute Sache war, da ich bestimmt ohne die Stöcke früher oder später nen Abgang gemacht hätte, da es oft über recht unwegsames Gelände ging und die Stöcke dann guten Halt bieten. Eine weitere Anschaffung waren Headlights. Das sind Taschenlampen mit Kopfhalterung. Sieht ein bisschen albern aus, aber wenn es abends dunkel wird, sieht man nichts und man braucht die Hände auf jeden Fall für die Wanderstöcke. Außerdem haben wir noch jede Menge Wasser und Müsliriegel eingepackt. Da es in der Höhe und nach Sonnenuntergang sehr kalt werden kann (auf den Bergen liegt noch teilweise Schnee), mussten natürlich auch noch ein paar dicke Klamotten mit.

So ging es dann Samstagmorgen 180 Meilen in Richtung Yosemite Park. Ich glaube wir haben uns dort gegen 15 h auf den Weg gemacht. Den höchsten Punkt haben wir auf dem wirklich sehr anstrengenden Weg gegen 18 h erreicht, und gegen 21 h (daher die Taschenlampen) waren wir wieder zurück am Auto. Gegen 1:30 h am Sonntagmorgen waren wir dann wieder zuhause. Die ganze Aktion war wirklich sehr anstrengend, und manchmal fragt man sich, warum man sich das überhaupt antut, aber wenn man oben angekommen ist und die super Aussicht sieht und die Landschaft, die man sonst nirgendwo geboten bekommt, dann hat sich das Ganze auf jeden Fall gelohnt. Wer sich die Fotos dazu in meinem Album anguckt, wird mir auch auf dem einen oder anderen Bild die Anstrengung ansehen.

Für diesen Monat sind noch zwei weitere Wanderungen im Yosemite Park geplant, bei denen ich vorhabe teilzunehmen, aber mehr werde ich dazu noch nicht verraten.


25.04.2008, 23:30 h PDT

Blue Smoke

Aufmerksame Blog-Leser könnten seit einiger Zeit vor einer Frage stehen. Wer den Bericht "Ein Wochenende voller Drum Corps" genau gelesen hat, wird feststellen, dass ich in einem Satz erwähnt habe, dass es drei Drum Corps hier in der Bay Area gibt, ich aber nur über zwei berichtet habe. Das war natürlich kein Versehen und vergessen habe ich auch nichts. Aber ich will ja auch nicht immer gleich alles verraten.

Das dritte Drum Corps hier in der Bay Area sind die Blue Devils aus Concord. Concord befindet sich im nord-östlichen Bereich der Bay, also ein Stück entfernt von hier. Blue Devils sind eines der DCI Junior Corps (siehe Artikel "Ein Wochenende voller Drum Corps"). Allerdings handelt es sich bei den Blue Devils nicht einfach um irgendein Drum Corps. Sie sind das wahrscheinlich erfolgreichste Corps der Welt. Schlappe 12 Weltmeistertitel hat das Corps in seiner bisherigen Laufbahn erreicht (das letzte Mal in der Saison 2007). Ich hatte bereits zweimal das Vergnügen, dieses Corps in Action zu sehen. Das erste mal war in unserem USA-Urlaub 2003. Dort habe ich mir das DCI Final (Weltmeisterschaft) in Orlando angeguckt. Blue Devils haben an dem Abend ihren 11. Weltmeister-Titel geholt. Das zweite Mal war im Jahr 2005, als sie auf Europa-Tour waren. Damals gab es einen Drum Corps Europe Contest, wo die Europäischen Corps die Chance hatten, sich mit Blue Devils zu messen. Da hat man ganz klar den Unterschied zwischen USA und Europa gesehen. Das beste Europäische Corps (Beatrix Drum & Bugle Corps aus Hilversum, Niederlande) hat an dem Abend 66.85 Punkte erreicht (dazu sollte man sagen, dass 100 Punkte die maximal zu erreichende Punktzahl ist). Blue Devils haben, wie erwartet, damals den ersten Platz gemacht mit 93.35 Punkten. Das ist schon ein enormer Unterschied. Grund genug, dort mal beim Training vorbeizufahren, wenn ich eh schon mal hier bin. Dazu kommt, dass in Deutschland heute die Drum-Corps-Saison gestartet ist und ich da ja natürlich nicht zum Contest zum Gucken konnte. Also musste natürlich ein Ersatz her.

Ich habe also meine letzten Mietwagen-Tage, die mir bezahlterweise von der Firma zur Verfügung stehen, genutzt, um nach Concord zu fahren und Blue Devils beim Training zu besuchen. Das Schöne an der Mietwagensache ist, dass ich den Wagen mit einem leeren Tank zurückbringen kann. Die Firma zahlt ja. Wenn ich also mit einer Tankfüllung hinkomme (was bisher immer geklappt hat), muss ich nix für Benzin bezahlen. Concord ist von hier ca. 50 Meilen entfernt. Also nicht die Welt.

Das war ja heute nicht grade das erste Drum-Corps-Training, was ich mir angucke. Interessant ist es dann immer, die Unterschiede zwischen den Corps zu sehen. Wie ich in dem Artikel "Ein Wochenende voller Drum Corps" beschrieben hatte, war das Training bei Santa Clara Vanguard (die sind direkter Konkurent der Blue Devils) sehr diszipliniert. Kein Gerede zwischendurch usw. Da war es für mich schon sehr erstaunlich, dass es bei Blue Devils ganz anders abläuft. Dort ist das Training viel lockerer. Natürlich wird auch dort von den Spielern alles verlangt, aber insgesamt machte es doch einen recht lockeren Eindruck. Während sich bei Vangaurd auf dem Feld nichts bewegt, wenn der Ausbilder ansagen macht, die auch mal länger dauern, ist es bei Blue Devils kein Problem, wenn sich die Spieler dabei hinsetzen (natürlich aber nicht unaufgefordert). Das zeigt, dass Disziplin halt nicht alles ist. Man wird ja nicht einfach so zwölffacher Weltmeister.

Das Training fand in einem Footballstadion eines Colleges statt. Nach dem Abendbrot haben die einzelenen Sektionen dann Einzeltraining gemacht. Dafür wurde dann der Ort gewechselt. Percussion (die Trommler) an einem anderen Platz als Brass (Bläser). Daher musste ich mich entscheiden, wo ich hinfahren will, und hab mich natürlich fürs Percussion entschieden. Die haben auf einem Platz trainiert, der den Devils gehört. Dort steht eine etwas größere Garage mit einer kleinen Tribüne (die allerdings nicht für offizielle Dinge genutzt wird). Außerdem natürlich ein Feld, dass mit Flutlicht beleuchtet wird. Außerdem befindet sich auf dem Gelände der Fuhrpark des Corps. Ich habe 4 LKW und 2 Anhänger gezählt. Dort wurde dann bis 23 h geprobt. Danach wurden die Spieler zu ihrer Unterkunft für die Nacht geschickt. Morgen geht es ja schon um 8 h wieder los mit Training.

Noch ein Wort zur Überschrift zu diesem Artikel: "Blue Smoke" ist der Schlachtruf der Blue Devils.


25.04.2008, 23:30 h PDT

Lebenszeichen von Miki

Nachdem ich 10 Tage nix von mir hab hören lassen, wird's wohl mal wieder Zeit für einen Lagebericht. Was war die letzten 10 Tage los?

Fangen wir mal bei meinem vorletzten Artikel an, in dem es um die nicht allzu erfolgreiche Woche ging. Wie zu erwarten, hat auch der Freitag keinen Erfolg gebracht. Ab dem Wochenende ging es wieder aufwärts. Die Woche über (also bis zu dem Freitag) war es für kalifornische Verhältnisse eher kalt. Meistens so um die 15 °C. Allerdings krieg ich auf der Arbeit davon sowieso nicht viel mit. Fenster gibt es in der Firma nicht viele. Außerdem ist das Gebäude klimatisiert. Daher kriegt man absolut nicht mit, was draußen los ist. Nur eben morgens auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Weg nach Hause. Umso größer war die Überraschung, als wir freitags bei Feierabend rauskamen und feststellten haben, dass draußen 27 °C sind. Das hat zwar nur übers Wochenende gehalten (durchgehend 30 °C), aber war auf jeden Fall schon mal ein netter Vorgeschmack auf das, was uns hier im Sommer erwarten wird.

Wie schon berichtet, ging die nächste Woche erfolgreich mit einem Autokauf los. Dienstag ging es erfolgreich weiter. Ich habe nach genau einer Woche intensiver Fehlersuche meinen Laser endlich wieder zum Laufen gebracht. Wir hatten montags beim wöchentlichen Meeting beschlossen, dass wir noch einen Versuch unternehmen, den wieder zum Laufen zu bringen. Hätte das nicht funktioniert, hätte ich den Laser neu gebaut. Das wäre natürlich sowohl ein finanzieller als auch zeitlicher Aufwand gewesen. Aber zum Glück hat das dann ja alles geklappt. Inzwischen ist auch alles wieder in das Gehäuse verpackt und auch schon verschickt worden. Das Projekt ist also abgehakt, und ich kann mich anderen Aufgaben zuwenden.

Das letzte Wochenende war einfach nur Abhängen angesagt. Das war mal ganz gut so nach der ganzen Arbeit in den beiden Wochen zuvor. Kann ja nicht immer nur Action sein. Die Woche ging Montag dann mit meiner zweiten Fahrprüfung los. Leider wieder nicht ganz so erfolgreich, wie ich mir das erhofft habe. Die Begründung, dass ich durchgefallen bin, war ein "Dangerous Manoeuver", weil ich beim Abbiegen einen Fußgänger über die Straße lassen wollte, der allerdings noch 5 Meter vom Straßenrand entfernt war (auf dem Bürgersteig). Der Prüfer sagte zu mir hinterher, dass ich sehr gut fahre. Er konnte mich nur wegen dieser Aktion nicht bestehen lassen, da dass unter Dangerous Manoeuver fällt, was auf jeden Fall durchgefallen bedeutet (die Begründung ist, dass dadurch, dass ich auf den Fußgänger gewartet habe, obwohl ich hätte fahren können, die Autos auch hinter mir bremsen mussten, was ein Sicherheitsrisiko ist). Was soll's? Dreimal ist Bremer Recht. Habe also direkt nach der Prüfung einen neuen Termin abgemacht für die nächste Prüfung. Problem an der Sache war, dass die Führerscheinstelle in San José für einen Monat geschlossen wird, und in Santa Clara war der nächste freie Termin am 9. Mai, was mir allerdings etwas zu spät war. Daher hab ich mir einen Termin in Gilroy geben lassen. Gilroy ist zwar 45 Minuten mit dem Auto (Autobahn) entfernt, dafür gab's nen Termin gleich 4 Tage später. Also habe ich mich heute Mittag in meiner Mittagspause (Pizza Meeting musste dafür mal ausfallen) auf den Weg nach Gilroy gemacht. Diesmal mit Erfolg. Ich bin zwar der Meinung, dass das die schlechteste der drei Prüfungen war, die ich gemacht habe, aber es war halt kein schwerwiegender Fehler, für den man sofort durchfällt, dabei, und kleinere Fehler darf man ne ganze Menge machen. Naja, meine Meinung zählt ja nicht (was ja in diesem Fall nicht schlimm ist ;-) ), aber das letzte Mal hat meine Meinung ja auch nicht gezählt. Wie auch immer. Jetzt ist das Thema Führerschein endlich abgehakt. In den nächsten Wochen sollte ich den per Post bekommen. Bis dahin habe ich eine neue vorläufige Fahrerlaubnis.

Gestern Abend war DCI Classic Countdown im Kino. Da zeigt Drum Corps International (siehe Artikel "Ein Wochenende voller Drum Corps") eine Auswahl der besten 6 Shows der letzten 3 Jahre, über die zuvor auf der Homepage abgestimmt wurde. Das habe ich mir natürlich mal angetan, und war auch ganz lustig. Es ist immer wieder interessant, wie schnell man hier mit Leuten in Kontakt kommt.

Heute Abend wollte ich mich eigentlich mit ein paar Deutschen aus dem StudiVZ (Internet Community für Studenten) in San José im Teske's Germania (deutsches Restaurant) treffen. Irgendwie hat das nicht so ganz geklappt. Ich hab die da nicht gefunden. Das kann allerdings durchaus daran liegen, dass ich mich vorher nicht mehr gemeldet hab und gefragt habe, ob das Treffen noch aktuell ist und woran ich die überhaupt erkenne. Das hab ich heute alles in der Eile mit der Fahrprüfung usw. vergessen. War aber nicht allzu schlimm, denn da ich ja heute nicht beim Pizza Meeting war, hatte ich ja auch kein Mittagessen, also habe ich da dann trotzdem was gegessen. War ganz schön, mal wieder ein Schnitzel zu futtern. Nebenbei lief da natürlich auch der Fernseher. Im Moment sind Eishockey-Playoffs (Endrunde) und San José Sharks sind dabei. Heute Abend war das erste Halbfinalspiel (was die Sharks leider gegen Dallas verloren haben … jetzt müssen sie das nächste Spiel auf jeden Fall gewinnen). Ist schon witzig, was für eine Aufregung hier um Eishockey gemacht wird. Jetzt während der Playoffs ist selbst auf den Linienbussen außen auf der Anzeige, wo eigentlich die Nummer der Linie stehen sollte, "Go Sharks" zu lesen.


15.04.2008, 23:00 h PDT

Endlich ein Auto

Wer hätte gedacht, dass mein erstes eigenes Auto ein kalifornisches Kennzeichen trägt? Naja, es gehört mir nicht alleine. Wir teilen es uns zu dritt, bzw. vielleicht steigt noch ein Vierter mit ein.

Über ein Auto haben wir ja schon öfter gesprochen. Spätestens, wenn die Mitbewohner, die ein Auto besitzen, weg sind, muss ein eigenes her. Zumal auch irgendwann die Mietwagentage, die die Firma bezahlt, weg sind. Wie es der Zufall so wollte, rief Alex am Sonntag an. Alex ist ein ehemaliger Praktikant aus der Firma, der heute wieder nach Deutschland zurückgeflogen ist. Er wollte sein Auto loswerden und hat gefragt, ob wir es nicht haben wollen. Für ihn wurde auch die Zeit so langsam knapp. Er hat versucht, es über das Internet zu verkaufen, aber hat das Auto erst ein paar Tage vorher reingesetzt. Ganz so schnell wird man ein Auto auch hier in Kalifornien nicht los. Also hat er angeboten, am Sonntagabend mal bei uns vorbeizukommen, damit wir uns das Auto angucken können.

Gesagt, getan. Das Auto, um das es ging, ist ein 93er roter Audi Quattro. Nicht ganz 160.000 Meilen gelaufen (was für ein Auto in Amerika in dem Alter nicht viel ist). Generell ist das Auto in gutem Zustand. Sowohl von innen als auch von außen. Manuelle 5-Gang-Schaltung, 178-PS-V6-Maschine, Lederausstattung, Klimaautomatik, beheizte Sitze (was man in Kalifornien nicht wirklich braucht), elektrisch verstellbarer Fahrersitz, elektrisch verstellbare Außenspiegel (beheizt), elektrische Fensterheber, elektrisches Sonnendach, CD/MP3 Radio, Airbag, Servolenkung und Allradantrieb (daher Audi Quattro). Er hat uns angeboten, für uns mit dem Preis von 3000 $ auf 2700 $ runterzugehen. Also sind's 900 $ für jeden von uns bzw. noch weniger, wenn Yves noch mit einsteigt. Yves ist der neue Praktikant, der Mittwoch in der Firma anfängt. Das mit dem Teilen dürfte nicht das Problem werden. Hauptsächlich brauchen wir das Auto, um zur Arbeit zu kommen, und zum Einkaufen. Da wir ja alle in der gleichen Firma arbeiten, kein Problem. Am Wochenende muss man sich halt absprechen. Da sehe ich aber auch kein Problem.

Der Autokauf, das Ummelden und das mit der Versicherung lief alles ganz schnell. Insgesamt ca. zwei Stunden Aufwand, und das auch nur, weil wir das Geld von verschiedenen Konten (teilweise von unseren Konten hier in USA und teilweise von den europäischen Konten) zusammenholen mussten. Das Ummelden und das mit der Versicherung geht hier sehr schnell und unkompliziert. Im Prinzip füllen beide Seiten ein kurzes Formular aus. Damit fährt man zum DMV (Zulassungsstelle), gibt das da ab, bezahlt die Gebühr und fertig. Dann eben zur Versicherung. Da geht's genauso schnell und einfach. Angemeldet ist das Auto auf Ronald. Das hat zum einen den Grund, dass es einfacher ist, weil er (da er schon ein Praktikum hier gemacht hat) schon einen amerikanischen Führerschein hat, und zum anderen ist er einen Monat länger hier. Daher kann er sich am Ende drum kümmern, das Auto wieder zu verkaufen. Daher macht es Sinn, dass sein Name in den Papieren steht


10.04.2008, 23:00 h PDT

Was für eine Woche ...

Es gibt Tage, da verliert man, und es gibt Tage, da gewinnen die anderen. Und dann gibt's manchmal Tage, da hat man einfach kein Glück. Ich hatte gleich alle drei am Stück, und weil morgen Freitag ist (siehe Artikel "Führerschein in der Mittagspause und ein typischer Freitag") wird's morgen wohl auch nicht besser werden. Da wird es auch die kostenlose Pizza und die kostenlosen Getränke (siehe Artikel "Pizza Meeting und der Vorteil einer großen Firma") nicht wirklich rausreißen. Und das, wo die Woche so gut begann. Der Laser, an dem ich zurzeit arbeite, den ich von meinem Vorgänger übernommen habe (siehe Artikel "Was genau machst du da eigentlich?") war so gut wie fertig. Meine Aufgabe war es im Prinzip, das, was mein Vorgänger gebaut hat, in ein nettes Gehäuse zu stecken, damit es verschickt und von einer anderen Firma verwendet werden kann. Klingt so, als wäre das schnell gemacht. Habe ich auch gedacht. Aber wie es immer so ist, kommt hier noch was dazu und da noch ne kleine Änderung, so dass sich das Ganze immer länger hingezogen hat. Nicht zuletzt auch, weil ich zum Beispiel das Elektronik-Board erst letzte Woche bekommen habe. Da musste ich also auch etwas drauf warten. Am Montag war der Laser dann fertig. Schön in nem Gehäuse verpackt mit Firmenlogo drauf usw. Also so, wie er da stand, im Prinzip fertig zum Verschicken. Allerdings wollte Andrei (mein Supervisor) noch, dass noch eine Messung gemacht wird, bevor es verschickt wird. Auch kein Problem. Ums einfach zu sagen … Laser ans Messgerät anschließen und einschalten … Ganz so einfach war es in dem Fall nicht, aber um es nicht ganz so kompliziert zu machen, stellt euch das einfach so vor (Für die Fachleute [z.B. Studienkollegen]: Der Strahl, der am Ausgang von meinem Laser mit einem Kollimator ausgekoppelt wird, musste über Spiegel (Bulk-Optik) in einen Autokorrelator gelenkt werden). Gesagt getan. Bei der Aktion hat es dann den Laser zerschossen. Was genau passiert ist, lässt sich nur vermuten. Ein Verdacht ist, dass Luca beim Einstellen von dem Messgerät es geschafft hat, den Laserstrahl genau in sich zurück zu reflektieren, so dass der Laserstrahl direkt in den Laser zurückgestrahlt hat und dann etwas zerschossen hat. Ob das wirklich so war, wissen wir nicht, aber das wäre halt eine mögliche Erklärung.

Also ging es auf die Fehlersuche. Inzwischen (nach zweieinhalb Tagen intensiver Suche) weiß ich, wo der Fehler sein muss, da ich alles gecheckt habe. Ich weiß also, dass es an allem anderen nicht liegen kann. Wie das Problem allerdings in den Griff zu kriegen ist, weiß ich noch nicht, und auch die Ingenieure im Labor und mein Supervisor sind genau so ratlos wie ich. Also wird es noch etwas dauern, bis ich das Ganze wieder zum Laufen gebracht hab. Das ist halt der Nachteil, wenn man in der Forschung und Entwicklung arbeitet. Da bastelt man dann an was rum, was es so nicht auf dem Markt gibt, weil es ja eben noch in der Entwicklung ist. Also gibt's auch meistens wenig oder keine Leute, die Problemlösungen parat haben. Die muss man dann selbst erarbeiten … Deswegen heißt es ja gerade Forschung. Eigentlich macht es ja auch Spaß, aber wenn das Projekt schon längst fertig sein soll und ein Kunde drauf wartet, ist es dann doch nicht mehr so lustig.

Wenn die Woche auf der Arbeit schon so erfolgreich läuft, kann man sich vorstellen, dass es auch außerhalb der Arbeit so weitergeht (Muphys Gesetz: If anything can go wrong, it will [wenn etwas schief gehen kann, wird es schief gehen]). Ich hatte heute meine praktische Führerscheinprüfung. Die habe ich natürlich nicht bestanden. Eigentlich war sie echt einfach und lachhaft im Gegensatz zu dem, was man aus Deutschland kennt. Man fährt nur ein bisschen mit dem Prüfer im eigenen Auto (hab ich schon mal an anderer Stelle beschrieben. Hab mir für heute nen Mietwagen geholt. Hab nen Pontiac bekommen) durch die Gegend. Nix Großes. Durchfallen kann man trotzdem. Ich war mal wieder glänzend vorbereitet wie zur Theorieprüfung. Es lief auch wirklich gut. Hier ist es so, dass es zwei Arten von Fehlern gibt. Es gibt die kleinen Fehler. Von denen Darf man nicht mehr als 15 haben zum Bestehen. Außerdem Ctitical Errors. Davon darf man keinen machen, wenn man bestehen will. Darunter fällt unter anderem das, was man in Deutschland als Eingreifen des Fahrlehrers kennt. Hier gibt's natürlich keinen Fahrlehrer und auch kein Pedal, aber wenn der Prüfer was sagen muss, ist man durchgefallen. So war es bei mir. Alles ist super gelaufen, bis der Prüfer Stop sagte. Aber diskutieren braucht man mit nem Prüfer ja sowieso nicht. Die Situation war, dass ich an einem Stoppschild halten musste, was ich auch vorschriftsmäßig getan habe. Aus der mir gegenüberliegenden Straße kam ein Auto, was links abgebogen ist (also über meine Spur musste). Das hatte Vorfahrt. War ja auch kein Problem. Ich hab ja am Stoppschild an der Haltelinie gehalten. Während das Auto am Abbiegen war und ich am Stoppschild stand, habe ich langsam den Fuß von der Bremse (war natürlich ein Automatikwagen) genommen und bin daher etwas angerollt. Da ich dadurch über die Haltelinie gerollt bin, hat sich die Prüferin dazu genötigt gefühlt, mir zu sagen, dass ich stoppen soll und damit war es ein Critical Error und damit die Prüfung nicht bestanden. Natürlich braucht man dann auch gar nicht diskutieren, da die ihre Meinung eh nicht ändern werden. Ist ja nicht so, als hätte oder wollte ich dem anderen Wagen dadurch die Vorfahrt nehmen oder so. Hab halt den Fuß von der Bremse genommen und der Wagen ist dadurch langsam angerollt. Der andere Wagen war ja auch weit entfernt. Bin ja nicht angefahren oder so. Aber egal. Man hat ja 3 Versuche, bevor man nochmal 28 Dollar zahlen muss. Außerdem darf ich ja munter weiter fahren, auch ohne bestandene Prüfung. Hab ja auf der einen Seite den deutschen Führerschein und auf der anderen Seite eine  vorläufige Fahrerlaubnis für30 Tage, die ich nach der Theorieprüfung bekommen habe, die weiterhin gültig ist.

Zusammengefasst würde der Ami morgen sagen: TGI Friday … Thank god it's Friday (frei übersetzt "endlich Freitag). Mal gucken, was die nächste Woche bringt.


05.04.2008, 21:15 h PDT

Stanford University

So heißt die wohl bekannteste Hochschule im Silicon Valley. Neben dieser Tatsache ist sie mit einem Stiftungsvermögen von 17,2 Milliarden Dollar auch eine der reichsten Hochschulen der Welt. (Laut dem amerikanischen Magazin Newstime belegt sie Platz 2). Außerdem hat die Stanford University den weltweit größten zusammenhängenden Campus der Welt mit 32 km². Es gibt noch einige Universitäten, die einen größeren Campus haben, der Teilt sich dann allerdings in mehrere Gebiete und ist damit nicht mehr zusammenhängend. Zurzeit sind an der Stanford University 14.881 Studenten eingeschrieben, von denen ca. 98 % auf dem Campus wohnen.

Stanford wurde im Jahr 1891 durch den früheren kalifornischen Gouverneur Leland Stanford in der Bay Area, etwa 60 Kilometer südlich von San Francisco, gegründet. Das Motto der Universität, welches die Siegel und alle Andenken der Hochschule ziert, lautet: "Die Luft der Freiheit weht." Der Satz geht auf den deutschen Humanisten Ulrich von Hutten (1488 - 1523) zurück und wurde von David Starr Jordan, dem ersten Präsidenten der Stanford University, eingeführt. In den Jahren 1992 bis 2000 war der deutsche Gerhard Casper Präsident der Hochschule.

Sieht man sich mal die Studenten an und die Autos, mit denen sie rumfahren, bekommt man den Eindruck, dass dort nur Reiche studieren, was sicherlich auch auf die Studiengebühren zurückzuführen ist. Ein Bachelor-Student zahlt 36.000 $ an Studiengebühren plus 11.000 $ Gebühren für die Unterkunft und Verpflegung. Dieser Betrag bezieht sich allerdings nicht auf das Studium, sondern muss pro Jahr bezahlt werden. Allerdings gibt es zur Zeit in Standford die Überlegung, die Studiengebühren nur noch für Studenten mit einem Familieneinkommen über 100.000 $ im Jahr zu erheben.

Die Entstehung des Silicon Valley ist nicht grade wenig ein Verdienst der Stanford University. Professoren hatten die Idee, Studenten dazu zu animieren, sich dort nach dem Studium mit kleinen selbst gegründeten Firmen anzusiedeln, und auch andere Firmen in die Nähe der Stanford University zu bekommen. Die ersten Studenten, die das getan haben, sind William Hewlett & David Packard, die mit der Firma Hewlett-Packard groß geworden sind (siehe meinen Bericht "Silicon Valley). Neben den beiden hat die Stanford University noch die ein oder andere bedeutende Person unter ihren ehemaligen Studenten, wie zum Beispiel 1 Nobelpreisträger aus dem Bereich Medizin, 6 Nobelpreisträger aus dem Bereich Chemie, 8 Nobelpreisträger aus dem Bereich Physik und ein Nobelpreisträger aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften (macht zusammen 16 Nobelpreisträger). Aber auch viele andere bedeutende Personen wie Firmengründer, Erfinder, Politiker und auch Sportler gehören zu den Ehemaligen.

Da ich nicht so richtig wusste, was ich unternehmen soll, und ich auch keinen größeren Ausflug geplant habe, bin ich einfach mal mit meinem aktuellen Mietwagen (diesmal ein Aura XE der Marke Saturn … eine amerikanische Marke, von der ich vorher noch nie gehört habe) etwas durch die Gegend gefahren, um einfach mal zu gucken, was hier so los ist. Dabei habe ich auch eine Runde über den Stanford-Campus gedreht. Allerdings habe ich mir dort nicht gezielt irgendwelche Dinge angeguckt (daher auch nicht so viele Bilder). Das werd ich aber bestimmt irgendwann noch tun. Also wird's bestimmt noch mal mehr Bilder geben.


04.04.2008, 23:30 h PDT

Führerschein in der Mittagspause und ein typischer Freitag

Und wieder einmal eine Geschichte über die Unterschiede zwischen Europa und den USA. Wer in den letzten paar Jahren nen Führerschein in Deutschland gemacht hat, wird sich wahrscheinlich daran erinnern, wie teuer es war und wie groß der Zeitaufwand war. Meine Führerscheinprüfung ist mehr oder weniger 7 Jahre her. Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, hat mein Führerschein so um die 1.200 € gekostet. Vielleicht auch etwas mehr. Heutzutage dürfte es generell etwas mehr sein. Fahrschule, jede Menge Voraussetzungen wie zum Beispiel der Schein für lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort (fälschlicherweise oft Erste-Hilfe-Schein genannt … Der Erste-Hilfe-Schein beinhaltet mehr als nur das, was man für den PKW-Führerschein braucht) und eine Bescheinigung für einen Sehtest beim Optiker oder Augenarzt. Dann muss man Pflichttheoriestunden machen, dann die Theorieprüfung. Damit aber ja noch nicht genug. Man muss natürlich auch jede Menge Fahrstunden machen, bis man dann zur Fahrprüfung darf. Alles in allem kann man schon mal ein halbes Jahr dafür aufwenden, bis man in Deutschland seinen Führerschein endlich in den Händen hält und sofern man sich an die Straßenverkehrsordnung hält, darf man ihn dann ja auch für den Rest seines Lebens behalten.

Wie meine Einleitung vermuten lässt, ist das Ganze in USA etwas anders. Um ein Auto kaufen zu können, das ich dann auf meinen Namen anmelden möchte, ist es ratsam, eine amerikanische Fahrerlaubnis zu besitzen. Man kann und darf hier problemlos mit seinem deutschen Führerschein fahren, aber wenn man ein eigenes Auto hier anmelden will, gibt es erhebliche Probleme. Vielleicht geht es sogar gar nicht, das weiß ich nicht so genau. Also hab ich mich (wie es unter den Praktikantengenerationen hier auch üblich ist) mich dazu entschlossen, hier einen Führerschein zu machen. Gleich zu Anfang sei erwähnt, dass es egal ist, ob man schon einen ausländischen Führerschein besitzt (wie ich) oder keinen, der Ablauf ist der gleiche. Man wird zwar (als Ausländer) gefragt, ob man schon einen Führerschein aus einem anderen Land hat, und die Führerscheinnummer wird auch im Antrag mit aufgenommen, hat aber keine weitere Bewandtnis. Der nachfolgende Vorgang ist also für Personen, die noch nie einen Führerschein hatten, der gleiche.

Vorgesehen ist, dass man sich zunächst das California Driver Handbook durchliest. Anders als die Theoriebücher für den deutschen Fahrschulunterricht, kann man sich dieses Handbuch kostenlos auf der Internetseite des DMV (California Department of Motor Cycles) runterladen (falls jemand Interesse hat, das gibt es hier). Das Ganze ist ein 86 Seiten langes Buch mit den allgemeinen Verkehrsregeln für Kalifornien und sollte vor der Führerscheinprüfung gelesen werden. Ich habe mir das Handbuch schon vor meiner Abreise aus Deutschland ausgedruckt, aber wirklich gelesen habe ich es nicht. Ich habe ein paarmal kurz drin rumgeblättert, aber das war es auch. Ein Satz ist mir dabei allerdings ins Auge gefallen, den ich in Deutschland in meinem Theoriebuch damals nicht gelesen habe: "Do not shoot firearms on a highway or at traffic signs" (frei übersetzt heißt es, dass man nicht mit Schusswaffen auf der Autobahn rumballern oder auf Verkehrszeichen schießen soll). Toll … nichts darf man ;-). Das Schlimme an der Tatsache, dass dieser Satz so in dem Handbuch steht, ist, dass man davon ausgehen kann, dass das schon Leute getan haben, sonst würde es nicht extra aufgeschrieben werden (willkommen in Amerika).

Wie gesagt, Handbuch runtergeladen aber nicht wirklich gelesen. Außerdem haben sich im Laufe der Zeit hier im Apartment durch die vielen Generationen der Praktikanten einige Theoriefragebögen angesammelt. Diese kann man auch zum Lernen nehmen. Da hab ich auch mal nen Blick reingeworfen aber nicht wirklich viel Zeit mit aufgewendet. Interessant an der Sache ist, dass es die Fragebögen auch in Deutsch gibt. Man kann die Theorieprüfung also auch in Deutsch machen. Nachdem ich letzte Woche endlich meine Sozialversicherungsnummer bekommen habe, hatte ich mir für heute vorgenommen, mich mal um die Führerscheinsache zu kümmern. Habe mir also in der Mittagspause meinen Mietwagen (den ich mir diesmal schon Freitagmorgen besorgt habe) genommen und bin zum DMV (sozusagen zu der Führerscheinstelle) gefahren. Dort geht alles erstaunlich schnell. Man kommt da an, stellt sich in eine Schlange und wartet drauf, dass man dran kommt. Dann erzählt man dem Beamten am Schalter, dass man sich für den Führerschein anmelden will. Man bekommt dann ein Formular und ne Nummer. Das Formular füllt man eben aus (geht ganz fix. Die wollten nicht viel wissen. Name, Anschrift, Sozialversicherungsnummer usw.) und wartet dann darauf, dass seine Nummer aufgerufen wird. Da kommt man dann an den nächsten Schalter. Formular abgeben, Pass vorzeigen, falls vorhanden (ist aber nicht notwendig), ausländischen Führerschein vorzeigen. Ganz umsonst ist ein Führerschein natürlich nicht. Also wird man dort auch gebeten, die Gebühr für den Führerschein zu zahlen. Der ganze Spaß kostet hier in Kalifornien tatsächlich ganze 28 $ (kein Witz). Die Beamtin konnte gar nicht glauben, als ich ihr erzählt habe, dass man in Deutschland umgerechnet über 2000 $ für einen Führerschein bezahlen muss. Allerdings ist der kalifornische Führerschein auch nur 5 Jahre gültig. Nach dem Bezahlen wird man dann aufgefordert, sich in die nächste Schlange zu stellen. Dort wird, wenn man an der Reihe ist, das Foto für den Führerschein gemacht. Nachdem das Foto gemacht wurde, bekommt man den Fragebogen für die Theorieprüfung. Ich habe die Theorieprüfung auf Englisch gemacht. Der Fragebogen hat 36 Fragen und zum Bestehen darf man maximal 6 falsch haben. Fragen sind wie in Deutschland zum Ankreuzen. Allerdings ist immer nur eine Antwort richtig. Mit dem ausgefüllten Fragebogen geht es dann in die nächste (und letzte) Schlange. Dort wurde zunächst der Fragebogen kontrolliert. Bei mir waren 4 Fragen falsch. Damit habe ich die Theorie bestanden. War vielleicht nicht das beste Ergebnis, aber dafür, dass ich mehr oder weniger unvorbereitet dahin gegangen bin und das auf Englisch gemacht habe, war es doch OK. Als Letztes stand dann noch der Sehtest auf dem Plan. Auch der wird kurz und schmerzlos vor Ort gemacht. Über den ganzen Schaltern hängen Tafeln mit Buchstaben. Aus einer Entfernung von ca. 3 Metern muss man dann ne Zeile vorlesen. Dann ein Auge zu halten, wieder eine Zeile vorlesen, das andere Auge zuhalten, noch eine Zeile vorlesen … Fertig (Der Sehtest ist echt lachhaft. Ich habe mich, als ich mit allem fertig war, mal vor so einen Sehtest gestellt und bin dann immer weiter zurückgegangen, um mal zu sehen, wie weit ich weg stehen muss, um das nicht mehr lesen zu können. Das waren wohl so um die 10 Meter. Vielleicht etwas mehr).

Wenn man alles hinter sich gebracht hat, bekommt man eine vorläufige Fahrerlaubnis, die 60 Tage gültig ist. Für die praktische Prüfung muss man einen Termin ausmachen. Zu dem Termin fährt man dann mit einem Auto, das auf seinen Namen versichert ist, und macht dann in seinem Auto mit dem Prüfer die Fahrprüfung. Ja … ihr habt das richtig gelesen. Die vorläufige Fahrerlaubnis bekommt man direkt nach der bestandenen Theorieprüfung. Das heißt, wenn man zur Praxisprüfung fährt und da durchfällt, kann man trotzdem mit dem Auto wieder nach Hause fahren, da man ja die vorläufige Fahrerlaubnis hat. Über die Praxisprüfung werde ich dann berichten, wenn ich die hinter mir habe.

Der ganze Ablauf in der Führerscheinstelle hat mich ca. 30 Minuten gekostet. Ist also kein Problem, dass man das mal eben in der Mittagspause macht. Zumal es nicht weit von der Firma entfernt ist. Zählt man dann noch die Fahrprüfung mit, geht ne zweite Mittagspause bei drauf. Man kann hier also seinen Führerschein mit dem Aufwand von zwei Mittagspausen und 28 $ machen.

Die Sache mit dem Führerschein war aber das Einzige, was heute echt super und planmäßig lief. Auf der Arbeit lief heute nix so, wie es sollte. Ein typischer Freitag. Zumindest bei uns im Labor ist es so, dass eigentlich freitags immer bei irgendjemandem etwas bis alles schiefläuft. Irgendwelche Geräte gehen kaputt oder das, woran man seit Tagen, Wochen oder vielleicht sogar Monaten gearbeitet hat, zerlegt sich irgendwie. Bei mir ist zwar heute nichts kaputtgegangen, aber es lief alles nicht wie geplant. Für einen Vorgang, den man eigentlich (und so hatte ich es mir auch vorgestellt) 15 Minuten braucht, habe ich heute den ganzen Tag gebraucht, weil einfach alles nicht so wollte wie ich. Ich brauchte dann auch noch die Hilfe von Skip (einem unserer Ingenieure), weil ich einfach nicht mehr weiter wusste. Beruhigenderweise war es auch für ihn sehr schwierig. Seine Erfahrung hat uns zwar letztendlich weitergeholfen, aber es war auch für ihn alles andere als einfach. Dazu kam das Problem, dass Skip ein Mitglied des First Response Team (sowas wie eine hausinterne Feuerwehr für Notfälle) ist und zwischendurch noch zu einem Notfall in der Firma musste, so dass ich dann nicht wirklich weiterkam in der Zeit, wo er nicht da war. Zum Feierabend hin war es dann aber doch endlich geschafft. Was genau so kompliziert war, will ich an dieser Stelle nicht lange erklären, da es einfach zu viel wäre, das zu beschreiben. Es ging aber darum, zwei Glasfaserleitungen miteinander zu verbinden (wir nennen das splicen). Kupferkabel kann man einfach zusammenlöten, oder wenn's mal ganz schnell gehen soll, kann man sie auch einfach so zusammendrehen oder so. Das geht nicht mit Glasfaserleitungen. Die muss man erst mal vorbereiten. Dabei wird die äußere Schutzschicht entfernt und dann mit einem speziellen Schneidegerät das Ende abgeschnitten, damit die Endflächen ganz gerade sind. Dann kommen die Enden, die man verbinden möchte, in ein spezielles Gerät. Dieses richtet die beiden Enden so aus, dass sie sich direkt parallel gegenüber stehen. Mit einem Lichtbogen wird dann das Ganze verschweißt. Dabei ist es wichtig, dass beide Endflächen direkt aufeinander treffen ohne Winkel oder Versatz. Klingt gar nicht so schwer. Ist es meistens auch nicht, aber manchmal kann es einfach unerwartet kompliziert werden. Vor allem, wenn die Enden besonders kurz sind und irgendwo befestigt sind und man dann vielleicht nur einen Versuch hat. Und wenn der danebengeht, kann man, wenn's ganz dumm läuft, alles wieder auseinanderbauen und neue Teile einbauen, weil die Fasern dann zu kurz sind. Naja, aber am Ende hat's dann ja doch gut geklappt, und dann freut man sich um so mehr auf das Wochenende.


30.03.2008, 21:15 h PDT

Ein Wochenende voller Drum Corps

Wenn man als Drum-Corps-Fan wie ich schon mal in USA ist und dann noch in der San Francisco Bay Area, bietet es sich natürlich an, hier mal den Drum Corps ein bisschen bei der Arbeit zuzugucken. Da dieser Blog sowohl von Leuten gelesen wird, die bestens wissen, was Drum Corps ist, als auch von Leuten, die diesen Begriff gerade vielleicht das erste Mal gehört haben, muss ich wohl erst mal ein bisschen erklären, worum es geht. An dieser Stelle auch gleich eine Anmerkung an die Drum-Corps-Profis unter euch… Ich bitte schon mal um Entschuldigung, wenn manche Erklärungen nicht so 100%ig sind, aber ihr wisst selbst, wie schwer es ist, das Ganze zu erklären.

Einfach gesagt, geht es bei Drum Corps darum, dass eine Musikgruppe zu der Musik, die sie spielt, über ein Football-Feld rennt und die Musik mit optischen Effekten zu einer Show verbindet. Im Vergleich zu Show laufenden Spielmanszügen ist es so, dass im Drum Corps nur Blechbläser und Schlagwerk als Instrumente zugelassen sind. Die Blechblasinstrumente wie Trompete, Horn, Bariton und Bass unterscheiden sich von denen, die man aus Blasorchestern kennt, darin, dass bei allen die Öffnung nach vorne zeigt. Das Schlagwerk teilt sich in zwei Gruppen. Es gibt Trommler, die mit ihren Trommeln übers Feld rennen (Field Percussion), und es gibt das Schlagwerk, dass nicht laufen kann, wie Marimbas, Xylophone, Glockenspiele, Schlagzeuge, Kesselpauken, Gongs usw. (die heißen Pit Percussion). Neben den Musikern gibt es noch die Color Guard. Diese Gruppe untermalt die Show mit Tanzeinlagen und optischen Werkzeugen wie Flaggen. Im Gegensatz zu den traditionellen Shows, die man sonst so kennt, ist es im Drum Corps so, dass die Show nur von einer Seite richtig gesehen werden kann. Es werden viele unsymmetrische Figuren gelaufen und ist auch teilweise für Leute, die es noch nie gesehen haben, schwer zu verstehen.

Das Ziel der Drum Corps ist es, jedes Jahr ein neues Programm mit neuer Musik und neuer Show zu präsentieren. Dabei geht es meist Ende des Jahres los, die Musik zu erlernen, und ab Ostern wird die Show dazu einstudiert. Im Laufe des Jahres gibt es dann mehrere Contests (Wettbewerbe), wo die Corps gegeneinander antreten. Am Ende des Jahres gibt es dann ein Finale, wo der Champion ermittelt wird. In Deutschland wäre das dann das Finale des Verbandes DCG (Drum Corps Germany), wo der Drum Corps Germany Champion (der deutsche Meister) ermittelt wird, bzw. das DCE (Drum Corps Europe) Finale, wo der Europameister ermittelt wird.

In Europa sind die Drum Corps vereinsmäßig organisiert. Das heißt, wie jeder andere Musikverein kommen Interessierte zusammen. Oft lernen die Leute dort erst ein Instrument zu spielen. In Amerika ist das etwas anders. Dort gibt es in fast jeder Schule oder Universität eine Marchingband. Die Leute, die hier in den Drum Corps spielen, haben dadurch meist schon eine sehr gute musikalische Vorbildung. Hier gibt es zwei Arten von Drum Corps: die sogenannten Junior Corps und die Senior Corps. Die Namen täuschen am Anfang ein wenig.

Bei Junior Corps geht es um die Corps, wo die Mitglieder nicht älter als 21 Jahre alt sind. Es ist also nicht, wie man erst mal denken könnte, ein Kindercorps. Die größten dieser Corps haben eine Stärke von 135 Spielern (was aus europäischer Sicht enorm ist) und kämpfen jedes Jahr um die Weltmeisterschaft. Der dazugehörige Verband heißt DCI (Drum Corps International). Das, was dort abgeht, ist mit der Drum-Corps-Aktivität in Europa schwer zu vergleichen. Die großen Corps machen am Ende eines Jahres Auditions (Castings) für die Spieler für die nächste Saison. Dort werden die besten Spieler rausgesucht, die dann das Jahr drauf dabei sein dürfen. Zu Beginn des Jahres wird dann einmal im Monat ein Camp gemacht, zu dem die Spieler (teilweise aus dem ganzen Land und auch über die Grenzen hinaus, zum Beispiel aus Europa) anreisen. Dort wird dann die Musik und die Show gelernt. Ab Mai ist dann täglich Training. Je näher man den Contests kommt, desto länger wird das Training. So macht man ab Juni den ganzen Tag nichts anderes mehr. Ein typischer Trainingstag in einem DCI Corps (in einem dieser Junior Corps) sieht wie folgt aus:

  9 h Conditioning (Konditionstraining)
10 h Visual Block / Drill (Marsch- und Showtraining)
12 h Lunch (Mittag)
13 h Music Rehearsal (Musik-Probe)
17 h Abendbrot
18 h Warm up & Music Rehearsal (Aufwärmen und Musik-Probe)
20 h Ensemble
21 h Finish for the Day (Trainingsende)

So geht es dann bis zum Finale im August durch. Im Juni, Juli und August sind dann auch die Contests, teilweise mehrere pro Woche. Dazu sollte man sagen, dass das die Zeit ist, wo hier in USA Sommerferien sind (für die, die sich fragen, wo man die Zeit für sowas hernimmt). Das bedeutet, dass die Spieler viel mit dem Bus unterwegs sind und im Normalfall in irgendwelchen Sporthallen übernachten. Man merkt schnell, dass das kein Hobby ist, was man nebenbei macht. Eine sehr große körperliche und geistige Herausforderung. Aber es geht ja auch um die Weltmeisterschaft.

Bei den Senior Corps geht es dagegen etwas ruhiger zu. Dort finden Training und Contests eigentlich nur am Wochenende statt, da die Leute ja auch irgendwann mal arbeiten müssen. Allerdings ist das spielerische Niveau dort trotzdem sehr hoch, da in diesen Corps viele Leute auftauchen, die früher mal in einem DCI Junior Corps gespielt haben

Soviel zur Einführung über Drum Corps. Jetzt zur eigentlichen Geschichte. Hier in der Bay Area gibt es 3 Drum Corps, die ich mir vorgenommen habe, etwas zu beobachten. Leider sieht es hier in der Gegend contestmäßig nicht sehr gut aus, aber ich werde schon noch einen zu sehen bekommen. Zunächst war ich aber erst einmal daran interessiert zu sehen, wie dort das Training abgeht. Also habe ich mich im Internet schlau gemacht, um rauszufinden, wer wann wo Training macht. Alle drei potenziellen Corps hatten dieses Wochenende Trainingscamp. Ich habe mich dann dafür entschieden, Samstag das Senior Corps San Francisco Renegades zu besuchen. Die haben ihr Trainingscamp in der Yerba Buena High School in San Jose gemacht. Also hier in der Nachbarschaft. Also am Freitagabend mal wieder nen Mietwagen besorgt und Samstag dann dahin. (Diesmal gabs nen Ford Mustang. Ein typisch amerikanisches Muscle Car. Irgendwas zwischen 200 und 300 PS muss die Karre haben. Konnte leider nirgendwo genaue Angaben finden. Aber die Kiste ging ab wie Sau und klang auch so. Dementsprechend war auch der Spritverbrauch. Kein Auto, was mich mir kaufen würde, aber war trotzdem mal interessant, son Teil zu fahren [Bilder davon im Fotoalbum]). Bei der Schule nach einigen Schwierigkeiten angekommen, wurde ich schnell in Gespräche mit Spielern und Ausbildern verwickelt. Alle total nett da. Man hat mich auch gleich in der Mittagspause zum Essen mitgenommen, was mir sehr gut passte, denn ich hab ja keine Ahnung, wo ich mir da sonst was hätte holen können. Man hat mich auch gleich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, dort zu spielen. Keine Frage, Lust hab ich schon, aber auch wenn die nur an Wochenenden trainieren, ist es eine sehr anstrengende Sache. Hätte dann ja nicht mehr Zeit, noch was vom Land zu sehen, und wenn ich Besuch aus Deutschland kriege, hätte ich für den auch keine Zeit. Mal davon abgesehen, haben die ja einen großen Teil der Show und der Musik schon fertig, also müsste ich in kürzester Zeit alles nach lernen. Habe also dankend abgelehnt, aber werde mit Sicherheit noch mal da vorbeifahren. Ganz ohne was zu tun, ließ man mich aber trotzdem nicht weg. Helping-Hands werden immer gebraucht, und schneller als ich gucken konnte, war ich für die Bedienung des Metronoms zuständig (der Taktgeber, der an einem Lautsprecher angeschlossen ist und in einer üblen Lautstärke die Geschwindigkeit vorgibt). So hat man auch abends nach der Probe immer noch dieses schrille DING DING DING DING im Kopf. Bei der Ensemble-Probe am Abend trat dann das Problem auf, dass der Drum Major (der Dirigent) das Metronom (das zwischen den Spielern stand) nicht hören konnte, wenn laut gespielt wurde. Also bat er mich darum, ihm immer Zeichen zu geben. Ich habe also sozusagen den Dirigenten dirigiert. Ich bin ja in meinem Verein auch Drum Major, also war es eigentlich nix Neues für mich, doch mit so einem großen Haufen Musikern hatte ich bisher weniger zu tun, und auch war es das erste Mal für mich, dass ich Tempo 180 (= 180 Schläge pro Minute) dirigiert habe. Habe also, obwohl ich eigentlich nur als Zuschauer da war, ein wenig Erfahrung gesammelt. Interessant war zu sehen, dass auch hier teilweise die Trainingsbeteiligung schlecht ist, was darauf zurückzuführen ist, dass auch viel am Wochenende geprobt wird. So fehlten am Samstag circa die Hälfte der Spieler. Dennoch waren es nicht grade wenig Spieler (im Vergleich zu dem, was ich gewohnt bin). Wenn sie komplett sind, haben sie 17 Trommler, 52 Bläser, 23 Colorguards (wenn ich das richtig weiß). Um 22 h war das Training beendet. Kurz zusammengefasst ein sehr interessanter Tag, viele nette Leute kennen gelernt und mit nem Sonnenbrand nach Hause gefahren. Der Wetterbericht hatte Regen angekündigt. Davon war allerdings nichts zu sehen. Es gab nur einen kalten Wind, so dass man selbst in Jacke gefroren hat. Grade deswegen hat man auch die Sonne wenig bemerkt, die aber die ganze Zeit da war. Daher hab ich jetzt nen Sonnenbrand.

Für Sonntag stand dann Training bei Santa Clara Vanguard auf dem Plan. Vanguard ist eins der TOP 12 DCI Junior Corps. Auch die hatten ihr Trainingscamp in San Jose. Wenn man dort das Training sieht, merkt man schon den Unterschied zu den Senior Corps oder auch zu Europa. Eine enorme Disziplin. Wirklich niemand redet, solange er nicht gefragt wird oder Pause ist. Alles geht ratz fatz ohne lange Diskussion. Irgendwo muss die Leistung ja herkommen. Man nimmt ja nicht mal eben so an den Weltmeisterschaften teil. Wenn eine Figur gelaufen wird und der Ausbilder danach Reset sagt (alles zurück auf Anfang) dann dauert das 10 Sekunden und alles steht wieder da, wo es sein soll. Es wird wirklich auf jede Kleinigkeit geachtet. Sowohl in der Musik als auch in den Bewegungen in der Show als auch in der Haltung. Selbst wenn der Ausbilder Anweisungen und Erklärungen gibt, steht jeder so, wie er stehen soll, ohne dass sich etwas bewegt. Das war schon beeindruckend.

Bin mal drauf gespannt, wenn ich die Corps dann auf einem Contest live erleben darf, wie das Ganze, was man jetzt in der Anfangsphase gesehen hat, dann fertig aussieht. Bilder von diesem Wochenende wie immer im Album.


26.03.2008, 22:00 h PDT

Was genau machst du da eigentlich?

Die Frage wird bzw. wurde mir schon oft gestellt. Das geht meistens schon bei der Frage "Was studierst du eigentlich?" los. Auf die Antwort "Mikrosystemtechnik" bekommt man als Antwort bzw. Reaktion meist ein "Ähhh!?", "Was is das denn?", "Kann man das essen?" oder "Ist das ansteckend?". Manchmal auch einfach nur verwirrte Blicke. Daher versuche ich das Ganze mal etwas leicht verständlich auszudrücken. Im Prinzip ist Mikrosystemtechnik die Verbindung aus Naturwissenschaften (Mathematik, Informatik, Physik, Chemie und Biologie) und Ingenieurswissenschaften (Maschinenbau, Feinwerktechnik, Elektrotechnik, Elektronik, Fertigungstechnik, Verfahrenstechnik, Regelungstechnik, Systemtechnik, Mess- und Automatisierungstechnik). Klingt gut, macht euch aber wahrscheinlich auch nicht schlauer. Was dabei rauskommt, sind Dinge wie: Mikrochips (Mikroprozessoren zum Beispiel), Sensoren (zum Beispiel sind unsere Autos voll mit Sensoren: Geschwindigkeitssensoren, Airbagsensoren usw.) und viele andere Dinge. Neben der Elektronik, die da drin steckt, ist auch die Herstellung ein Teil der Mikrosystemtechnik. Computer-Prozessoren bestehen zum Beispiel aus mehreren Millionen Transistoren. Wenn man sich überlegt, wie groß so ein Prozessor ist, kann man sich vorstellen, dass das keine Schaltung ist, die irgendjemand zusammenlötet. Die Prozessoren werden aus dem Grundstoff Silizium hergestellt, und durch verschiedene Prozessschritte wie zum Beispiel das Entfernen von Schichten oder das Auftragen verschiedener Schichten entsteht dann so ein Bauteil. Ein weiterer Bereich ist die Mikrooptik. Auch hier gibt es verschiedene Dinge, die dazu gehören. Zum Beispiel die Leuchtdioden, die sich ja zunehmender Beliebtheit erfreuen. Lasertechnik ist ebenfalls ein Bereich der Mikrooptik. Außerdem die optische Datenübertragung. Wenn man darüber nachdenkt, wo im Alltag Mikrosysteme im Einsatz sind, wird man feststellen, dass eigentlich jeder täglich damit zu tun hat. Fast jedes technische Gerät verwendet heutzutage Mikrochips, LCD-Displays und viele andere Dinge. Angefangen bei der Senseo-Maschine, die nicht ohne Mikrochips klarkommt, über das Handy, dass jeder mit sich rumträgt bis hin zu dem Laser, der unsere CDs, DVDs und neuerdings auch BluRay-Disks liest. Es sind im Normalfall Stellenausschreibungen für Elektrotechniker und Physiker mit der entsprechenden Fachrichtung, nach denen man da suchen muss. So sind eigentlich die meisten meiner Arbeitskollegen Physiker.

Wie man jetzt schon merkt, ist die ganze Thematik sehr umfassend. Im Hauptstudium muss man sich dann für einen Schwerpunkt entscheiden. Allerdings ist jeder Schwerpunkt für sich schon wieder so umfassend, dass man dafür schon wieder ein Studium alleine anbieten könnte. Mein Schwerpunkt ist die Optik. Vor allem die Lasertechnik und Optoelektronik. Und genau in diesem Bereich mache auch mein Praktikum. Es gibt viele verschiedene Arten von Lasern. Der erste Laser, der entwickelt wurde, war zum Beispiel ein Rubinlaser. Das ist ein Festkörperlaser (was ein Rubin ist, wird ja wohl jeder wissen). Andere Laser sind zum Beispiel Gaslaser, Flüssigkeitslaser, Halbleiterlaser und auch Faserlaser. Die letzte Gruppe ist die, mit der ich mich hier beschäftige.

Um zu verstehen, um was es da geht, muss ich an dieser Stelle leider etwas ausholen, versuche es aber einfach zu halten. Man kann über Lichtwellenleiter, also über Glasfaserleitungen Licht übertragen. Das Phänomen kennen die meisten vielleicht von diesen Dekolichtern, wo diese Fasern rauskommen, die (nur) am Ende leuchten.

Neben der Tatsache, dass es als Deko schick aussieht, kann man es auch sinnvoll einsetzen und zum Beispiel Daten auf diese Weise übertragen. Also statt Strom durch Kupferkabel zu schicken, wird halt Licht durch Glasfaserleitungen geschickt. Was viele vielleicht gar nicht wissen ist, dass der größte Teil des Internets heute schon so funktioniert. Zwar nicht für die Leitung bis nach Hause, aber die großen Verbindungen, über die die gigantischen Datenmengen übertragen werden, sind heutzutage alle mit Lichtwellenleitern, da die herkömmliche Methode mit den Kupferleitungen gar nicht mehr ausreicht und dazu in der Lage ist, diese großen Datenmengen zu übertragen. Faserlaser nutzen genau diese Eigenschaft. So wird das "Laserlicht" direkt in einem Lichtwellenleiter erzeugt. Wie genau das gemacht wird, will (und teilweise darf) ich an dieser Stelle nicht erzählen, aber so habt ihr nun vielleicht in etwa eine Vorstellung von dem, was ich hier treibe. Kurz gesagt kann man sagen, ich beschäftige mich damit, Photonen (= einfach gesagt Lichtteilchen) durch Glasfaserleitungen zu schubsen. Anders könnte man auch sagen, in meiner Freizeit versuche ich (in meinem Musikverein) die Spieler in einer Reihe hintereinander im gleichen Rhythmus und gleicher Geschwindigkeit in die gleiche Richtung durch die Gegend zu jagen und das Gleiche mache ich hier in der Firma auch, nur dass es eben Photonen sind, die sich alle mit der gleichen Geschwindigkeit und dem gleichen Rhythmus (bzw. mit der gleichen Frequenz) in die gleiche Richtung bewegen.

Die ersten 3 Wochen in der Firma sind jetzt um, und ich muss sagen, dass ich mich hier sehr wohl fühle. Super Arbeitsklima, sehr nette Kollegen und auch nette Chefs. Man hat hier nicht das Gefühl, einfach nur ein Praktikant zu sein, sondern man ist Teil des Ganzen. Auch die Aufgaben sind nicht einfach Beschäftigungstherapie. Im Moment bin ich damit beschäftigt, den Laser fertig zu machen, mit dem mein Vorgänger nicht mehr fertig geworden ist. Er soll aber in Kürze an den Kunden ausgeliefert werden, also muss es jemand zu Ende bringen. Ein Projekt von jemand anderem weiter zu führen ist gar nicht so einfach. Einfacher ist es, was fertig zu bringen, was man selbst zusammengebastelt hat. Da weiß man genau, was da los ist. Auch wenn es Berichte und Aufzeichnungen gibt, ist es doch manchmal nicht so einfach, sich durch das zu wühlen, was jemand anders zusammen gebaut hat. Vor allem ist es manchmal gar nicht so einfach, bei dem ganzen Wirrwar von Glasfasern (die von außen mehr oder weniger alle gleich aussehen) den Überblick zu behalten, was man da zusammengabastelt hat. Das soll keine Kritik am Vorgänger oder so sein (Thomas hat da echt nen guten Job gemacht). Ich denke auch, dass es nicht anders wäre, wenn ich was an jemand anders weitergeben würde, was der dann fertig machen soll. Ich nähere mich aber jetzt schnell dem Ende und der Fertigstellung des Ganzen. Danach wartet schon der nächste Laser auf mich. Mit dem hab ich schon angefangen, bevor ich das andere übernommen hab. Er läuft auch schon. Muss allerdings noch charakterisiert (getestet) werden. Arbeit hab ich also im Moment genug. So kommt auch keine Langeweile auf


22.03.2008, 21:30 h PDT

Silicon Valley

Alles begann 1939, als die Ingenieure Bill Hewlett und David Packard in Packards Garage in Palo Alto mit einem Startkapital von 589 Dollar einen Kleinbetrieb gründeten. Einer ihrer Professoren hatte ihnen dazu geraten, diesen Schritt zu tun, statt zu einer der Firmen an die Ostküste zu gehen. Sie stellten dort elektronische Messgeräte her und vermarkteten diese. Durch ihre guten Strategien hatte die Firma schnell Erfolg und sie wuchs immer weiter, so dass sie in den 50er Jahren ein neues Hauptgebäude auf dem Gelände der Stanford-Universität bezogen. Heute ist die Firma Hewlett-Packard (HP) eine weltweit bekannte Firma. Diese Garage wird heute als der Geburtstort des Silicon Valley bezeichnet.

Nach und nach siedelten sich auch andere Firmen aus den Bereichen Elektronik, Mikrosystemtechnik und Softwareentwicklung in dieser Region an, die man heute unter dem Namen Silicon Valley kennt. Übersetzt heißt das Silizium-Tal und stammt daher, dass die Halbleiterbauteile (Mikrochips) hauptsächlich aus Silizium hergesetellt werden. Silicon Valley ist keine Stadt, sondern eher eine Region bestehend aus mehreren Städten, die direkt aneinander liegen. Daher wird man den Namen auch auf keiner Landkarte finden. Trotzdem ist er weltweit ein Begriff. Städte, die sich unter anderem zum Silicon Valley zählen, sind neben Palo Alto Mountain View, Sunnyvale, Santa Clara, San Jose und Cupertino. Allerdings ist das noch lange nicht das Ende der Liste. Da ich ja in Sunnyvale wohne und in einer weltmarktführenden Firma in Santa Clara arbeite (den Namen Coherent werdet ihr bestimmt vorher noch nie gehört haben, aber im Bereich Lasertechnik ist es eine der bekanntesten Firmen überhaupt), bot es sich ja an, das Silicon Valley, also die direkte Nachbarschaft und Umgebung mal etwas zu erkunden und ein paar Bilder von den Firmen zu machen.

Natürlich habe ich lange nicht alle Firmen fotografiert, da ich dann wohl mehrere Tage beschäftigt wäre, denn hier jagt wirklich eine bekannte Firma die nächste. So hat man auf der einen Straßenseite eine bekannte Firma und gegenüber gleich die nächste. Manche Firmen nehmen gleich auch mehrere Straßen für sich in Anspruch, da die Firmengelände so groß sind. Das Prinzip ist fast immer das gleiche. Die Gebäude sind meist flach und haben nur wenige Stockwerke. Dafür haben sie eine große Grundfläche oder es gibt halt viele Gebäude. Um die Gebäude sind dann immer die Parkplätze angelegt. Vielleicht ist auch das ein Grund für die Bauweise, denn wären die Gebäude höher, würden mehr Mitarbeiter reinpassen, und damit müssten die Parkplatzringe um die Gebäude noch größer sein. Also ist es vielleicht sinnvoller, das Ganze auf mehrere Gebäude zu verteilen. Viele bekannte Firmen haben im Silicon Valley ihren Hauptsitz, andere haben hier nur eine Niederlassung. So findet man neben den amerikanischen Firmen wie eBay, Yahoo, Apple und Co. auch jede Menge Gebäude von ausländischen Firmen wie zum Beispiel Siemens, Samsung, Hitachi, Toshiba usw.

Eine kleine Auswahl an Firmen findet ihr im Fotoalbum. Wer sich fragt, ob ich Ostern nix Besseres zu tun habe, als Firmen zu fotografieren, dem sollte gesagt sein, dass die Amerikaner nicht viel von Ostern halten. So sind Karfreitag (hier Good Friday genannt) und Ostermontag in USA keine Feiertage. Auch findet man in den Geschäften keine bis wenige Dinge, die an Ostern erinnern. Generell interessieren sich die Amerikaner eher für ihre eigenen Feiertage, die in anderen Ländern in der Form (bis auf Weihnachten und Neujahr) nicht gefeiert werden. So ist zum Beispiel der wichtigste Feiertag hier Thanksgiving (nicht direkt zu vergleichen mit dem deutschen Erntedankfest, da Thanksgiving im November gefeiert wird und keinen religiösen Hintergrund hat. Der Feiertag ist in der Siedlerzeit entstanden, wo man den Fund von Nahrung gefeiert hat). Andere Feiertage hier sind zum Beispiel Memorial Day, President's Day und Independence Day. Ehrlich gesagt wäre es für mich auch etwas merkwürdig gewesen, Ostern bei 25 Grad zu feiern ;-)

 


16.03.2008, 18:30 h PDT

Die amerikanischen Besonderheiten

Da an diesem Sonntag nix Besonderes auf dem Plan stand, über das ich jetzt hier berichten könnte, nutze ich die dadurch gewonnene Zeit einmal, um über den ein oder anderen Unterschied zwischen dem gewohnten deutschen (bzw. europäischen) und dem amerikanischen Leben zu berichten. Manche Unterschiede bemerkt man sehr schnell und andere erst später, weil man vielleicht vorher nicht damit in Kontakt gekommen ist.

Eine der ersten Dinge, auf die man hier trifft, egal auf welchem Wege man hier ankommt, ist der Straßenverkehr. Prinzipiell fahren die Menschen hier recht diszipliniert. Zumindest habe ich hier noch nicht dieses Dränglerphänomen wie in Deutschland beobachtet. Da man Drängler nicht nur auf der Autobahn beobachtet, wo keine Geschwindigkeitsbegrenzung ist, sondern auch auf der Landstraße, kann es nicht an der Geschwindigkeitsbegrenzung liegen. An den Autos kann es auch nicht liegen. Ganz im Gegenteil. Neben den "großen" Autos wie Mercedes und BMW sieht man hier auch sehr viele andere Autos mit großen Motorleistungen. So sieht man hier sehr viele Ford Mustang, Corvette und Ferrari. Neben den schnellen Sportwagen aber auch jede Menge SUVs (Sport Utility Vehicle: dicke geländefähige Trucks und Pick-ups). Ein Grund für das Fehlen der Drängler ist vielleicht die Größe der Autobahnen. 5 Spuren pro Richtung ist hier nicht selten. Meist ist eine Spur eine sogenannte "Car Pool Lane". Diese darf nur von PKW genutzt werden, in denen zwei oder mehr Personen sitzen. Dazu kommt die Tatsache, dass es hier nicht verboten ist, rechts zu überholen. Somit überholt man einfach langsamere PKW, die sich auf der linken Spur befinden, auf der rechten Seite.

Vor einiger Zeit wurden in Deutschland die Grünpfeile eingeführt, die an bestimmten Kreuzungen das Rechtsabbiegen bei Rot erlauben (eben dort, wo so ein Pfeil vorhanden ist). In Amerika ist das genau anders rum. Also rechts abbiegen bei Rot ist grundsätzlich erlaubt, solange ein Schild das nicht verbietet. Wenn man in das California Driver Handbook (das Buch für die theoretische Führerscheinprüfung) guckt, findet man eigentlich nicht sehr viele Unterschiede zu Europa. Meist unterscheidet sich die Straßenverkehrsordnng hier nur in Kleinigkeiten. Ein Satz dürfte aber jedem Europäer auffallen: "Do not shoot firearms on a highway or at traffic signs" (wörtliches Zitat). Übersetzt heißt es, dass es verboten ist, mit Feuerwaffen auf dem Highway oder auf Verkehrsschilder zu schießen. Dafür sind in Deutschland die Straßen in deutlich besserem Zustand als hier. Wer sich über den Flickenteppich A1 beschwert, war noch nie in USA. Risse und Schlaglöcher in der Straße sind hier auch auf Highways (Autobahnen) keine Seltenheit. Außerdem fährt der Amerikaner Automatikautos. Schaltwagen sieht man hier nur echt selten. Auf der Wandertour durch Big Basin (siehe Artikel Big Basin) habe ich mich mit einem Amerikaner unterhalten, der mir erzählt hat, dass er mal in Europa war und sein Mietwagen ein Auto mit manueller Schaltung war. Er hat ca. zwei Stunden gebraucht, um das Auto vernünftig bewegen zu können.

Eine weitere Sache, die sich unter anderem auch im Straßenverkehr bemerkbar macht, sind die Maßeinheiten. So werden Entfernungen nicht in Kilometern, Metern usw. gerechnet. Viel lieber benutzt man hier die eigenen Einheiten: 1 Inch (= 1 Zoll = 2,54 cm), 1 Foot (= 1 Fuß = 30,48 cm), 1 Yard (= 1 Elle = 3 Fuß= 91,44 cm), 1 Mile (= 1 Meile = 1,61 km). Nicht nur für Entfernungen gibt es andere Maße, sondern auch für Flüssigkeiten: 1 Gill (= 0,118 Lieter), 1 Pint (= 4 Gills = 0,473 Liter), 1 Quart (= 2 Pint = 0,946 Liter), 1 Gallon (= 1 Gallon = 4 Quart = 3,787 Liter). Das führt natürlich in vielen Bereichen zu Problemen bzw. Verwirrung. Nicht nur beim Einkaufen. In Europa interessiert man sich beim Kauf eines Autos zum Beispiel für den Benzinverbrauch pro 100 Kilometer. Jetzt könnte man meinen, dass man hier eben den Verbrauch auf 100 Meilen rechnet. Falsch geraten. Hier benutzt man als Angabe die Anzahl Meilen, die man mit einer Gallone fahren kann. Ist natürlich etwas nervig, sowas in Liter pro 100 km umzu echnen. Auch der Benzinpreis wird in Gallonen angegeben. Also Dollar pro Gallone. So muss man, um einen Vergleich mit Europa zu kriegen, den Benzinpries ca. durch 4 teilen. Hier liegt der Benzinpreis ca. bei 70 Cent pro Lieter. Ich hab mir das Umrechnen abgewöhnt. Man kanns eh nicht ändern, also tankt man einfach. So machen es die anderen Amerikaner auch. Außerdem ist auffällig, dass Diesel teurer ist als Benzin. Allerdings fährt hier niemand Diesel, außer vielleicht LKW.

Um das mit den Maßeinheiten mal eben zu Ende zu bringen, hier noch die Maße für Gewichte: 1 Ounce (= 1 Unze = 28,35 kg), 1 Pound (= 1 Pfund = 453,59 Gramm), 1 Cental (=1 Zentner =100 Pound = 45,359 kg), 1 Short Ton (= 1 Tonne = 907 kg). Außerdem werden Temperaturen in Grad Fahrenheit angegeben. Diese Einheit ist die schlimmste von allen, denn neben einem Umrechnungsfaktor ist hier in der Umrechnung auch noch eine Verschiebung. Umrechnung von Celsius in Fahrenheit: °F = 1,8 * °C + 32. Farenheit in Celsius: °C = 5 * (°F - 32) : 9. -> 0 °C = 32 °F, 20 °C = 68 °F, 100 °C = 212 °F, 0 °F = -17,77 °C.

Auch beim Einkaufen sollte man das ein oder andere wissen. Zum Beispiel verstehen sich die Preise im Supermarkt ohne Mehrwertsteuer. Die wird erst an der Kasse draufgerechnet. Das macht es beim Einlauf nicht grad einfach, einen Überblick zu haben, wieviel das, was man grad so alles einlädt, wirklich kostet. Die üblichen Verpackungsgrößen für Milch, O-Saft usw. sind 0,5 Gallonen oder 1 Gallone. Eier werden im Dutzend verkauft. An der Kasse wird am liebsten mit Karte gezahlt. Entweder Kreditkarte (Visa & Co werden hier an wirklich jeder Ecke akzeptiert) oder Debit Card (vergleichbar mit der EC-Karte). Nach den anfänglichen Schwierigkeiten mit der Bank und meinen Schecks (siehe Artikel "das Land der unbegrenzten Möglichkeiten"), ist es nun kein Problem mehr, meine Schecks bei der Bank of America einzureichen um dann mit meiner Debit/Visa-Karte, die ich von der Bank habe, darauf zugreifen zu können. So langsam gewöhne ich mich daran, kein Bargeld mehr zu benötigen. Das ist hier so üblich. Außerdem nehmen viele Läden keine Scheine größer als 20 Dollar an. Eine praktische Erfindung, die ich heute kennen gelernt habe, ist Cash Back beim Einkaufen. Man geht einkaufen und bezahlt mit der Debit/Visa-Karte. Beim Bezahlen muss man dann seine Nummer eintippen, und danach gibt's die Cash Back Option. Man kann dort einen Betrag (üblicherweise zwischen 1 Cent und 200 Dollar) eingeben, und diesen Betrag zahlt einem dann der Kassierer an der Kasse aus (wird natürlich vom Konto abgebucht). So spart man sich den Weg zu einem Bankautomaten, wenn man mal Bargeld braucht. Aber wie gesagt braucht man hier eigentlich nicht so häufig Bargeld. Die meisten Supermärkte sind 24-7-Märkte. Das heißt, dass sie 24 Stunden am Tag an 7 Tagen in der Woche geöffnet haben. Auch daran gewöhnt man sich schnell. Man muss also zum Beispiel, wenn man am Wochenende unterwegs ist, nicht auf die Uhrzeit achten, weil man sonst vielleicht am Sonntag ohne Lebensmittel da steht.

Weitere Besonderheiten ergeben sich in Restaurants. Nach den neuen Nichtrauchergesetzen ist die Tatsache, dass hier eigentlich fast überal in Gaststätten das Rauchen verboten ist, kein Besonderheit mehr. Es gibt aber trotzdem Dinge, die man hier wissen sollte. So geht man zum Beispiel nicht einfach in ein Restaurant und setzt sich dort an einen Tisch (Fast-Food-Ketten ausgenommen). Wenn man ein Restaurant betritt, wird man am Eingang von einem Mitarbeiter empfangen, dem man die Personenzahl mitteilt. Der Mitarbeiter weist einem dann den Tisch zu. Außerdem ist in den meisten oder vielen Restaurants sogenanntes Free Refill für die Getränke. Das heißt, man bestellt ein Getränk und das wird dann immer wieder aufgefüllt, ohne dass das extra kostet. Auch hier gibt es wieder eine Besonderheit beim Bezahlen. Die Bedienungen bekommen ein sehr geringes Gehalt von den Arbeitgebern. Sie leben von dem Trinkgeld. So ist es üblich, 15 bis 20 Prozent des Rechnungspreises als Trinkgeld (der sogenannte Tip) zu geben. Auch hier ist es kein Problem, mit der Kreditkarte zu bezahlen. Man bekommt die Rechnung in einer Ledermappe. Möchte man mit Karte zahlen, steckt man statt des Bargelds die Kreditkarte in die Tasche. Die Bedienung holt sich die Karte dann ab und rechnet damit die Rechnung ab. Wenn die Karte zurückkommt, trägt man den Tip (das Trinkgeld) auf einem Zettel ein. Das wird dan ebenfalls mit der Kreditkarte abgebucht.


15.03.2008, 22:30 h PDT

St. Patrick's Day in San Francisco

Bekanntermaßen besteht die Bevölkerung der USA neben den Ureinwohnern (mit denen nicht US-Amerikaner gemeint sind, die vielleicht schon seit vielen Generationen hier leben, sondern die Indianer) aus Einwanderern, die früher oder später aus anderen Ländern hier hergekommen sind. Das führt dazu, dass viele Kulturen nebeneinander leben, aber viele Feste und Bräuche der Kulturen beibehalten werden. Grade in San Francisco merkt man die verschiedenen Einflüsse sehr stark. Zum Beispiel ist dort eine der größten chinesischen Siedlungen der Welt, die sich außerhalb der Volkrepublik China befindet (Chinatown). Dadurch gibt es eigentlich keine bis wenige Traditionen und Bräuche, die wirklich amerikanisch sind. Angefangen bei den in Deutschland immer beliebter werdenden Halloween, von dem viele meinen, dass es aus USA kommt. In Wirklichkeit ist es aber ein irischer Brauch, der von Einwanderern in die USA gebracht wurde. Ein weiteres irisches Fest ist der St. Patrick's Day, und der wurde am Samstag in San Francisco gefeiert. Zu diesem Anlass gab es eine Parade, für die die Market Street gesperrt wurde. Die Market Street ist eine der größten Straßen in San Francisco und führt direkt durch den Financial District (das Bankengebiet von San Francisco). Dieses Event wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Deswegen bin ich mit Thomas und seinen beiden Kumpels (die alle drei zurzeit übergangsweise bis Montag bei uns wohnen, bis sie dann mit einem Zwischenstopp in New York wieder nach Hause fliegen) und dem Mietwagen (den ich mir fürs Wochenende besorgt hab und Freitagabend nach dem Spiel auf dem Weg nach Hause abgeholt hab) nach San Francisco gefahren. Diesmal hab ich einen Chevrolet HRR bekommen. Erinnert von der Form her etwas an einen Chrysler PT Cruiser, allerdings etwas kleiner. Ganz besonders wichtig ist an diesem Auto, dass man den Motor mit der Fernbedienung am Schlüssel (mit der man das Auto selbstverständlich auch auf- und abschließen kann) starten kann. Laut Benutzerhandbuch liegt der Sinn in dieser Funktion darin, dass man den Motor schon mal starten kann, damit an warmen Tagen die Klimaanlage das Auto schon mal auf eine Temperatur gebracht hat, die menschliches Leben überhaupt erst ermöglicht (KEIN wörtliches Zitat sondern eine freie Interpretation von mir).

Nach der Parade ging es dann auf Shopping- und Sightseeingtour durch San Francisco. Dieses Mal stand Chinatown, eine Fahrt mit dem Cable Car, ein Blick auf die Skyline von oben und Treasure Island bei Sonnenuntergang auf dem Plan.

Zurück in Sunnyvale wurde der Abend mit Bowling beendet. Alex (ein weiterer Praktikant, der demnächst fertig ist) und seine Freundin Jeanie haben sich uns fürs Bowling noch angeschlossen. Von ihm werde ich bei Gelegenheit auch noch weitere Bilder von dem Abend bekommen, weil ich nicht so viele gemacht habe.


15.03.2008, 22:00 h PDT

Let's go Sharks!

Ein gelungener Auftakt für ein super Wochenende brachte am Freitagabend das Eishockey-Spiel zwischen den San Jose Sharks und den St. Louis Blues. Die Liga ist in eine Gruppe für den Westen und eine für den Osten geteilt, und am Ende der Saison treffen dann jeweils die besten Mannschaften der Eastern Conference auf die besten der Western Conference, um den NHL Champion zu ermitteln. Die Sharks als Gastgeber des Abends stehen zurzeit auf Platz zwei der NHL (National Hockey League) Western Conference. Die Gäste aus St. Louis befinden sich zurzeit auf Platz 14 (von 15) in der Tabelle. Der Austragunsort war der HP Pavilion in San Jose.

Auf Grund der Entfernungen der Städte ist es hier so, dass im Normalfall nur bzw. fast nur Fans des gastgebenden Vereins da sind. Ca. 17.500 Zuschauer fasst der HP Pavilion bei Eishockeyspielen. Er war zwar nicht ausverkauft, aber doch schon recht voll, was zu einer echt beeindruckenden Stimmung führte.Wie bei jedem Event in den Vereinigten Staaten geht es natürlich auch beim Eishockey darum, möglichst viel Show zu machen. So begann schon der Einlauf der Spieler mit einem riesigen Spektakel. Bevor es dann mit dem Spiel losgehen durfte, mussten sich natürlich erst noch alle Zuschauer von den Sitzen erheben, während von einer Sängerin live die Nationalhymne gesungen wurde. Danach konnte es dann aber losgehen. Am Ende des ersten Drittels lagen die Sharks schon mit 4:0 in Führung. Der einzige Gegentreffer, der dann auch zum 4:1-Endstand führte, kam zu Beginn des zweiten Drittels. Immer wenn die Sharks ein Tor gemacht haben, kam neben der Musik (die sowieso ständig eingespielt wurde) noch ein Signal, was aus dem zweimaligen Hupen eines Nebelhorns von einem Schiff stammt. Naja ... Hupen kann man es eigentlich nicht mehr nennen. Es war schon ein Dröhnen. Wenn dieses Signal ertönt, vibriert jedes Mal das komplette Gebäude. Weitere Signale, die zur Einschüchterung des Gegners dienen, ist zum Beispiel die Musik aus dem Film der Weiße Hai (Shark = Hai), immer wenn ein Spieler der Gegner wegen eines Regelverstoßes (Foul, bzw Penalty) auf die Bank musste. Außerdem wurde die Zeit in den Pausen genutzt, um das Publikum mit Gewinnspielen wie Dreiradrennen auf dem Eis zu belustigen. So dehnt sich ein Spiel, das dreimal 20 Minuten Spielzeit hat, auch schnell auf zweieinhalb Stunden aus.


13.03.2008, 22:00 h PDT

Sunnyvale Public Safety Department

Wie schon in dem Artikel "Der erste Tag in Sunnyvale" erwähnt, hat mir Bill von der Feuerwehr in Sunnyvale nen Aufnäher von der Uniform versprochen. Also bin ich heute nach der Arbeit noch mal da vorbeigegangen. Siehe da, Bill hat sein Versprechen gehalten und hat mir den versprochenen Aufnäher gegeben. Bei der Gelegenheit hat er mir auch gleich noch ein Dienst-T-Shirt geschenkt. Vielleicht klappt das ja auch noch bei anderen Feuerwehren. Ich könnte ja mal in Santa Clara oder San Jose bei der Feuerwehr vorbei fahren. San Francisco bietet sich natürlich sowieso an. Fragen kostet ja nix, und wie man sieht, kann es auch mal Erfolg haben.


09.03.2008, 20:00 h PDT

Santa Cruz

Heute bin ich spontan mal nach Santa Cruz runter gefahren. Santa Cruz liegt ca. 1 h südlich von uns am Pazifik. Wenn man von hier aus dort hinfährt, verlässt man dann irgendwann die 85 (Highway) und kommt auf die 17. Welches Symbol hier für welche Art von Straße steht, hab ich noch nicht ganz begriffen, aber ist auch eher unwichtig. Geschwindigkeitsbegrenzungen stehen sowieso überall und dran halten tut sich auch niemand. Also immer dem Verkehrsfluss anpassen. Der Unterschied zwischen der 85 (die 4 Spuren pro Richtung hat) unterscheidet sich von der 17 darin, dass die 17 nur 2 Spuren hat und eher einer Landstraße gleicht, die durch Wald und Berggebiet führt. Im Vergleich zum Highway, der nach San Francisco führt, doch eine nette Abwechslung. Am Ende liegt Santa Cruz. Eine eher kleine Stadt, die anders als viele andere Städte so etwas wie eine Innenstadt (Downtown) hat. Vor allem ist Santa Cruz beliebt bei Surfern. Bei angenehmen 20 Grad war da heute am Pazifik schon reges Treiben am Strand und einer netten Straße, die direkt am Pazifik an der Steilküste entlang führt. Hab allerdings bei der Fahrt keine Bilder machen können, da ich ja selbst gefahren bin, und irgendwie hab ich auch nicht dran gedacht, Luca meine Kamera zu geben, daher gibt es nur ein paar Strandbilder.

Und schon ist das Wochenende wieder vorbei. Muss noch nach San Jose zum Flughafen und "mein" Auto wieder wegbringen. Bin mal gespannt, was ich nächstes Wochenende für ein Auto bekomme. Dann werde ich auch nicht bis nach San Jose dafür müssen, sondern kann hier in Sunnyvale bei der Autovermietung den Wagen abholen.


09.03.2008, 13:00 h PDT

Zeitumstellung in Kalifornien

Wie auch in Deutschland, wird in Kalifornien (was nicht in jedem Bundesstaat der USA üblich ist) im Sommer die Zeit auf Sommerzeit umgestellt. Hier in Kalifornien war es in der letzten Nacht so weit. Die Uhren hier stehen jetzt auf Sommerzeit. Damit heißt die Zeit hier nun auch nicht mehr Pacific Standard Time (PST), sondern Pacific Daylight Saving Time (PDT). Da in Deutschland die Zeit noch nicht umgestellt wurde, haben wir also bis zur Umstellung in Deutschland nur noch eine Zeitverschiebung von -8 h.


08.03.2008, 22:30 h PST

Was ist eigentlich mit SMS?

Wurde mir schon öfter gestellt, die Frage. SMS könnt ihr mir ganz normal auf meine deutsche Handynummer schicken. Kostet mich nix und euch ne SMS, wie sie euch auch kosten würde, wenn ich in Deutschland wäre. Die Antwort werdet ihr dann von meiner amerikanischen Handynummer kriegen. Da kosten mich SMS nach Deutschland 0,15 $, also weniger, als wenn ich in Deutschland ne SMS in ein anderes Netz schicke. Allerdings kostet es in USA auch, SMS zu empfangen (ebenfalls 0,15 $), daher bitte keine SMS auf meine amerikanische Nummer. Ist für beide Seiten also günstiger.

Wo wir grade schon bei Unterschieden zwischen USA und Deutschland im Mobilfunk sind, kann ich hier auch noch etwas mehr erzählen. In Deutschland ist es ja bekanntermaßen so, dass man als Anrufer für ein Gespräch von Festnetz auf Handy mehr bezahlt als für ein Gespräch von Festnetz zu Festnetz. Auch das ist in USA anders. Der Anrufer zahlt immer den gleichen Preis. Egal ob Handy oder Festnetz. Ruft man vom Festnetz auf ein Handy an, bezahlt der Angerufene die Mehrkosten und nicht der Anrufer. Daher kann man in USA den Nummern auch nicht ansehen, ob es Handynummern sind oder Festnetz. Die Handynummern haben hier häufig die Vorwahl von dem Ort, wo man wohnt, aber da ja der Angerufene die Mehrkosten zahlt, ist es ja auch für den Anrufer unwichtig zu sehen, ob es ne Festnetz- oder Handynummer ist.


08.03.2008, 22:00 h PST

San Francisco

Da ich ja nun schon mal ein Auto am Start hatte, bot es sich natürlich an, etwas damit zu unternehmen. Also hab ich mich zusammen mit Luca am Samstagnachmittag mal auf den Weg nach San Francisco gemacht. Das ist von uns ca. ne Stunde mit dem Auto entfernt, je nach Verkehr. Und das war auch schon das Stichwort … "Verkehr". Wer meint, in Deutschland schon alles erlebt zu haben, war noch nicht in San Francisco. An einigen Stellen ist die Stadt ein einziger Stau. Man sollte also sehen, dass man irgendwo am Stadtrand parkt (was wir natürlich nicht getan haben) und sich dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort bewegen. Ein weiteres Argument für die öffentlichen Verkehrsmittel sind die enormen Parkgebühren auf den öffentlichen Parkplätzen in der Nähe der Piers (dort wo die ganzen Geschäfte sind, die Fähren nach Alcatraz fahren usw.). Die Parkgebühren dort liegen bei 3 $ pro halbe Stunde. Wir haben irgendwie durch Glück nen Parkplatz am Straßenrand gefunden, der uns dann 2 $ für eine Stunde gekostet hat. Im Vergleich zu den anderen Preisen schon fast billig. Eine weitere Freude für Autofahrer (neben den wie gesagt sehr vollen Straßen) sind die Hügel, auf denen San Francisco gebaut ist. Manche Straßen sind echt extrem steil. Ein Tod für jeden Fahranfänger. Ich war irgendwie froh, mit einem Automatik-Wagen unterwegs zu sein, der das Erklimmen der Berge und vor allem das Anfahren am Berg doch sehr erleichtert.

Zu San Francisco bzw. zu dem, was wir da so getan haben, brauche ich eigentlich nicht viel zu sagen. Guckt euch einfach die Bilder an. Golden Gate Bridge, Pier 39 und die viktorianischen Häuser (die die meisten wohl aus dem Vorspann der Serie Full House kennen). Die Lombard Street sind wir auch runtergefahren. Davon lassen sich allerdings während der Fahrt schlecht Bilder machen. Muss also mal gucken, dass ich bei Gelegenheit da mal noch Bilder von mache.


07.03.2008, 19:40 h PST

Pizza Meeting und der Vorteil einer großen Firma

So, erste Arbeitswoche geschafft. Bisher ist noch nix Aufregendes passiert. Die Besonderheit an Freitagen ist, dass (neben der Tatsache, dass es der letzte Arbeitstag vor dem Wochenende ist) freitags meistens Engineering Seminar ist. Engineering Seminar ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein Seminar für Ingenieure. Naja, Seminar würd ich es nicht unbedingt nennen. Seminar klingt immer nach langer Dauer. Das Engineering Seminar geht meist nur ein bis eineinhalb Stunden. Dort halten Ingenieure aus der Firma Präsentationen bzw. Vorträge über bestimmte Themen (für gewöhnlich über das Projekt, an dem sie aktuell arbeiten). Es ist also ein Seminar von und für die Ingenieure (Praktikanten als angehende Ingenieure eingeschlossen). Das Ganze dient zum einen natürlich dem Informationsaustausch zwischen den Mitarbeiten, damit sie sehen, woran aktuell gearbeitet wird in den verschiedenen Abteilungen, zum anderen ist es für die Praktikanten auch ein guter Einblick in die Firma und die verschiedenen Möglichkeiten, und man lernt dabei auch eine ganze Menge. Damit das Ganze nicht so trocken wird, gibt's bei diesen Seminaren Pizza und kalte Getränke "for free" (warme Getränke wie Tee und Kaffee gibt es in der Cafeteria ja sowieso schon grundsätzlich umsonst). Wenn die Amerikaner in Bezug auf Getränke "kalt" sagen, dann meinen sie natürlich auch KALT. Man könnte die Getränkedosen ja einfach in den Schulungsraum stellen, damit sich die jeder selbst aus der Verpackung rupfen kann. Wird natürlich aber nicht gemacht. Die Getränkedosen kommen in einen großen Plastikeimer, der dann bis oben mit Eiswürfeln gefüllt wird, damit die Getränke auf keinen Fall zu warm werden. Die Raumtemperatur, die von der Klimaanlage konstant gehalten wird (soll Leute geben, die in T-Shirt von draußen reinkommen und sich dann 'nen Pullover anziehen, weil sie drinnen frieren), ist für die Getränke natürlich viel zu warm. Auf Grund dessen wird dieses Seminar in Fachkreisen auch "Pizza Meeting" genannt.

In einer großen Firma zu arbeiten hat schon so seine Vorteile. Wenn was fehlt, was kaputt ist oder was auch immer, gibt es immer jemanden, der dafür zuständig ist. Die Firma zahlt den Praktikanten ja 14 Tage Mietwagen. Hab mir also heute überlegt, mir übers Wochenende 'nen Mietwagen zu holen. Ich weiß zwar noch nicht, was ich am Wochenende anstellen will, aber Auto ist schon mal gut. Zumal wir die 14 Tage eh in den ersten zwei Monaten verbrauchen müssen. Also zur Sekretärin gehen und Mietwagen ordern. Der Rest passiert von alleine. Kurz später liegt ein E-Mail-Ausdruck (hab noch keine eigene E-Mail-Adresse von der Firma) mit der Auftragsnummer auf dem Tisch, mit der ich mir den Wagen dann abholen kann. Feine Sache. Wenn der Drucker mal nicht geht (wie heute), einfach Anne (die Sekretärin) Bescheid sagen, und der dafür zuständige Mitarbeiter löst das Problem sofort. Die Einzigen, die nicht so flott sind, sind die Jungs von der IT-Abteilung. Eigentlich sollte ich schon nen Computer zur Verfügung haben und das Passwort dazu, aber die Jungs kommen einfach nicht voran. Mein Supervisor hat sie heute erst mal ein bisschen gescheucht, damit die mal fertig werden, und schwups stand einer von denen da und hat die Sache in Angriff genommen und versprochen, dass es Montag läuft.

Ein bisschen verwirrt war ich heute, als mich einer auf dem Flur auf mein "Die Ärzte"-T-Shirt angesprochen hat (ein Ami, kein Deutscher). Der wollte wissen, was das für ne Band ist und was die für Musik machen. Hab dann ein bisschen mit ihm gequatscht. Er war wohl mal DJ beim Radio und kannte sich recht gut aus. Er kannte auch unter anderem die Toten Hosen. Da hab ich nicht mit gerechnet (ich meine, ist jetzt nicht grade eine meiner Lieblingsbands, aber ich hab nicht damit gerechnet, dass man die hier kennt). So einfach lernt man hier Leute kennen. Das geht ganz flott.

So, Wochenende. Mal gucken, was es danach so zu berichten gibt.


04.03.2008, 22:00 h PST

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Schöne Sache, wenn man am ersten Arbeitstag gleich nen Scheck bekommt. Allerdings wurd's auch Zeit, da ja die Miete bezahlt werden muss und noch ein paar andere Dinge. Außerdem wurde die Kohle, die man schon mitgebracht hat, auch langsam knapp. Daher kam der Scheck am ersten Arbeitstag wirklich passend. Ok. Scheck eingesteckt, aber was nu? Als naiver Deutscher meint man jetzt natürlich, man kann einfach zu seiner Bank rennen, bei der man ja vor einer Woche ein Konto eröffnet hat, und den Scheck einlösen. Die Kohle aufs Konto, die Miete an Clara überweisen (die Miete wird ja durch vier geteilt, also muss einer das Geld einsammeln und dann überweisen. In diesem Fall hat Clara sich das zur Aufgabe gemacht) und ein paar Dollar bar auszahlen lassen, damit man einkaufen kann. Nach meiner Einleitung kann man sich schon denken, dass es natürlich nicht so einfach ist.

Das Ganze fängt schon bei den Öffnungszeiten an. Wir arbeiten normalerweise ab 9 h bis 18 h oder länger. Die Bank öffnet um 9 h. Also kommt man, wenn man zur Bank will, erst mal später zur Arbeit. Ist nicht das ganz große Problem, weil wir im Prinzip Gleitzeit arbeiten. Also bleibt man dafür abends halt etwas länger, und schon passt das Ganze wieder. Also heute Morgen Scheck eingepackt und vor der Arbeit zu meiner Bank (Bank of America). Theoretisch wäre es problemlos gegangen, da den Scheck einzulösen, aber es hätte ca. 10 Tage gedauert, bis das Geld auf meinem Konto ist. Ganz genau hab ich das Problem nicht verstanden, aber ich glaube, es hat irgendwie damit zu tun, dass mein Konto neu ist und der Scheck von einer anderen Bank kommt oder so. Schon doof das Ganze, denn die Miete muss ja bis zum 5. bezahlt sein, sonst werden uns 150 $ extra berechnet.

Gab aber noch eine zweite Möglichkeit, schnell an das Geld zu kommen: Mit dem Scheck zu der Bank, von der der Scheck kommt, das Geld auszahlen lassen und dann damit wieder zurück zur anderen Bank. Gesagt, getan. Wells Fargo hat seine Filiale passenderweise gleich gegenüber. Mit dem Scheck dort am Schalter kam dann das nächste Problem auf. Da wir keine Kunden bei der Bank sind, muss der Scheck verifiziert werden. Dazu mussten wir dann zur nächsten Mitarbeiterin. Die musste dann die Telefonnummer anrufen, die auf dem Scheck steht, und sich dort bestätigen lassen, dass der Scheck an uns ausgestellt wurde. Danach kam die verhängnisvolle Frage, ob wir noch mehr Schecks kriegen würden von der Bank. Naja, anfangs schon, solange die Firma das Geld nicht direkt überweisen kann (das geht erst, wenn wir eine Sozialversicherungsnummer haben, und die wiederum kann man erst 10 Tage nach Arbeitsbeginn beantragen). Also wird da noch der ein oder andere Scheck folgen. Daraufhin meinte die Mitarbeiterin, dass wir dann ein Konto bei der Bank bräuchten, damit die nicht jedes Mal die Schecks verifizieren müssen. Auch nach dreifacher Erklärung, dass das mit dem Konto Blödsinn ist, weil wir ja nur das Geld wollen und wir ein Konto bei einer anderen Bank haben, was wir nutzen wollen, hat sie das Ganze nicht kapiert und war nicht mehr von ihrem Plan mit dem Konto abzubringen. Also hat sie uns auch noch ein Konto eröffnet. Die Frage, ob das Konto irgendwelche Gebühren hat, hat sie mit nein beantwortet. Ich hoffe, dass das auch stimmt, sonst rollen da die Köpfe. Naja, sie hat dann irgendwie die Schecks per Telefon verifiziert, und wir mussten das Ganze auch noch mit nem Fingerabdruck bestätigen. Als sie dann meinte, wir müssten für die Eröffnung 100 $ auf das Konto einzahlen, hab ich ihr noch einmal erklärt, was ich von ihr will und sie von mir keine 100 $ kriegen wird (es kann nicht an Sprachproblemen (zumindest meinerseits) gelegen haben, da auch Luca und Clara verstanden haben, was ich ihr erklärt hab). Daraufhin hat sie dann mit ihrem Boss gesprochen und das Konto ohne die 100 $ eröffnet. Irgendwann haben wir dann auch unser Geld bekommen. Mal hoffen, dass ich mit der Bank nicht noch mehr Spaß habe.

Mit dem Geld also wieder zurück zur Bank of America und das Mietproblem lösen. Da ich grad schonmal da wa, hab ich mir auch gleich für 10 $ Quarter-Dollar-Münzen (viertel Dollar) geben lassen (also insgesamt 40 Münzen). Die Waschmaschinen hier sind immer für ein ganzes Haus, und man muss da Geld reinstecken. Das Ding nimmt aber nur die Quarter-Münzen. Trockner das Gleiche. Wäsche draußen aufhängen ist verboten. Also alles fein in den Trockner. Für einen Waschgang mit Trocknen bedeutet das jeweils 9 Münzen, weil Waschen 1,25 $ und Trocknen 1 $ kostet. Also immer fein die Quarters sammeln oder bei der Bank wechseln …

… willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!


03.03.2008, 22:15 h PST

Der erste Arbeitstag

Eigentlich kann man ihn als einen typischen ersten Arbeitstag bezeichnen. Hier Formulare ausfüllen, da Formulare ausfüllen ... Hier ne Einführung, da ne Einführung, Firmenausweise (hab jetzt nen eigenen Firmenausweis mit Bild drauf, der immer sichtbar getragen werden soll ... sieht mörderwichtig aus) angefertig usw. Mittags ging es dann mit unserem Supervisor (Betreuer), dem Vice President of Engineering (irgendwie Chef) und den Interns (die Praktikanten) zum Essen. Das war ganz nett. So konnte er die neuen und wir unsere "Chefs" ein bisschen kennen lernen. Die Mittagspause ging dann auch gleich von 11.30 h - 14 h aber wenn Chef dabei ist, kann es ja nicht schlimm sein. Wenn dann der Supervisor auch noch die Rechnung bezahlt, ist es perfekt.

Ich arbeite in der Fiber Group. Viel will ich da an dieser Stelle gar nicht drüber schreiben und Details darf ich eh nicht verraten. Bei Fiber geht es aber grundlegend darum, Daten in Form von Licht über Lichtwellenleiter zu übertragen (als kurze Erklärung für die, die von der Materie keine Ahnung haben). Die Gruppe besteht aus mehreren Ingenieuren, und zurzeit 3 Praktikanten. Am Anfang werden wir uns viel in die Theorie einarbeiten müssen, und späer werden wir dann mehr und mehr in die Projekte eingebunden, an denen die Gruppe arbeitet. Je nachdem, wo Not am Mann ist und was wann fertig sein muss, kann sich das auch mal von heute auf morgen ändern, an welchem Projekt man gerade arbeitet.

Ein "eigenes Büro" habe ich auch. Zumindest das, was man hier als Büro bezeichnet. Die Dinger nennen sich Cubicals. Ein langer Flur, wo die Büros nur durch Stellwände getrennt sind. Also so, wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt. Dafür hab ich aber nen eigenen Platz mit Computer usw., und ein Namensschild für das "Büro" wird's auch noch geben. Sieht also wieder mal alles sehr wichtig aus. Das scheint hier in USA sowieso ganz wichtig zu sein. Alles muss toll und wichtig aussehen (siehe Feuerwehrautos oder das, was ich unter "the first contact" geschrieben habe. Schön ist, dass das Büro mehr oder weniger direkt neben der Cafeteria ist. So kann man schnell mal bei Peter vorbeigehen und sich Tee oder Kaffee für umsonst holen. Man muss natürlich für den ganzen Kram in der Cafeteria bezahlen, aber Tee und Kaffee sind kostenlos.

Morgen geht's erst mal vor der Arbeit zur Bank, um den Scheck, den es heute gab, einzulösen (is das nich fein? erster Arbeitstag und gleich ein Scheck). Allerdings muss das auch sein, weil die Miete bis zum 5. bezahlt sein muss und heute ist schon der 3.

Mal gucken, was die nächsten Tage so bringen. Ich denke, es wird einige Zeit brauchen, bis man sich da richtig eingearbeitet hat. Mein Supervisor hat auch schon gefragt, ob ich nicht 12 statt 6 Monate bleiben kann. Da werde ich ihn aber wohl enttäuschen müssen.


02.03.2008, 20:30 h PST

Half Moon Bay

Trotz der anstrengenden Wanderung gestern haben wir heute doch noch einen Ausflug gemacht. Wir sind spontan zur Half Moon Bay gemacht. Von hier aus ist das der nächste Strand (ca. 30 Min. Fahrzeit). Ist schon ne nette Sache, Ende Februar am Strand zu stehen ohne Winterjacke. Allerdings merkt man dann doch, dass es Winter ist. Silicon Valley ist klimamäßig ein Sonderfall. Hier im Valley ist es meistens locker 5 °C wärmer als in der Umgebung. Außerdem ist im Valley kaum Wind im Vergleich zur Küste. Am Strand konnte man es also doch nicht ohne Pullover aushalten, und nach Sonnenuntergang wurde es auch im Pullover etwas kalt. Gelohnt hat es sich trotzdem. Auf der einen Seite, weil es der erste Strand ist, den ich hier zu sehen bekommen habe, und auf der anderen Seite, weil wir dort einen echt netten Sonnenuntergang zu sehen bekamen. Also genießt einfach die Bilder.


01.03.2008, 23:00 h PST

It was sooo amazing

… so in der Art würde es ein Amerikaner zusammenfassen. Wie schon erwähnt, stand heute ein Ausflug zum Big Basin Redwoods State Park auf dem Plan. Organisiert von Peter, dem Cafeteria-Chef von Coherent. Er geht privat mehr oder weniger jedes Wochenende wandern und macht vorher immer einen Aushang in seiner Cafeteria. So kann jeder, der Lust hat, sich dort anschließen. Also ging's heute (wie gestern auch schon) zum Big Basin Park. Wenn Peter wandern geht, dann auch richtig. Die vorgesehene Strecke waren 12 Meilen (fast 20 km). 20 km bergauf/bergab über enge Wege, Baumstämme und Felsen (Wege gab es nicht überal, wo Peter uns langgeführt hat). Die Strecke war nach ca. 5 Stunden geschafft. Genau rechtzeitig, denn die Sonne war inzwischen auch untergegangen und es wurde immer dunkler. War zwar sehr anstrengend, aber hat sich auch gelohnt. Besonders die Wasserfälle sahen echt toll aus … oder wie der Ami sagen würde: amazing.

Auf dem Rückweg gab's noch einen Stopp in Saratoga. Ein kleiner Ort am Rande des Valleys (Silicon Valley). Einer der wenigen Orte hier, der so was wie eine Innenstadt (Downtown) hat. Sieht echt nett aus. Allerdings war der Rückweg etwas verwirrend, denn es war inzwischen dunkel, und an der Hauptstraße in Saratoga waren alle Bäume mit Lichterketten beleuchtet. Vielleicht haben die noch nicht mitbekommen, dass Weihnachten inzwischen vorbei ist. Bilder wie immer in der Galerie.


29.02.2008, 22:00 h PST

Big Basin Redwoods State Park

Wie schon mal irgendwo erwähnt, hat Thomas gestern Besuch bekommen. Thomas hatte heute seinen letzten Tag, und ab morgen steht für ihn und seinen Besuch ein Roadtrip auf dem Plan. Thomas musste zwar heute noch arbeiten, aber das ist ja kein Grund für seinen Besuch, nicht trotzdem einen Ausflug zu machen. Netterweise haben sie Luca und mich auch mitgenommen. Wir haben Thomas zur Arbeit gebracht mit seinem Auto (bei der Gelegenheit die Firma besichtigt … siehe "first contact"), und dann sind wir mit seinem Auto los Richtung Big Basin Redwoods State Park. Ein Gebiet, das aus grünen Bergen besteht. Dort wachsen auch die Mammutbäume (Redwood heißen diese Bäume hier). Die Fahrt ging über eine Landstraße durch dieses Waldgebiet dahin. Unterwegs gab's oft eine super Aussicht über die Berge. Ich habe von diesem Aussichtspunkt aus auch Bilder gemacht, die ihr in der Galerie findet. Leider kann man auf den Bildern nicht erkennen, dass man hinter den Bergen noch den Pazifik sieht (liegt daran, dass das Wasser ähnlich blau ist wie der Himmel).

Die Nummer mit den Bäumen kann man kaum beschreiben. Sie sind einfach gigantisch. Auf den Bildern kriegt man nen kleinen Eindruck davon, aber so richtig sieht man es wirklich nur, wenn man davor steht. Der höchste Baum, "the mother oft he forest", ist 629 Fuß hoch. Das entspricht in etwa 210 Metern. Der "father oft he forest" hat in Brusthöhe einen Durchmesser von etwas mehr als 5 Metern (16 Fuß und 10 Inch).

Der Mann aus der Coherent-Kantine organisiert regelmäßig Wanderungen für die Mitarbeiter. Den habe ich heute auf der Besichtigung auch kennen gelernt. Für morgen ist eine Wanderung durch Big Basin geplant. Da werde ich mich anschließen. Ich war zwar heute schon da, aber wir sind da ja nur ne klein Runde gegangen. Er hat wohl nen richtig langen Trip geplant, daher wird's da wohl noch deutlich mehr zu sehen zu geben. Außerdem hab ich bisher eh nix geplant für morgen. Also warum nicht da mitfahren?

Auf dem Rückweg mussten wir noch Thomas' Auto waschen. Auch das war eine neue Erfahrung. Hier fährt man das Auto einfach an die Waschstraße, bezahlt und gibt den Autoschlüssel ab. Die Leute vom Carwash fahren das Auto in die Waschhalle, waschen es von außen und saugen im Auto alles aus (inklusiver aller Fächer, in denen nichts liegt). Draußen wird das Auto von denen dann noch trocken gewischt. Echt ein super Service und das ganze für 13 $.


29.02.2008, 21:00 h PST

The first contact

Obwohl das Praktikum erst am Montag anfängt, gab es schon den ersten Kontakt zu zukünftigen Kollegen. Wie ja schon an der ein oder anderen Stelle erwähnt, hatte heute die aktuelle Gruppe von Praktikanten (zumindest die meisten von ihnen) ihren letzten Tag. Daher gab es gestern eine kleine Abschiedsparty in einem typischen Ami-Schuppen. Eigentlich ganz nett. Ein amerikanisches Pub, wo man aber auch was futtern kann (natürlich Burger). Ich wurde gleich mitgeschleppt und hatte da dann schon die Chance, Leute aus der Firma kennen zu lernen. Ob ich mit einem von denen in irgendeiner Weise zusammenarbeiten werde, kann ich allerdings nicht sagen. Das werde ich am Montag wohl rausfinden. Waren aber alle echt nett. Ein par typische Amerikaner, aber auch einige mit anderer Herkunft (Europa und Asien). Eigentlich gab's von dem Abend auch Bilder, aber irgendwie hat die Speicherkarte ein Problem gehabt, und somit hat sich das mit den Bildern von dem Abend auch erledigt.

Außerdem ist Luca gestern Abend gekommen. Luca ist mein italienischer Mitbewohner. Er ist mit dem gleichen Flug gekommen, den ich am Montag hatte. Er ist also gegen 6.50pm (sorry Deutschland … 18.50 h) in San Francisco angekommen. Wie von da nach Sunnyvale kommen? Wie auch bei mir, gab's die Möglichkeit, nen Mietwagen zu nehmen, den die Firma ja zur Verfügung stellt, oder halt mit Bart und Caltrain (also mit der Bahn). Thomas hatte ihm auch eine Beschreibung geschickt, wie man mit der Bahn hier herkommt, und hatte auch angeboten, ihn dann vom Bahnhof abzuholen. Luca hat das Problem für sich spontan ganz einfach gelöst. Er hat einfach die fast 50 km vom Flughafen zu uns mit nem Taxi zurückgelegt … für schlappe 107 $. Is sowas typisch für Italiener? Naja, er ist ja ganz nett. Nur ziemlich ruhig, und ich glaube, er hat teilweise Probleme, uns zu verstehen. Ich weiß nicht, ob das am Englisch liegt oder ob er die Informationen einfach nicht so richtig gespeichert kriegt. Aber er ist Ph.D.-Student (angehender Doktor). Muss also schon ein bisschen was auf dem Kasten haben.

Heute wollte Luca gerne schon mal seinen Supervisor (Betreuer) kennen lernen. Daher hat Thomas uns mit zur Firma genommen und hat uns da jemandem vorgestellt. Ob es wirklich der Supervisor von einem von uns sein wird, weiß ich nicht, aber er war nett. Hatte nur nicht viel Zeit, weil er zu ner Besprechung musste. Da wir aber grad schon mal da waren, hat Thomas uns als Besucher durch die Firma geführt und uns das Ganze etwas gezeigt. Man merkt da schnell, dass es bei Gebäuden von amerikanischen Firmen umgekehrt ist zu Firmengebäuden in Deutschland. In Deutschland baut man hohe Gebäude, die von außen pottenhässlich sind. Von innen ist aber meistens die Ausstattung recht neu. Die Amis machen es genau anders rum (zumindest was ich hier in Silicon Valley bisher beobachtet habe). Man baut flache Gebäude, die dafür etwas breiter sind. Von außen sieht auch alles super modern aus. Geht man über den Empfangsbereich hinaus, sieht es schon wieder anders aus. Ich will jetzt nicht damit sagen, dass es drinnen alles uralt ist, aber es hält nicht das, was ich nach dem Anblick von außen erwartet hätte.

 


29.02.2008, 20:45 h PST

Update: Landeanflug auf San Francisco

Wer den Bericht über den Flug, genauer gesagt den Absatz über den Landeanflug auf San Francisco International Airport aufmerksam gelesen hat, hat sich bestimmt geärgert, dass es davon keine Bilder gibt. Genau diese Bilder kann ich euch zwar nicht anbieten, aber Thomas (einer meiner Vorgänger, der heute seinen letzten Tag hatte) hat gestern Besuch von zwei Freunden (Christian und Christian … quasi Christian²) bekommen, und die haben netterweise diesen Landeanflug fotografiert und mir die Bilder zur Verfügung gestellt. Ihr Landeanflug war bei Tageslicht. Also nur halb so spektakulär. Trotzdem sind's ganz nette Bilder geworden. Denkt euch also die Sonne weg und stellt euch das Ganze im Nachtmodus vor ;-)


26.02.2008, 20:30 h PST

Der erste Tag in Sunnyvale

Jetlag kann Vor- und Nachteile haben. Nach einem ca. 26-Stunden-Reisetag nachts um 1 h ins Bett, und um 8 h ist man schon wieder wach, und das ganz ohne Wecker. Eigentlich ist es ganz praktisch. So wird man nicht zum Langschläfer. Ab Montag geht's an die Arbeit. Da gibt's eh kein Ausschlafen mehr. Allerdings ist Arbeitsbeginn um 9 h. Ist also auch alles sehr human.

Gestern nach meiner Ankunft sind wir erst mal zum "deutschen Apartment" rüber. Ich wohne zurzeit in einem Apartment mit Clara, Estelle und Remi (alle drei Franzosen) zusammen. Also sozusagen im französischen Apartment. Die drei sind im Moment Praktikanten in der Firma und sind fast fertig mit ihrem Praktikum und werden dann wieder zurück nach Frankreich gehen. Ich übernehme dann die Wohnung zusammen mit den anderen Praktikanten, die mit mir hier sein werden. Also mit Luca (einem Italiener), der am Donnerstag kommt, Ronald (Studienkollege aus Bremen), der nächsten Monat kommt und Yves (ein Franzose), der im April kommt. Zurzeit wohne ich übergangsweise im Wohnzimmer, bis die ersten hier abrücken. Klingt aber auch schlimmer, als es ist. Die Betten hier bestehen eh nur aus Matratzen und mit denen können wir uns totschmeißen. Hab also mein Bett erst mal im Wohnzimmer aufgebaut.

Im Nachbargebäude ist das "deutsche Apartment". Da wohnen Thomas, Jan und Olaf, drei deutsche Praktikanten. Die drei werden auch am Ende der Woche hier abhauen. Daher wird das Apartment aufgelöst. Wir werden 4 Praktikanten sein. Da wird es zu teuer, 2 Apartments mit 3 Zimmern zu mieten. Daher werden wir mit 4 Praktikanten in einer 3-Zimmer-Wohnung wohnen. Auch kein Problem. Wird sonst einfach zu teuer (bei 2000 $ für eine 3-Zimmer-Wohnung).

Wenn man für ein Praktikum in USA einreist, gibt's am Anfang natürlich das ein oder andere zu erledigen. Ganz wichtig ist da zum Beispiel ein Bank Account. Praktischerweise hatten die Deutschen gestern Abend erwähnt, dass sie heute Morgen vor der Arbeit zur Bank wollen. Umso besser, dass ich schon um 8 h wach war. Da konnte ich mich bei denen gleich anschließen um mich um ein Bankkonto zu kümmern. Das hat auch gleich ganz gut geklappt. Hatte doch wirklich auf Anhieb alle erforderlichen Unterlagen dabei. Die nächste Zeit sollte mir meine Debit Card auch zugeschickt werden. Dann kann ich auch bargeldlos zahlen (ohne meine deutsche Visakarte nutzen zu müssen).

Wieder zuhause musste ich erst mal Mails checken usw. Saß also den halben Tag vor dem PC. So hatte ich dann auch schon mal die Möglichkeit, mit Sandra zu telefonieren. Wenn ich arbeiten bin ab nächster Woche, wird das auch schwieriger wegen der Zeitverschiebung. Außerdem hab ich mich nachmittags mal auf den Weg gemacht, die Gegend etwas zu erkunden. Durch das gute Wetter wurde man auch fast schon dazu genötigt. 66 F (18 °C) und Sonne. Allerdings merkt man hier schnell, dass man ohne Auto nicht sehr weit kommt. Macht nichts. Das kennt man nicht anders, wenn man aus Lemwerder kommt. Hab mich trotzdem ein wenig hier umgesehen und ein paar Bilder gemacht. Praktischerweise hat das Sunnyvale Fire Department zwei Straßen weiter eine Wache. Da bin ich gleich mal vorbei spaziert um "Hallo" zu sagen. Hab dann auch gleich ne ganze Zeit mit Bill, dem Chief geredet. Sehr nette Menschen da. Nicht nur da. Eigentlich sind alle hier total nett. Bill hat mir versprochen, mir einen Aufnäher zu besorgen. Ich werde da nächste Woche noch mal vorbei gehen.

Und schon geht der erste Tag zu Ende. Alles in allem doch ganz erfolgreich. Fotos gemacht, Bankkonto eröffnet, Bagles in einem sehr unübersichtlichen Supermarkt gekauft (irgendwie gibt's alles nur in Verpackungen für Großfamilien. Saft und Milch zum Beispiel gibt's in Kanistern, wo eine Gallone (= 3,78 Liter) rein passt), Feuerwehr besucht, und jetzt wird das TV-Programm gecheckt. Irgendwie sieht's kaum anders aus als bei uns in Deutschland. Navy CIS, American Idol (Deutschland sucht den Superstar … auch alle Logos, Titelmusik usw. haben die Deutschen übernommen … nur die Nervensäge Dieter Bohlen gibt's hier nicht), Family Guy usw. Mal sehen welche Serie oder Sendung ich hier entdecke, die dann demnächst nach Deutschland exportiert wird.


26.02.2008, 16:30 h PST

Jetzt geht's los

Und schon ist es Zeit, sich auf den Weg nach USA zu machen. Koffer packen und hoffen, dass der Koffer nicht zu schwer wird. Gucken, dass man nichts Wichtiges vergessen hat, und los zum Flughafen. Zum Glück darf man bei Flügen (zumindest bei der Lufthansa) nach USA 2 Koffer mit je 23 kg mitnehmen.

Zuerst ging es am Montag um 13.10 h mit dem Flieger von Bremen nach München. In München war dann etwas mehr als eine Stunde Aufenthalt. Ist gar nicht so viel, wenn man noch eine Bordkarte braucht, weil die in Bremen nicht ausgestellt werden konnte, und wenn man dann noch wieder durch eine Passkontrolle muss und sein Gate suchen muss. In München ist es ja auch alles etwas größer als in Bremen, aber das hat alles ganz gut geklappt. Außerdem war so noch etwas Zeit, die Lufthansa-Mitarbeiter am Gate noch einmal zu nerven, um zu sehen, ob nicht vielleicht kurz vorm Einsteigen nicht doch noch ein Fensterplatz frei geworden ist. Der Plan hat auch ganz gut funktioniert. War echt ein super Platz. Gute Aussicht.

Mit etwas Verspätung startete die Maschine dann auch in Richtung San Francisco. Wie kriegt man bloß die 12 Stunden Flugzeit rum? Naja ich fand's jetzt nicht so schlimm. Klar ist es anstrengend und lang, aber irgendwie kriegt man die Zeit schon rum. Zum einen war da dieses tolle Entertainmentsystem mit den Touchpads direkt vor einem. Da gab's eine große Auswahl an Musik und Filmen. Da kriegt man schon einige Zeit mit rum. Zumal die Filme auch recht aktuell sind. Also nicht unbedingt diese Filme, die man schon zwanzigtausend Mal im TV gesehen hat.

Zu essen gibt es natürlich unterwegs auch genug. Neben zweimal einer warmen Mahlzeit (OK, zugegeben, es waren nicht die größten Portionen, aber wenn man das Essen aus der Mensa gewohnt ist, wird man davon auch satt) gab's auch zwischendurch immer wieder Snacks wie Schokolade, Salzstangen oder Cracker und "All you can drink". Für das leibliche Wohl war also gesorgt.

Hin und wieder lohnte sich auch der Blick aus dem Fenster. Wo erlebt man schon mal zwei Sonnenuntergänge an einem Tag … und dann noch über den Wolken? Und wenn man nicht gerade über dem Meer fliegt oder über einer dichten Wolkendecke (die ja auch mal ganz interessant aussehen kann), dann gibt es auch mal etwas Land zu sehen. Grönland zum Beispiel mit seinen Eisbergen und Eisschollen oder auch Kanada, wo zu dieser Zeit auch sehr viel Schnee liegt.

Zusätzlich muss man für die Einreise auch noch Formulare ausfüllen. Auch wenn man ein Visum hat, kommt man da nicht dran vorbei. Jeder muss ein Formular für die Zollbehörde ausfüllen. Dabei ist es egal, ob Tourist, Personen mit Visum oder US-Bürger. Für alle, die keinen Pass der USA besitzen, gibt es dann noch ein weiteres Formular. Hier gibt es den Unterschied, ob man ein Visum hat oder nicht. Touristen ohne Visum müssen das grüne Formular I-94W ausfüllen, Personen mit Visum das weiße Formular I-94. Der Unterschied zwischen den beiden Formularen besteht neben der Farbe und der Bezeichnung darin, dass in dem grünen Formular mehr Fragen gestellt werden. Personen, die ein Visum haben, haben diese Fragen schon vorher mal auf einem der tausend Formulare, die man so ausfüllen musste, beantwortet. Damit man beim Ausfüllen der Formulare auch alles richtig macht, gab es hierzu einen Film, den man sich auf dem schon erwähnten Entertainmentsystem angucken konnte.

Der Flug endete mit dem total coolen Anflug auf San Francisco International Airport. Ich durfte diesen Anflug ja im Urlaub 2003 schon mal erleben. Damals bei Tageslicht. Diesmal war es bei Dämmerung. Das hat das Ganze noch viel genialer gemacht. Es war noch nicht total dunkel, aber die Beleuchtungen in der Stadt waren schon an. Zuerst ein Flug über dem Pazifik, parallel zur Küste, direkt an der Golden Gate Bridge und der beleuchteten Skyline vorbei. Auch Alcatraz war in der San Francisco Bay gut zu sehen. Dann einen großen Bogen über San Francisco und die Bay und dann ging's auf die Landebahn zu. Die Landebahn fängt direkt am Ufer der Bay an. Man fliegt also im Sinkflug über dem Wasser. Das Wasser kommt immer näher und man denkt, dass man gleich nasse Füße bekommt. Irgendwann fängt die Landebahn an und wenige Sekunden danach kommt auch gleich der Touch-Down. Wenn man das im Fenster beobachtet, eine sehr spannende Sache. Leider habe ich davon keine Bilder, da man alles elektronische Equipment während des Starts und der Landung ausschalten musste.

Die Landung war um ca. 18.30 h Ortszeit… (Ach ja, wie war das noch mit den Zeitzonen? In Deutschland ist die sogenannte mitteleuropäische Zeit, MEZ oder auch CET genannt. Die Bezugszeit (Weltzeit) ist immer die "Greenwich Mean Time". Sie wird GMT oder auch UTC genannt. Deutschland ist UTC+1. Also eine Stunde weiter als UTC. In Kalifornien ist Pacific Standard Time (PST). Diese Zeitzone ist UTC-8. Also 8 Stunden vor der Weltzeit. Damit ist es in Kalifornien also 9 Stunden früher als in Deutschland. Der ganz aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass am Anfang jeder meiner Berichte ein Datum und eine Zeit steht. Wer sich wundert, warum bei den ersten Artikeln immer CET stand und jetzt PST, hat hier die Antwort gefunden.) Nach deutscher Zeit war die Landung also um 3:30 h morgens.

Nach der Landung (die überraschenderweise noch vor dem Zeitplan lag) ging es zuerst durch die Einreisekontrolle. Das ist der Punkt, an dem die Beamten entscheiden, ob sie einen rein lassen, oder nicht. Auch wenn man ein Visum hat, liegt die Entscheidung immer bei dem Beamten am Flughafen. Danach die Koffer zusammensuchen und durch die Zollkontrolle … Angekommen!

Praktischerweise ist Thimo (mein Studienkollege) zurzeit in San José (ebenfalls ein Teil von Silicon Valley). Er hat sich dazu bereit erklärt, für mich Taxi zu spielen. Das war sehr praktisch. Es hätte 2 Alternativen gegeben:
1. Mit der Bahn vom Flughafen nach Sunnyvale. Das ist zwar nicht das Problem, aber nach so einem langen Tag hat man dann doch keinen Bock mehr, noch mit den beiden schweren Koffern und dem Handgepäck zur Bahn zu schleppen.
2. Mit einem Mietwagen fahren. Die Firma bezahlt uns ja eh 2 Wochen einen Mietwagen. Allerdings ist das auch nicht so der Hit, wenn man so lange im Flugzeug gesessen hat und eh schon im Arsch ist, dann noch einen Mietwagen zu nehmen und damit durch USA zu gurken, wo man sich ja auch nicht auskennt (ohne Beifahrer wird's mit Kartelesen schon schwerer) und auch die Verkehrsregeln und Verkehrsführung sind hier etwas anders als bei uns. Also da dann doch lieber nicht gleich drauf los brettern.

Vom Flughafen hat mich Thimo also nach Sunnyvale (meinem Wohnort) gefahren. Die Fahrzeit war relativ kurz. Auch wenn wir etwas suchen mussten. Ich hatte ja ne Wegbeschreibung. Problem ist, dass manche Straßen ein großes beleuchtetes Schild haben und manche ein kleines Schild, was nicht beleuchtet wird. Die übersieht man also schnell. Nach kurzer Suche haben wir dann aber das Ziel erreicht. Zur Begrüßung wurde hier erst mal Bier getrunken. Außerdem waren wir noch eben Burger holen in nem Fastfood-Restaurant dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Ich war auch nach dem langen Tag nicht mehr wirklich aufnahmefähig. Ich wohne zurzeit bei 3 französischen Praktikanten mit in der Wohnung. Die hauen aber bald ab und die neuen Praktikanten kommen auch bald. Gegen 1 h morgens bin ich dann auch auch endlich ins Bett gegangen. Inzwischen war es in Deuschland auch 10 h morgens. Also war ich inzwischen ca. 26 Stunden auf den Beinen.


24.02.2008, 18:30 h CET

Party Time/letzter Beitrag aus Deutschland

An dieser Stelle möchte ich mich erst malbei allen bedanken, die gestern Abend auf meiner Abschiedsparty waren und auf 4 Party-Areas bis 4h heute Morgen das Haus gerockt haben. Ich habe leider selbst keine Bilder gemacht, daher kann ich noch keine Bilder von der Party auf der Homepage anbieten. Allerdings hat der ein oder andere meiner Gäste Bilder gemacht. Sobald ich welche davon bekomme, bekommt ihr die natürlich hier zu sehen.

Inzwischen ist das Schlachtfeld wieder geräumt. Schön zu sehen war auch, dass das neu gelegte Parkett im Wohnzimmer diesen Belastungstest wunderbar überstanden hat. Auch die Tanzeinlagen, das umgekippte Bier und die Asche (für die, die nicht dabei waren oder es nicht mitbekommen haben: Die Terasse stand als Bereich für die Raucher zur Verfügung. Um dort für ein bisschen Wärme zu sorgen, habe ich dort einen Feuerkorb aufgestellt), die von draußen hereingetragen wurde, konnten dem Parkett nichts anhaben. Es sieht alles wieder aus wie vorher.

Nachdem die Spuren der Party beseitigt waren, ging es ans Packen. Nicht ganz 24 Stunden vor dem Abflug wurde es doch mal Zeit dafür. Inzwischen bin ich auch damit fertig und heute Abend steht noch ein Abendessen mit der Familie beim Griechen auf dem Plan. Wenn ich nichts übersehen habe, sind die Vorbereitungen für morgen fertig und es kann losgehen. Der Flieger geht morgen um 13:10 h von Bremen. Zuerst geht's in 1h 20min nach München und von da aus dann um 15:40 h nonstop in einem 12h-10min-Flug nach San Francisco International Airport. Netterweise wird mein Studienkollege Thimo, der zurzeit in San Jose ist, mich dort abholen und mich nach Sunnyvale an meinen Zielort bringen. Die Autofahrt von San Francisco nach Sunnyvale wird ca. eine Stunde dauern. Also nichts Weltbewegendes, aber es ist wohl doch angenehmer mit 2 Koffern und Handgepäck, mit dem Auto zu fahren und nicht mit der Bahn.

So weit die Theorie. Hoffen wir, dass das morgen auch alles so läuft, wie ich mir das gerade vorstelle.


18.02.2008, 17:40 h CET

Wo geht's hin?

Irgendwann, wenn das Auslandssemester in absehbare Reichweite kommt, muss man sich natürlich Gedanken machen, wo man gerne hin möchte und was man da gerne tun möchte. In letzter Zeit scheint es bei uns im Studiengang zum Trend geworden zu sein, das Auslandssemester in der Schweiz zu verbringen. Allerdings deckt sich das nicht unbedingt mit meinen Vorstellungen vom Ausland. Wenn schon ins Ausland, dann auch wenigstens Englisch sprechen. Also Großbritanien, Nordamerika, Australien usw. Wobei USA von Anfang an der Favorit war.

Für mich gab es verschiedene Gründe, die für ein Semester, die für USA sprechen. Ein Grund ist, dass ich schon immer irgendwie ein Fan von den USA war. Dabei geht es nicht um die politische Seite der USA, aber um das Land an sich. Spätenstens nach dem vierwöchigen Familienurlaub in den USA im Jahr 2003 war mir klar, dass ich mein Auslandssemester im Land der unbegrenzten Möglichkeiten verbringen möchte. Ein weiterer Grund sind die namenhaften Firmen, die man da findet. Damit lag die Entscheidung für mich auch in einem Praktikum im Ausland und nicht in einem Studiensemester

So viel zur Theorie, aber wie sieht das Ganze in der Praxis aus? Die Vorraussetzung, im Studium ins Ausland zu dürfen, ist das Vordiplom. Man muss also alle Klausuren aus dem Grundstudium bestanden haben. Irgendwann kam der Punkt, an dem man sich Gedanken um das Auslandssemester machen musste, da das Vordiplom erstaunlicherweise doch irgendwann in greifbare Nähe kam. Also ging im Dezember 2006 das Bewerbungenschreiben los für ein Praktikum im Wintersemester 2007/2008. Ein paar Adressen habe ich von der Hochschule bzw. von Studenten bekommen, die das Ganze schon hinter sich haben, wobei sich die Auswahl an Firmen in USA, wo schon Studenten aus meinem Studiengang waren, in etwa auf zwei Firmen beschränkt. Die restlichen Adressen muss man sich irgendwie selbst besorgen. Meistens läuft es darauf hinaus, dass man im Internet auf den Firmenseiten nur Kontakte zum Verkauf findet. Die interessieren sich reichlich wenig für Praktikanten und daher kriegt man da auch so gut wie keine Antwort auf irgendwelche Mails... Außer wenn man was kaufen will. Nachdem ein Haufen Bewerbungen geschrieben war, hieß es auf Antwort warten. Die mesite Hoffnung hatte ich in die Firma Coherent in Kalifornien. Dort waren schon einige Studenten aus meinem Studiengang, und einer meiner Professoren meinte, dass die Firma eigentlich immer alle Praktikanten aus unserem Studiengang genommen hat. Da war es wieder... dieses Wort "eigentlich". Hat natürlich nicht so geklappt, wie es sollte. Von Coherent kam eine Absage. Der Grund war, dass es zu viele Bewerber auf die Praktikumsstellen gab. Also weiter um Bewerbungen kümmern. Irgendwann kam eine Antwort von Lasag in Chicago. Auch die Sache hatte einen Haken. Nach mehreren Telefongesprächen mit Tony, dem Manager, stellte sich herraus, dass er die Entscheidung, ob ich dort anfangen kann, nicht treffen kann. Er sollte in nicht allzu langer Zeit seinen Posten in der Firma wechseln. Rechnet man noch einige Vorlaufzeit zur Beschaffung für das Visum ein, würde ich zu der Zeit in der Firma anfangen, wo Tony seinen Psoten wechselt. Also muss sein Nachfolger die Entscheidung treffen. Allerdings sollte es noch eine ganze Zeit dauern, bis feststeht, wer das werden soll. Inzwischen war der Plan mit einem Praktikum im Wintersemester 07/08 sowieso erledigt auf Grund der fortgeschrittenen Zeit. Da ich sowieso noch eine ganze Zeit auf eine Antwort aus Chicago warten sollte, habe ich mich irgendwann dazu entschieden, mich noch einmal bei Coherent für das darauf folgende Semester zu bewerben. Gesagt getan. Diesmal mit Erfolg. Irgendwann kam die Entscheidung, welche Praktikanten sie nehmen werden, und ich bin dabei. Zur Firma in Chicago gibt es nichts Weiteres zu sagen. Die haben sich bis heute nicht wieder gemeldet.


Anklicken für ein Großformat

Coherent ist Weltmarktführer im Bereich Fotonik (unter anderem Entwicklung von Lasern). Die Firma befindet sich in Santa Clara. Ca., eine Stunde mit dem Auto entfernt von San Francisco. Santa Clara liegt am südlichen Ende der San Francisco Bay. Die Region, bestehend aus mehreren Städten (wie Santa Clara, Sunnyvale, San José und anderen), ist allgemein besser bekannt unter dem Namen Silicon Valley (= Silizium-Tal). Dieser Name kommt daher, dass dort sehr viele Firmen aus der Halbleiter-Branche ansässig sind. Halbleiter (zu denen auch die Computer-Chips gehören) werden aus Silzium gefertigt. Neben den großen PC-Firmen wie Intel, IBM und AMD findet man auch heute sehr viele andere Firmen aus dem technischen Bereich dort. Angefangen bei Online-Diensten wie Google, Yahoo und eBay bis hin zu Software-Entwicklern wie Microsoft, Adobe und Apple. Natürlich sind das längst nicht alle Firmen, die dort ansässig sind, aber alle bekannten Firmen hier zu nennen würde den Rahmen sprengen.

Natürlich kann man sich nicht einfach in den Flieger setzen und los geht's. Unsere amerikanischen Freunde müssen uns erst noch etwas das Leben schwer machen und etwas Geld aus der Tasche ziehen. Man braucht für so ein Praktikum natürlich ein Visum. Kennt ihr den Asterix-Film, wo Asteriks und Obelix diesen Passierschein in dem Haus, das Verrückte macht, besorgen müssen? Genau so ist es mit dem Visum. Das Praktikantenvisum bekommt man nur über eine Austauschorganisation. Bzw. nicht das Visum, sondern das Formular, mit dem man dann das Visum beantragen kann. Zunächst muss man einen Haufen Papierkram ausfüllen und zusammenstellen. Bescheinigungen der Firma (zum Glück hat die Firma schon Erfahrung und schickt die notwendigen Formulare, die man von denen braucht, gleich ausgefüllt mit), Bestätigung, dass man Englisch kann, Bestätigung, dass man Student ist, usw. Alles in allem ca. 30 Seiten Din A4. Das schickt man dann zusammen mit der Anmeldung zu der Austauschorganisation. Die freuen sich dann über den Haufen Papierkram und schicken als Antwort erst mal ne Rechnung zurück. Diese Rechnung orientiert sich an der Dauer des Aufenthalts. In meinem Fall 850 € für 7 Monate. In dieser Gebühr ist neben der Bearbeitung auch eine Krankenversicherung für die Zeit und noch einige andere Gebühren. Dann wird von denen alles geprüft und manche Dinge kommen gegebenenfalls zurück und müssen korrigiert werden, wenn Angaben falsch sind oder fehlen. Ist dann alles komplett, wird das von denen alles nach USA zu der Austauschorganisation geschickt und von da aus wiederum zum US Department of State. Da wird's dann bearbeitet von von da aus werden dann neue Formulare über die Austauschorganisation zu einem zurück nach Hause geschickt. Während das Zeug in USA auf dem Weg hin und her ist, muss man noch ein telefonisches Interview in Englisch mit der Austauschorganisation führen. Das ist natürlich ganz großes Kino und hammerharte Fragen. Alles in allem hat das komplette Telefongespräch 2 Minuten gedauert und hat beiderseits keinerlei neue Erkenntnisse gebracht. Vielleicht ein Euro-Job? Außerdem muss man einen Interview-Termin in der US-Botschaft klar machen. Man darf sich aussuchen, ob man nach Frankfurt oder Berlin möchte, um dort persönlich aufzutauchen. Das Ganze natürlich über eine 0800-Nummer, die 1,86 €/min kostet. So kommt man für das komplette Telefongespräch auf locker 12 €, nur um zu wissen, wann man da erscheinen soll. Wenn man dann noch die 74,- € Visumsgebühr überweist und auch sonst alle Formulare zusammen hat (das waren dann noch mal ca. 20 Din-A4-Seiten), kann man sich auf den Weg zur Botschaft machen. Meine Wahl fiel auf Frankfurt. Das sind zwar ca. 100 km mehr von hier, aber da Sandra ja in Hagen wohnt, sind es von da noch ca. 200 km, und nach Berlin wären es von hier 400 km. Da sind die 200 km doch etwas angenehmer am Stück zu fahren, vor allem, wenn man um 8:45 h morgens da sein soll.

Der Besuch in der Botschaft ging überraschend kurz. Meine Kollegen, die das schon mal mitgemacht haben, haben etwas von teilweise 5 Stunden Wartezeit erzählt. Ich habe für meinen Besuch in der Botschaft, der aus "Anmelden, dass man da ist" , "Sicherheits-Check" (man betritt ja in der Botschaft die Vereinigten Staaten von Amerika, also muss man gründlich durchsucht werden, ob man Waffen oder Sprengstoff mit sich führt), "Einreichen der Unterlagen und Scan der Fingerabdrücke" und dem "Interview" (man muss ja nachweisen, dass man nicht als illegaler Einwanderer dort bleiben will) ca. 2 Stunden benötigt. 1 Stunde 45 Minuten davon mit Warten. Immerhin weniger als erwartet.

 

Tatsächlich habe ich dann auch ca. eine Woche nach dem Termin meinen Pass mit dem Visum zugeschickt bekommen. Jetzt kann es losgehen. Ach ja, wo wohne ich denn eigentlich? Auch das Problem ist schnell gelöst. Die Firma hat alle 6 Monate neue Praktikanten, die auch immer 6 Monate bleiben. So ist es zur Tradition geworden, dass die Wohnung von Generation zu Generation weitergegeben wird. Also brauche ich mich da nicht weiter drum zu kümmern. Ich werde in Sunnyvale in einer 3-Zimmer-WG mit 2 oder 3 anderen Praktikanten aus der Firma wohnen. Neben mir wird noch Ronald da sein, ein Student aus meinem Studiengang, der zu der Zeit dort seine Diplomarbeit schreiben wird, Yves aus Frankreich und Luca aus Italien. Wohnen ist dort echt teuer. Die 3-Zimmer-Wohnung (ca. 100 m²) kostet ca. 2000 $. Auch wenn man es durch drei oder vier Leute teilt, noch ne menge Geld. Das ist auch der Grund, warum wir eventuell mit 4 Leuten dort wohnen werden. Platz genug ist ja und ne weitere Wohnung würde einfach zu viel kosten.

Die Wohnung befindet sich in Sunnyvale, dem Herzen von Silicon Valley. Hier findet man unter anderem die Firmen AMD, SanDisk, Palm und Yahoo. Von dort fährt man ca. 15 bis 20 Minuten nach Santa Clara wo sich die Firma befindet.

Mehr Bilder findet ihr im Fotoalbum. Thomas (einer der Praktikanten, die zur Zeit da sind) hat sie netterweise zur Verfügung gestellt.


18.02.2008, 17:10 h CET

Warum eigentlich ins Ausland?

Da dise Seite nicht nur für die Mitstudenten aus meinem Studiengang ist (denen ich die Hintergründe natürlich nicht zu erklären brauche), sondern auch für alle anderen interessierten möchte ich hier ein paar Hintergrundinformationen zu dem Auslandsaufenthalt geben.

In den letzten Jahren sind längere Auslandsaufenthalte immer beliebter geworden. Sowohl bei Schülern, die einen Schüleraustausch machen, bei Abiturienten, die ein Au-pair-Jahr (oder FSJ) machen, als auch bei Studenten, die für ein oder mehrere Semester ins Ausland gehen, um dort zu studieren oder ein Praktikum zu machen. Die Gründe für so einen Aufenthalt sind im Großen und Ganzen bei all diesen Gruppen die gleichen. Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln, fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen und zum Verbessern der Sprachkentnisse. Bei Studenten kommt natürlich noch hinzu, dass sich ein Praktikum in einer Firma im Ausland in späteren Bewerbungen sehr gut macht.

Die Hochschule Bremen hat seit einigen Jahren internationale Studiengänge eingerichtet. Mein Studiengang (Mikrosystemtechnik) ist auch einer der internationalen Studiengänge. Er zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass im Hauptstudium einige Vorlesungen auf Englisch sind. Unter anderem auch zusammen mit ausländischen Studenten aus dem Master-Studiengang. Duadruch ist man gezwungen, sich in Englisch zu verständigen. Ein weiteres Merkmal dieser Studiengänge ist, dass die Studenten dazu verpflichtet sind, ein Auslandssemester zu machen. Freigestellt bleibt allerdings, ob man im Ausland studieren will oder ein Praktikum macht.


18.02.2008, 14:25 h CET

Was soll das Ganze?

Nachdem bekannt wurde, dass ich jetzt tatsächlich für ein halbes Jahr ins Ausland gehe, kamen von vielen Seiten viele Fragen. Zu den Fragen, die am häufigsten gestellt wurden, gehören unter anderem: "Meldest du dich mal, wenn du da bist?", "Schickst du mir dann auch ein paar Bilder?" oder "Machst du dann einen Weblog?"

Natürlich will ich meinen Kontakt zum Rest der Welt nicht auf diese Webseite beschränken, aber dennoch scheint es mir die einfachste Lösung zu sein, wenn ich hier die Dinge hinschreibe, die ich so zu erzählen habe (ob es jemanden interessiert oder nicht) und wenn es jemanden interessiert, kann er es hier jeder Zeit nachlesen. Sozusagen ein Online-Tagebuch (ich glaube, neuerdings nennt man sowas Weblog), wobei ich ich noch nicht sagen kann, wie oft ich in den nächsten 7 Monaten dazu kommen werde, hier was hinzukritzeln. Es ist aber ein Versuch und mit dieser Seite ist jedenfalls die Grundlage geschaffen und der gute Wille gezeigt.

Damit das Ganze nicht ausschließlich in einem Monolog endet, findet ihr unten im Menü weitere Features wie ein Fotoalbum, wo hoffentlich im Laufe der Zeit ein Fotoalbum entstehen wird, in dem ihr dann ganz viele ganz tolle Bilder von mir oder anderen Mitmenschen und/oder Landschaften oder was auch immer betrachten könnt unter der Vorraussetzung, dass ich neben der Arbeit dazu komme, mal Bilder zu machen und etwas zu erleben.

Außerdem habe ich ein Gästebuch eingerichtet, wo ihr mir alle ganz tolle Grüße rein schreiben könnt oder Fragen stellen könnt oder auch einfach nur dummes Zeug reden. Desweiteren gibt es eine Kontaktseite, auf der ihr verschiedene Möglichkeiten findet, euch mit mir in Verbindung zu setzen. Meine Postadresse werdet ihr da allerdings nicht finden. Bei Interesse werde ich euch die dann persönlich auf einem der Wege geben.


© by Miki